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Die Fahnen

DIE NATO - Sicherlich hast du den Begriff, insbesondere in den letzten Tagen, schon oft gehört. Aber wer oder was genau ist die NATO überhaupt und wofür stehen die 4 Buchstaben N, A, T und O?

Wir geben dir Antworten auf diese Fragen und klären, was die NATO macht bzw. wofür sie gegründet wurde.



NATO steht für North Atlantic Treaty Organization und heißt übersetzt ,,Organisation des Nordatlantikpakts“. Dieser Pakt, ein anderes Wort für ein Bündnis, basiert auf einem Vertrag und beinhaltet den Zusammenschluss von derzeit 30 Mitgliedsstaaten, die sich für Frieden und Freiheit einsetzen. Die NATO wurde bereits im Jahr 1949 kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Die USA, Kanada und zehn europäische Staaten haben sich damals zusammengeschlossen, um einen erneuten Krieg in Europa zu verhindern und sich gemeinsam vor einem Angriff zu schützen. Der Name der Organisation stammt übrigens daher, dass die Gründungsmitglieder aus Europa und Nordamerika durch den Nordatlantik getrennt sind. Über die Jahre traten dem Bündnis weitere Länder bei. Ein Beitritt erfolgt immer auf Wunsch des jeweiligen Landes und nach intensiven politischen Gesprächen aller Mitgliedsländer. Der Hauptsitz der NATO, das sogenannte Hauptquartier, befindet sich in Brüssel. Dort sind zivile und militärische Vertreterinnen und Vertreter aller Länder vor Ort, die sich beraten und über gemeinsame Maßnahmen entscheiden. 

Die NATO hat im Kern drei Hauptaufgaben: (1) Sie verteidigt ihre Mitgliedsstaaten. Bei einem Angriff auf ein Mitglied, leisten sich alle Länder gegenseitigen Beistand und Unterstützung. Diese Unterstützung kann dabei vielseitig sein und auch den Einsatz der eigenen Armee und Waffengewalt umfassen. Wichtig ist, dass es erst gar nicht zu einem Angriff kommt. Dafür sorgt die sogenannte Abschreckung. Durch die Demonstration militärischer Stärke sollen mögliche Angriffe auf das Bündnis im Keim erstickt werden. (2) Die NATO leistet  einen Beitrag zur internationalen Sicherheit und Stabilität. Sie bemüht sich Krisen im Vorfeld zu verhindern und unterstützt bei Bedarf in Konflikten, wie beispielsweise im Kosovo. (3) Als dritte Aufgabe hat sich die NATO zum Ziel gesetzt, durch Zusammenarbeit mit ca. 40 weiteren Partnern außerhalb des Bündnisses für mehr Sicherheit auf der Welt zu sorgen. Dabei finden z.B. gemeinsame Übungen statt, gegenseitige zivile und militärische Unterstützung und ein intensiver politischer Dialog. Die heutigen Herausforderungen können eben nur gemeinsam gelöst werden.


Die Bundeswehr leistet ihren Beitrag zur NRF unter anderem mit Gefechtsfahrzeugen und Hubschraubern.

Die Bundeswehr leistet ihren Beitrag zur NRF unter anderem mit Gefechtsfahrzeugen und Hubschraubern.

Für Krisenfälle hat die NATO seit fast 20 Jahren ihre schnelle Eingreiftruppe, die NATO Response Force, kurz NRF, mit etwa 50.000 Soldatinnen und Soldaten zur Verfügung. Die Mitgliedsländer sehen für diese gemeinsame Truppe militärisches Personal sowie Ausrüstung, Fahrzeuge, Flugzeuge und z.B. Schiffe vor. Bei Bedarf kann die Eingreiftruppe innerhalb kurzer Zeit an Land, zur See oder in der Luft in Krisengebieten weltweit eingesetzt werden. Einerseits kann sie zur Abwehr eines Angriffs auf einen Bündnispartner genutzt werden, oder auch im Rahmen von besonders schweren Naturkatastrophen helfen. Hierbei ist es wichtig, dass die verschiedenen Länder gut zusammenarbeiten können und dies immer wieder bei gemeinsamen Übungen trainieren. Ein wesentliches Prinzip ist dabei Transparenz. Die NATO kündigt ihre Übungen anderen Ländern im Vorfeld an und lädt Vertreterinnen und Vertreter hierzu ein. Dabei können sich diese Länder von der Einsatzbereitschaft, aber auch von der defensiven Ausrichtung des Verteidigungsbündnisses überzeugen.

Zuletzt hat die NATO Teile ihrer NRF aktiviert und an die östliche Grenze des Bündnisgebietes verlegt. Sie trifft weiterhin zahlreiche Maßnahmen, um den Schutz des Bündnisgebietes und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. 

Autor: Bundeswehr / MB