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Zwei Soldaten beobachten mehrere Fallschirmjäger in der Luft von einem Boot aus.
Fallschirmjäger Ben steht mit hochgestreckten Daumen vor einem Schild.“

Ben trägt seine Uniform und vor allem das Barett mit dem Abzeichen der Fallschirmjäger mit Stolz.

Foto: © Bundeswehr / Andreas Waag

„Einsatzbereit – Jederzeit – Weltweit“ – Dieses Motto begleitet uns in der Ausbildung, im Dienst und auch im Auslandseinsatz. Wir gelangen hauptsächlich über die Luft an unser Ziel. Dazu springen wir mit einem Fallschirm aus Flugzeugen oder werden mit Hubschraubern zum Einsatzort gebracht. Wir sind Fallschirmjäger.

Hallo, ich bin Ben und ich war die letzten acht Jahre bei den Fallschirmjägern. Zuletzt war ich Gruppenführer und es gehörte zu meinen Aufgaben, andere Soldatinnen und Soldaten zu führen und auszubilden. Fallschirmspringen ist eine ganz besondere Art des Transports. Wir Fallschirmjäger springen aus einer Höhe von ungefähr 400 Metern aus einem bis zu 240 km/h schnellen Luftfahrzeug dem Boden entgegen. Der allererste Sprung ist der schwerste, aber auch der aufregendste und ein großer Meilenstein im Leben einer Fallschirmjägerin bzw. eines Fallschirmjägers.

Mehrer Fallschirmjäger stehen mit erhobenen Armen in einer Reihe, um die richtige Haltung für die Landung zu üben.

Viele Stunden Training sind nötig, bis die Abläufe des Fallschirmsprungs verinnerlicht werden.

Foto: © Bundeswehr / Torsten Kraatz

Wochenlang wird darauf hin trainiert, bis wirklich jeder Handgriff sitzt. Sicherheit ist die oberste Priorität. Wie muss ich die Ausrüstung anlegen? Welche Haltung muss ich beim Sprung einnehmen? Wie führe ich die Landung sicher und verletzungsfrei durch? Alles wird so oft geübt, bis die Abläufe absolute Routine geworden sind.

Ein Fallschirmjäger steht an der Austrittsluke des Flugzeugs, ein weiterer wartet dahinter auf seinen Absprung.

Nur noch wenige Sekunden bis zum Absprung – da schnellt auch bei erfahrenen Fallschirmjägern der Puls in die Höhe.

Foto: © Bundeswehr / Maximilian Schulz

Und dann ist es soweit. Man sitzt mit seinen Kameradinnen und Kameraden im Flugzeug. Die Rotoren erzeugen einen ohren­betäuben­den Lärm, nach kurzer Flugzeit gehen die Türen auf und man erhascht einen ersten Blick auf den vorbei­schießenden Boden. Dann erfolgen die Komman­dos der Vorge­setzten und man spult die zuvor gelernten Abläufe ab. Jetzt gibt es nahezu kein Zurück mehr. Die Kameradinnen und Kameraden vor einem verlassen die Maschine und plötzlich steht man selbst an der Tür. In Bruchteilen von Sekunden überspringt man die Stufe und ist wenige Augenblicke später froh, wenn sich der Fallschirm über einem voll entfaltet hat. Jetzt heißt es Umschau halten, also gucken, ob einem andere Fallschirmjäger in der Luft in die Quere kommen; und ja, auch ein wenig den Ausblick genießen und stolz sein. Ich habe es geschafft. Ich bin gesprungen. Ein wahnsinniges Gefühl. Jetzt noch die Landung gut überstehen und dann hat man den ersten von vielen weiteren Sprüngen gemeistert. Ein Erlebnis, das für immer bleibt und das uns Fallschirmjäger verbindet.

Sehr viele Fallschirmjäger wurden aus einem Flugzeug abgesetzt und gleiten über einer Wiese.

Bei einem Einsatz werden in kurzen Abständen sehr viele Fallschirmjäger abgesetzt, um schnell vor Ort einsatzfähig zu sein.

Foto: © Bundeswehr / Marco Dorow

Am Boden angekommen, geht für uns der Auftrag erst richtig los. Wir sind als Spezialistinnen und Spezialisten für den infanteristischen Kampf, also den Kampf in der Regel ohne Panzer oder geschützte Fahrzeuge, im Wald oder in Ortschaften ausgebildet. Als Fallschirmjäger ist man folglich auch viel zu Fuß unterwegs, da man nach der Landung häufig erst noch ein bestimmtes Ziel erreichen muss. Zu unseren Aufgaben kann beispielsweise das Einnehmen eines Flugplatzes oder die Sicherung einer Brücke gehören. Dort sind wir idealerweise die ersten, die bei einem Auftrag zum Einsatz kommen. Wir kämpfen dann solange, bis unsere Verstärkung, meist gepanzerte Kampftruppen, eintrifft.

Zwei Fallschirmjäger in voller Ausrüstung und mit Gewehr im Anschlag betreten ein Haus.

Die Fallschirmjäger sind oft die ersten Kräfte vor Ort. Ihre Aufgabe ist es dann, die Umgebung zu sichern und zu verteidigen, bis die Verstärkung eintrifft.

Foto: © Bundeswehr / Marco Dorow

Für diesen Auftrag und aufgrund der langen Strecken, die wir mit viel Gepäck und Ausrüstung im Rucksack absolvieren, müssen Fallschirmjäger körperlich topfit sein. Mehrmals pro Woche steht daher Dienstsport auf dem Programm. Darüber hinaus trainieren und üben wir unsere militärischen Fertigkeiten regelmäßig in verschiedenen Einsatz­szenarien. Dazu gehören unter anderem Schießen sowie taktisches Vorgehen, Orien­tieren und Durch­schlagen im Gelände oder auch das Überleben im Wald.

Bei solchen Ausbildungsabschnitten bin ich als Ausbilder tätig, leite die Soldatinnen und Soldaten an und korrigiere sie, wenn sie Fehler machen. Die Ausbildung zur Gruppenführerin bzw. zum Gruppenführer bei den Fallschirmjägern ist sehr anspruchsvoll und dauert bis zu drei Jahre. Aber wenn es erstmal geschafft ist, ist meiner Meinung nach Fallschirmjäger der beste und aufregendste Job der Welt! Übrigens, nächste Woche zeigen wir dir noch weitere Eindrücke aus der Welt der Fallschirmjäger. Also bleib dran und entdecke die Bundeswehr mit uns!

Autor: Bundeswehr / BR