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Ein Soldat sitzt an einem  Laptop und lächelt in die Kamera.
Ein Soldat mit blauem VN-Barett steht mit verschränkten Armen vor einem Bürocontainer.

Sebastian hofft darauf, dass die Verbesserung der Ausrüstung und Ausbildung den Soldatinnen und Soldaten weiterhilft.

Foto: © Bundeswehr / PAO UNIFIL

Zwischen zwei Welten

Mein Name ist Sebastian und ich bin 47 Jahre alt. Mit meiner Frau und unseren beiden Kindern lebe ich im Umland der Hansestadt Rostock. Eigentlich bin ich Kriminalbeamter im Zollfahndungsdienst von Mecklenburg-Vorpommern. Mehrmals im Jahr wechsle ich für einige Wochen meine Uniform und gehe zur Bundeswehr. Momentan bin ich im Libanon als Ausbilder der libanesischen Marine im Einsatz. Kriminalbeamter und Bundeswehrsoldat im Wechsel, geht das überhaupt? Ja, bei uns geht das. Ich finde es sinnvoll und es bereitet mir eine Menge Freude.

Im Dienst als Kriminalbeamter wird man oft mit den Schattenseiten der Gesellschaft konfrontiert. Der Dienst bei der Bundeswehr ist daher eine willkommene Abwechslung. Ausbilder zu sein, macht mir viel Spaß. Dass hier im Libanon alles in englischer Sprache stattfindet und manchmal auch Hände und Füße gebraucht werden, um den Lehrstoff zu vermitteln, macht die Sache noch spannender. Es funktioniert auch erstaunlich gut. Die Soldatinnen und Soldaten der libanesischen Marine sind uns gegenüber sehr aufgeschlossen. Sie ausbilden zu können ist eine tolle Aufgabe und Herausforderung.

Ein Soldat steht vor einem Unterkunfts-Container der libanesischen Marineschule.

Abwechslung zum Zollfahndungsdienst: Sebastian erlebt täglich spannende Dinge in seiner Zeit an der libanesischen Marineschule.

Foto: © Bundeswehr / Markus Fischer

Neben der Ausbildung der libanesischen Soldatinnen und Soldaten, unterstützen wir diese auch bei der Instandsetzung an Bord oder an der libanesischen Marineschule in Jounieh. Persönlich bin ich stolz darauf, dass ich ein Mitglied des Teams sein und die Ausbildung - nach fast einem Jahr pandemiebedingter Zwangspause - wiederaufnehmen durfte. Ich hoffe, dass wir möglichst bald wieder Vollzeit an der Marineschule in Jounieh unterrichten können und nicht - wie derzeit - lediglich drei bis vier Tage pro Woche.

Wie alle Kameradinnen und Kameraden, die sich im Auslandseinsatz befinden, vermisse ich natürlich meine Familie und meine Freunde, sogar einige meiner Kolleginnen und Kollegen. Wie alle anderen hoffe auch ich auf ein baldiges Leben ohne das Corona-Virus, dass meine Familie gesund bleibt und ich sie bald wieder in den Arm schließen kann.

Ich kann mir gut vorstellen, in zwei bis drei Jahren nochmals in den Libanon zu kommen, um zu sehen, ob all die Maßnahmen, die wir derzeit anschieben, auch umgesetzt wurden und zum Erfolg geführt haben. Das ist für mich eine spannende Frage und genau diesen Erfolg würde ich mir für die Menschen vor Ort und die libanesische Marine wünschen.

Autor: Bundeswehr/SZ