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Ein Pioniertaucher arbeitet mit einer Säge unter Wasser.
Zwei Taucherpioniere führen Schweißarbeiten unter Wasser durch.

Die Arbeit der Taucherpioniere ist Schwerstarbeit. Unter Wasser wird gesägt, gebohrt, geschweißt – meist mit hydraulischen Geräten.

Foto: © Bundeswehr

Sie überwinden Hindernisse und Minensperren. Sie bauen militärische Brücken. Sie beseitigen Trümmer und Barrikaden. An Land und im Wasser. Kurzum: sie sorgen dafür, dass es weitergeht, wo andere stehenbleiben müssen. Doch damit nicht genug – in den Einsatzländern bauen sie Feldlager auf, sie unterstützen bei Hochwassereinsätzen und beim Aufspüren von Sprengmitteln. Die Pioniere sind echte Alleskönner!

Eine Halle auf einer Plattform im Starnberger See mit einer Fähre, die davor angelegt hat.

Die Übungsplattform auf dem Starnberger See ist eine Art Lagerhalle für die Pioniertaucher während ihrer Trainingseinheiten.

Foto: © Bundeswehr

HANDWERK-PROFIS UNTER WASSER

Die Pioniertaucher sind echte Profis, wenn es darum geht, unter Wasser zu schweißen, zu sprengen, zu sägen, zu bohren und zu betonieren. Das alles lernen sie im Taucherausbildungszentrum der Bundeswehr am Starnberger See. Die Aufgaben der Pioniertaucher sind im zivilen Berufsleben vergleichbar mit denen eines Industrietauchers. „Alles, was die Pioniertruppe über Wasser macht, machen wir unter Wasser“, bringt Stephan, der Kommandant des Taucherausbildungszentrums es auf den Punkt. „Pioniertaucher sind Arbeitstaucher. Um die Tauchereinsatzfähigkeit zu erhalten, braucht es regelmäßige Übung. Diese Praxis bekommen Pioniertaucher und -taucherinnen der Bundeswehr bei uns“, erklärt er.

Auf einer Schwimmplattform ist das umfangreiche Material untergebracht. Es gibt beheizte Räume, denn getaucht wird das ganze Jahr, wenn die Bedingungen es zulassen und die sind nicht immer gemütlich. Auf der Plattform können bis zu 16 Taucher arbeiten, wobei sie bei ihren Tauchgängen immer mit einer Leine mit einer Kameradin oder einem Kameraden auf dem Floß verbunden sind. Zusätzlich gibt es eine Sprechfunkverbindung und einen Sicherungstaucher.

Ein Soldat hilft einem Taucher, die Ausrüstung anzulegen.

Nur, wenn alle gut zusammenarbeiten, ist das Team erfolgreich.

Foto: © Bundeswehr

TAUCHEN IST TEAMARBEIT
Gearbeitet wird in Zweier-Teams, jeweils ein Taucher und ein Leinenführer. „Taucher fertig zur Überprüfung“, meldet Sergej, nachdem er geholfen hat, seinem Kameraden die schwere Ausrüstung anzulegen. Der Tauchereinsatzleiter checkt alles ein weiteres Mal. „Dicht machen!“ heißt es dann – das bedeutet, er soll die Maske aufsetzen. Und dann: „Abtauchen!“ Mit Atemluft werden die Soldatinnen und Soldaten unter Wasser über einen Schlauch versorgt, der mit dem Arbeitsfloß verbunden ist. Die Pressluftflaschen auf dem Rücken sind nur für den Notfall. Der Leinenführer ist mit seinem Taucher ständig in Kontakt, behält vereinbarte Zeiten im Auge. „Taucher auf Grund“ kommt die Positionsmeldung über Funk.

Professionelles, konzentriertes Arbeiten ist wichtig, denn: „Tauchen ist gefährlich“, sagt Slavko, der Arzt, der beim Tieftauchen an Bord sein muss. „Es ist absolut notwendig, gewisse physikalische Grundsätze zu beachten“, mahnt er. Wer zum Beispiel länger mehr als 30 Meter tief im Wasser bleibt, kann einen Tiefenrausch bekommen. „Die möglichen Risiken muss man kennen und den Tauchgang, vor allem den Ab- und Aufstieg, entsprechend sorgfältig planen und gewissenhaft durchführen.“ Keine Angst vor dem Wasser aber genug Respekt ist gewünscht. Die Sicherheit der Taucher hat höchste Priorität. Um einen Taucher ins Wasser zu bringen, muss ein Tauchereinsatzleiter, ein Leinenführer, ein Sicherungstaucher, ein Taucherarztgehilfe vor Ort und ein Taucherarzt in Bereitschaft beziehungsweise bei besonders gefährlichen Taucheinsätzen anwesend sein. Falls es doch zu Problemen kommt, steht im Taucherausbildungszentrum eine Druckkammer bereit, um den Soldaten so rasch und gut wie möglich zu versorgen.

Pioniertaucher einer Übung im Hallenbad.

Pioniertaucher lernen im Schwimmbecken alles, was sie dann in ihrem Alltag brauchen – vom Ablegen der Geräte unter Wasser bis zum Auftauchen nach Abschluss ihres Auftrags.

Foto: © Bundeswehr

DIE AUSBILDUNG
Jeder wird zuerst Schwimmtaucher. Nach der Tauchergrundausbildung im Schwimmbecken kommen die Soldatinnen und Soldaten erstmals im Starnberger See ins Freiwasser. „Zur Ausbildung gehört auch das Strömungstauchen in einem Fluss“, erklärt Stephan, „dann fahren wir an die Isar oder die Loisach.“ Bei einer Wasserströmung in voller Montur zu arbeiten, nach Munition zu suchen, mit einem Schweißgerät oder einem Trennschleifer zu hantieren ist körperliche Schwerstarbeit. Die überwiegend hydraulikbetriebenen Werkzeuge – von der Säge bis zum Stahlbohrer - sind selbst im Wasser keine Leichtgewichte. Deshalb steht auch viel Sport auf dem Dienstplan.

Gemeinsam mit ihren Kameradinnen und Kameraden an Land machen die Pioniertaucher den Weg frei. Denn sie sind echte Alleskönner. In unserer Bildergalerie zeigen wir dir weitere Facetten der Pioniertruppe zu Wasser und zu Land.

Autor: Bundeswehr / AW

Die Pioniere der Bundeswehr im Einsatz