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Die Laufbahn der Offiziere.
Ein Soldat bei der Ausbildung zum Jet-Piloten.

Ein Soldat bei der Ausbildung zum Jet-Piloten.

Foto: © Bundeswehr / Marcus Rott

Offizier – ein Beruf mit besonderer Verantwortung

Offizier zu sein ist kein Job wie jeder andere. Die Aufgaben sind abwechslungsreich, die Orte der Tätigkeit können sehr vielfältig sein und das Material, mit dem gearbeitet wird, ist sehr außergewöhnlich. Ob als Pilot eines Kampfflugzeuges, Kommandant eines Minensuchbootes, Zugführer in einer Panzerkompanie oder Feldjägeroffizier, der Beruf des Offiziers ist anspruchsvoll und fordernd, vor allem aber bietet er spannende und abwechslungsreiche Tätigkeitsfelder.


Deutsche Soldaten als UN-Beobachter.

Deutsche Soldaten als UN-Beobachter.

Foto: © Bundeswehr / Marcus Rott

Soldat und Ausbilder

Offiziere sind bei aller Spezialisierung in den verschiedenen Aufgabenbereichen der Streitkräfte in erster Linie für die Führung, Ausbildung und Erziehung ihrer Soldatinnen und Soldaten verantwortlich. Das erfordert Menschenkenntnis und pädagogisches Geschick sowie Durchsetzungsvermögen und fachliches Können.

Der Einsatz moderner Waffensysteme erfordert technisches Verständnis und die Bereitschaft, sich ständig weiter zu bilden. Im Einsatz führen Offiziere ihre Soldatinnen und Soldaten in komplexen Situationen. Dazu müssen sie auch unter außergewöhnlichen Belastungen verantwortungsvoll handeln und schnell die richtigen Entscheidungen treffen. Neben der notwendigen fachlichen Kompetenz und Führungsfähigkeit, ist auch eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit gefragt.

Für die Zusammenarbeit mit Angehörigen verbündeter Streitkräfte sind zudem gute Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz wichtig.


Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter im Gespräch.

Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter im Gespräch.

Foto: © Bundeswehr / Andreas Noll

Gute Ausbildung für hohe Verantwortung

Alles in allem werden an Offiziere hohe Anforderungen gestellt, doch die Vorbereitung auf diese verantwortungsvollen Aufgaben ist entsprechend intensiv. Offiziere und Offizieranwärter lernen ihre Aufgaben und Herausforderungen sicher zu meistern. Sie erhalten eine umfassende praxisorientierte militärische und fachspezifische Ausbildung und in der Regel ein akademisches Studium an einer der Universitäten der Bundeswehr oder einer zivilen Partnerhochschule im In- und Ausland. Darauf aufbauend übernehmen Offiziere schon in jungen Jahren Verantwortung für Menschen und Material im täglichen Dienstbetrieb und im Auslandseinsatz.


Die Offizierbewerberprüfzentrale in Köln.

Die Offizierbewerberprüfzentrale in Köln.

Foto: © Bundeswehr / Andreas Noll

Der Ablauf des Auswahlverfahrens

Um die Besten für diese anspruchsvollen Aufgaben zu gewinnen, müssen Bewerber für die Laufbahn der Offiziere ein mehrtägiges Prüfverfahren im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln erfolgreich absolvieren. Dort durchlaufen sie verschiedene Stationen, in denen sie in der Gruppe oder auch alleine ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. In persönlichen Gesprächen und computergestützten Tests erhalten die Bewerber die Gelegenheit, ihre charakterlichen sowie geistigen Qualitäten zu präsentieren. Im Rahmen einer medizinischen Untersuchung und eines Sporttests müssen sie beweisen, dass sie den körperlichen Anforderungen dieses Berufes gewachsen sind. Zum Abschluss erfolgt ein Gespräch mit dem zuständigen Einplaner, der auf der Grundlage der Leistungen und Fähigkeiten sowie dem bestehenden Bedarf die Möglichkeiten für eine Einstellung in die Laufbahn der Offiziere feststellt.

Vom ersten Beratungsgespräch bis zum Kompaniechef

In 11 Schritten zur Kompaniechefin bzw. zum Kompaniechef in der Fernmeldetruppe

Schritt 1: Bewerbung
Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Karriereberater entschließt du dich zu einer Bewerbung für die Laufbahn der Offiziere.

Schritt 2: Eignungsfeststellung
Du erhältst eine Einladung zum Assessmentcenter für Führungskräfte in Köln und absolvierst dort die 3-tägige Eignungsfeststellung

Schritt 3: Assessmentcenter
Du bestehst erfolgreich einen Einstellungstest im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr.

Schritt 4: Grundlagenausbildung
Zum 01.07. trittst du deinen Dienst im Heer in einem der Offizieranwärterausbildungsbataillone an. Hier absolvierst du während der ersten sechs Monate die Grundlagenausbildung bestehend aus der Allgemeinen Grundausbildung sowie der Einsatz- und Führerausbildung.

Schritt 5: Offizierlehrgang Teil 1
Anschließend folgt der Offizierlehrgang Teil 1 an der Offizierschule des Heeres in Dresden und die anschließende Sprachausbildung in Englisch.

Schritt 6: Truppenpraktikum
Im ersten Truppenpraktikum übernimmst du erstmals Verantwortung für andere Soldaten. Du bildest selbst Rekruten in der Grundausbildung aus.

Eine Vorlesung in der Universität der Bundeswehr in Hamburg.

Eine Vorlesung in der Universität der Bundeswehr in Hamburg.

Foto: © Bundeswehr / Michael Mandt

Schritt 7: Studium
Im zweiten Dienstjahr beginnt dein Studium der Elektrotechnik mit den Schwerpunkten Nachrichten- und Informationstechnik, zum Beispiel an der Universität der Bundeswehr in Hamburg, dass du nach 45 Monaten als Diplom-Ingenieur abschließt.

Schritt 8: Offizierlehrgang Teil 2
In Dresden folgt dann der Offizierlehrgang Teil 2 an der Offizierschule des Heeres.

Schritt 9: Fach- und Spezialausbildung
Aufgrund deiner guten Leistungen in der militärischen 
Ausbildung und im Studium wirst du deiner Wunschtruppengattung Fernmeldetruppe zugeordnet. Die truppengattungsspezifische Fach- und Spezialausbildung findet an der Fernmeldeschule des Heeres in Feldafing statt.

Schritt 10: Zugführerin bzw. Zugführer
Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung übernimmst du als Zugführerin bzw. Zugführer in einer Fernmeldekompanie die Verantwortung für 40 Soldatinnen und Soldaten und für das Material ihres Fernmeldezuges. Mit deinen Feldwebeln bildest du junge 
Soldatinnen und Soldaten bis zur Einsatzreife aus. In einem viermonatigen Auslandseinsatz führst du deine Gruppe und stellst Fernmeldeverbindungen für den Einsatzverband sicher.

Schritt 11: Kompaniechefin bzw. Kompaniechef
Aufgrund deiner Leistungen als Zugführerin oder Zugführer wirst für die Verwendung als Kompaniechefin bzw. Kompaniechef einer Fernmeldekompanie ausgewählt.