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Air MedEvac

Airbus A 310 MRTT MedEvac

Die "fliegende Intensivstation"

Wie ein riesiger grauschimmernder Vogel steht die „Hermann Köhl“, Flugkennung 10+25, Typ Airbus A310, in Köln auf dem Rollfeld der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung. Bis zu 9.000 Kilometer Reichweite wird der „ Verwundetenlufttransport“ der Luftwaffe eingesetzt, um weltweit Erkrankte oder Verletzte zu evakuieren.

Wie ein Krankenhaus

Wie ein Krankenhaus

Foto: © Bundeswehr / Laymann

„Strategischer Lufttransport ist Teil eines multinationalen Konzeptes, das medizinische Evakuierung von Bundeswehrpatienten wie von Bündnispartnern steuert“, erklärt Fliegerarzt Oberfeldarzt Dr. med. Sven Marquardt von der Flugbereitschaft. Vier Maschinen vom Typ Airbus A310 stehen für medizinische Evakuierungsflüge aus weltweiten Einsatzgebieten nach Deutschland zur Verfügung. Eine befindet sich immer im Bereitschaftsstatus und ist nach Alarmierung innerhalb von maximal 12 Stunden startklar. „Wir holen Soldatinnen und Soldaten weltweit aus ihrem Einsatz ab, sollte es aus medizinischer Sicht notwendig sein“, so Medical Director (MD) Marquardt. Die Patienten, die erkrankt oder verletzt, aber transportfähig sind, werden in der Regel bereits im Einsatzgebiet ärztlich versorgt und stabilisiert.


Fliegende Helfer in der Not: Rademacher, Rücket, Markquardt (v. li.)

Fliegende Helfer in der Not: Rademacher, Rücket, Markquardt (v. li.)

Foto: © Bundeswehr / Laymann

„Der psychisch-moralische Aspekt spielt eine herausragende Rolle“, sagt Marquardt. „Der verwundete oder erkrankte Patient will zurück zu seiner Familie nach Deutschland“. An Bord des Fliegers befindet sich je nach Erfordernis medizinisches Fachpersonal wie Anästhesie-Teams, Rettungsassistenten, Medizintechniker und natürlich die Kabinen Crew nebst Cockpitbesatzung und  Luftfahrzeugtechnikern. Als Medical Director ist Oberfeldarzt Marquardt das Bindeglied zwischen dem medizinischen Personal des Sanitätsdienstes und dem fliegenden Personal der Luftwaffe. Gemeinsam mit dem  European Air Transport Command (EATC) in Eindhoven bespricht er den Einsatzplan. Dabei liegen ihm Informationen über Art und Schwere der Verletzung oder Erkrankung vor. Transportiert werden können bis zu sechs Intensivpatienten, 16 mittelschwer- und bis zu 22 leicht erkrankte oder verletzte Patienten.


Immer in Aktion

Immer in Aktion

Foto: © Bundeswehr / Laymann

„Wir bringen die Patienten aus allen Einsatzgebieten, ob Afghanistan, Mali, Kosovo oder dem Golf von Aden zurück nach Hause in die Heimat“, betont Hauptfeldwebel Nicole Rücker. Sie ist als Medical Crew Chief (MCC) die rechte Hand des Medical Directors und ist verantwortlich für die fachgerechte Positionierung der Patienten und die Koordinierung der medizinischen Spezialisten an Bord. 
Für die technische Überwachung der medizinischen Geräte an Bord ist Oberstabsfeldwebel Guido Rademacher verantwortlich. „Wir stellen vor, während und nach dem Flug die Einsatzbereitschaft der lebens­wichtigen medizinischen Geräte sicher“, erklärt er. „Unsere Patienten wollen vorrangig nach Hause, und wir sind es, die ihnen das ermöglichen. Sie danken uns unsere Arbeit. Wenn der große graue Vogel kommt, dann geht’s heim, das wissen sie“, spricht Rademacher aus 24 Jahren Erfahrung bei der Flugbereitschaft.



Autor: Uli Reinecke