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Die Laufbahn der Offiziere.

Offizier (m/w/d) - ein Beruf mit besonderer Verantwortung

Offizier zu sein ist kein Job wie jeder andere. Er ist Führungskraft mit hoher Verantwortung für sein unterstelltes Personal. Die Aufgaben sind abwechs­lungsreich, die Orte der Tätigkeit können sehr vielfältig sein und das Material, mit dem gearbeitet wird, ist außergewöhnlich. Ob Pilotin bzw. Pilot eines Kampfflugzeuges, Kommandantin bzw. Kommandant eines Minensuchbootes, Zugführerin bzw. Zugführer in einer Panzerkompanie oder Feldjägeroffizier - der Beruf des Offiziers ist anspruchsvoll und fordernd. Vor allem aber bietet er spannende und abwechslungsreiche Tätigkeitsfelder.

 

Ein Soldat bei der Ausbildung zum Jet-Piloten.

Ein Soldat bei der Ausbildung zum Jet-Piloten.

Foto: © Bundeswehr / Marcus Rott

Soldat und Ausbilder

Offiziere sind bei aller Spezialisierung in den verschiedenen Aufgabenbe­reichen der Streitkräfte in erster Linie für die Führung, Ausbildung und Erziehung ihrer Soldatinnen und Soldaten verantwortlich. Das erfordert Menschenkenntnis, Durchsetzungs­vermögen und fachliches Können.

Der Einsatz moderner Waffensysteme erfordert technisches Verständnis und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden. Im Einsatz führen Offiziere ihre Soldatinnen und Soldaten in komplexen Situationen. Dazu müssen sie auch unter außergewöhnlichen Belastungen verantwortungsvoll handeln und schnell die richtigen Entscheidungen treffen. Neben der notwendigen fach­lichen Kompetenz und Führungsfähigkeit ist dafür auch eine hohe körper­liche Leistungsfähigkeit gefragt.

Für die Zusammenarbeit mit Angehörigen verbündeter Streitkräfte sind zudem gute Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz wichtig.

 

Gute Ausbildung für hohe Verantwortung

Alles in allem werden an Offiziere hohe Anforderungen gestellt. Die Vorbe­reitung auf diese verantwortungsvollen Aufgaben ist dementsprechend intensiv. Sie erhalten eine umfassende praxisorientierte militärische und fachspezifische Ausbildung und absolvieren in der Regel ein akademisches Studium an einer der Universitäten der Bundeswehr oder einer zivilen Partnerhochschule im In- und Ausland. Die Ausbildung umfasst zahlreiche Lehrgänge innerhalb der jeweiligen Teilstreitkraft bzw. des Organisations­bereiches, an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen wie den Offizier­schulen und eine Sprachausbildung. Darauf aufbauend übernehmen Offiziere schon in jungen Jahren Verantwortung für Menschen und Material im täg­lichen Dienstbetrieb und im Auslandseinsatz. 

Den genauen Ablauf der Ausbildung stellen wir im Folgenden in zwölf Schritten beispielhaft für einen Panzeroffizier des Heeres dar.

 

Der Ablauf des Auswahlverfahrens

Um die Besten für diese anspruchsvollen Aufgaben zu gewinnen, müssen Bewerberinnen und Bewerber für die Laufbahn der Offiziere ein mehrtägiges Prüfver­fahren im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln erfolgreich absolvieren. Dort durchlaufen sie verschiedene Stationen, in denen sie in der Gruppe und allein ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. In persönlichen Gesprächen und computergestützten Tests erhalten die Bewerberinnen und Be­werber die Gelegenheit, ihre charakterlichen sowie geistigen Qualitäten zu präsentieren. Im Rahmen einer medizinischen Untersuchung und eines Sporttests müssen sie beweisen, dass sie den körperlichen Anforderungen dieses Berufes gewachsen sind. Zum Abschluss erfolgt ein Einplanungsgespräch, bei dem auf Grundlage der Leistungen und Fähigkeiten sowie dem aktuellen Bedarf die Möglichkeiten für eine Einstellung in die Laufbahn der Offiziere festgestellt werden.

Vom ersten Beratungsgespräch bis zur Kompaniechefin bzw. zum Kompaniechef

Du interessierst dich für die Bundeswehr und hast bereits mit Freunden und Familie gesprochen. Im Internet hast du dich über die große Anzahl an Möglichkeiten und Tätigkeitsfeldern beim Heer, der Luftwaffe, der Marine, im Sanitätsdienst, bei der Streitkräftebasis oder dem Cyber- und Informationsraum informiert. Beispielhaft stellen wir dir hier einen möglichen Werdegang zum Panzeroffizier im Heer vor. 

Schritt 1: Ausführliches Beratungsgespräch
Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit einer Karriereberaterin bzw. einem Karriereberater in einem der 110 Karriereberatungsbüros entschließt du dich zu einer Bewerbung für die Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes mit Studium.

Schritt 2: Bewerbung
Nachdem du deine Bewerbung bei der Karriereberatung abgegeben hast, erhältst du in circa 10 Wochen einen Brief mit der Einladung zum Assessmentcenter für Führungskräfte in Köln.

Schritt 3: Assessmentcenter
Du bestehst die mehrtägige Eignungsfeststellung im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr und bekommst zunächst die Einplanung für die Grundausbildung sowie deine erste Verwendung in der Panzertruppe. Außerdem erhältst du einen detaillierten Ausbildungsplan.

Schritt 4: Grundlagenausbildung
Zum 1. Juli trittst du den Dienst in einer Grundausbildungseinheit an und bist nun Offizieranwärterin bzw. Offizieranwärter. Die Termine bei den anderen Teilstreitkräften können davon abweichen. Hier absolvierst du während der ersten drei Monate die Grundausbildung. Zunächst wird deine Robustheit, also deine körperliche Leistungsfähigkeit, trainiert, um die grundlegenden Erfordernisse einer Soldatin bzw. eines Soldaten erfüllen zu können. Du lernst die Grundlagen des militärischen Handwerkszeugs, wie zum Beispiel Formaldienst, Gefechtsdienst sowie den Umgang mit Handwaffen und deiner persönlichen Ausrüstung. Darüber hinaus erhältst du in Unterrichten die theoretischen Grundlagen des Soldatenberufs, unter anderem zur Inneren Führung, dem Selbstverständnis und der Führungskultur der Bundeswehr oder auch zu den Rechten und Pflichten als Soldatin bzw. Soldat.

Danach kommst du in die Spezialgrundausbildung in deinem Stammtruppenteil deiner Truppengattung. Du wirst das Hauptwaffensystem der Panzertruppe, den Kampfpanzer Leopard 2, kennenlernen und in den Tätigkeiten als Richt- oder Ladeschützin bzw. -schütze ausgebildet. Unvergessliches Highlight dieser Ausbildung ist der scharfe Schuss mit dem Kampfpanzer.  

Schritt 5: Fahnenjunkerlehrgang
Ab dem 7. Monat folgt in Munster am Ausbildungszentrum Panzertruppen der Fahnenjunkerlehrgang. 15 Wochen lang wirst du durch Vorgesetzte, Fachlehrer und Juristen in der Führung und Ausbildung von Untergebenen ausgebildet. Dabei führst du deine ersten eigenen Ausbildungen und Unterrichte durch und legst die Laufbahnprüfung zum Offizier ab.

Schritt 6: Sprachausbildung

Im Anschluss geht es für dich nach Dresden zur Offizierschule des Heeres. In acht Wochen wirst du mit Sprachlehrern deine Fähigkeiten in Wort und Schrift der englischen Sprache vertiefen und verbessern. Damit erwirbst du auch die ersten Credit-Points für das Studium.

Schritt 7: Praktikum
Nach dem Sommerurlaub von bis zu drei Wochen nimmst du ein 9-12 wöchiges Führungspraktikum in deinem Stammtruppenteil wahr. Du übernimmst erstmals Verantwortung für andere Soldatinnen und Soldaten und bildest Sie unter einfachen Bedingungen sowie unter Anleitung erfahrener Vorgesetzter aus.

Schritt 8: Studium

Im zweiten Dienstjahr beginnt dein Studium an der Universität der Bundeswehr in Hamburg oder München. Hier triffst du nicht nur auf Kameradinnen und Kameraden der anderen Truppengattungen, sondern auch aus den anderen Teilstreitkräften und Organisations­bereichen der Bundeswehr wie Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis, Cyber- und Informationsraum sowie dem Sanitätsdienst. Du studierst in Trimestern und nimmst neben Vorlesungen auch Seminare in Kleingruppen wahr. Während des Studiums trägst du überwiegend zivil und nicht die Uniform. Du wirst durch zivile Dozenten angeleitet und lebst in einer Art Wohngemeinschaft mit den anderen studierenden Offizieren auf dem Campus zusammen. Während des Studiums erlebst du einen der wichtigsten Momente in deiner Laufbahn. Du wirst zum Leutnant, dem ersten Offizier Dienstgrad befördert. Das Studium schließt du im Idealfall nach 4 Jahren mit dem Master ab.

Schritt 9: Offizierlehrgang  
An der Offizierschule des Heeres in Dresden folgt im Anschluss der Offizierlehrgang. Hier wirst du als Leutnant zur taktischen Führungskraft auf Verbandsebene ausgebildet. Du lernst somit in der Theorie, nach welchen Grundsätzen ein Bataillon mit bis zu tausend Soldatinnen und Soldaten im Einsatz geführt wird. Darüber hinaus erhältst du eine Ausbildung zur Übungsleiterin bzw. zum Übungsleiter der Bundeswehr, die dich befähigt, Sportausbildungen mit den dir unterstellten Soldatinnen und Soldaten durchzuführen.

Schritt 10: Ausbildung zur Zugführerin bzw. zum Zugführer
Für zwölf Monate wirst du wieder an das Ausbildungszentrum Panzertruppen in Munster versetzt. Jetzt beginnt die Ausbildung zur Zugführerin bzw. zum Zugführer, in der an die Kenntnisse aus der Spezialgrundausbildung, dem Fahnenjunker- und dem Offizierlehrgang angeknüpft wird. Du lernst und praktizierst hier die Führung und den taktischen Einsatz eines Panzerzuges, bestehend aus rund 30 Männern und Frauen sowie vier Kampfpanzern Leopard 2. Während dieser Ausbildung wirst du für deine erste Verwendung als Zugführerin bzw. Zugführer in einem Verband der Panzertruppen eingeplant.

Schritt 11: Zugführerin bzw. Zugführer
Du bekommst nun deinen eigenen Zug und bist gemeinsam mit deinen Unteroffizieren für die Führung, Ausbildung und Erziehung deines Zuges zuständig. Du wirst mit deinem Zug im täglichen Dienstbetrieb, aber insbesondere bei Übungen oder im Einsatz eng zusammenwachsen und gemeinsam die euch erteilten Aufträge meistern. Die bereits erlebte Kameradschaft in der Ausbildung wirst du nun noch viel intensiver wahrnehmen.

Schritt 12: Kompaniechefin bzw. Kompaniechef
Nach deiner Zeit als Zugführerin bzw. Zugführer wirst du über verschiedene Verwendungen innerhalb oder auch außerhalb deiner Truppengattung weiter gefördert. Bei stets überdurchschnittlichen Leistungen bekommst du die Möglichkeit, in das Dienstverhältnis einer Berufssoldatin bzw. eines Berufssoldaten zu wechseln. Nach einem Besuch an der Führungsakademie der Bundeswehr - der höchsten Bildungsreinrichtung der Bundeswehr – wirst du als angehender Major - für die Tätigkeit als Kompaniechefin bzw. Kompaniechef einer Panzerkompanie ausgewählt.