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Seefernaufklärer P-3C Orion

Ein Soldat guckt mit Hilfe einer Taschenlampe ins Innere des Triebwerks

Blick ins Innere des Triebwerks mit "Endoskopie"

Foto: ©Bundeswehr / Sascha Jonack

Triebwerker - "Internisten der Lüfte"

Auf dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz sind insgesamt acht Seefernaufklärer P-3C „Orion“ des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ stationiert. Vier Turbopropeller-Triebwerke mit je 4.600 PS sind das „Herz“ und bringen das 60 Tonnen schwere Flugzeug in die Luft. Die Triebwerksmechaniker der Technischen Staffel P-3C sorgen für den guten „Gesundheitszustand“ der Triebwerke. Warten und Instandsetzen gehört zu ihrem Alltag. Mitten auf dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz steht die riesige Flugzeugwerft: Die Heimat der P-3C „Orion“. Hier werden die grau glänzenden Marineflugzeuge in Schuss gehalten.


In einer großen Halle sind viele Flugzeugeinzelteile zu sehen

Flugzeugwerft der Seefernaufklärer

Foto: ©Bundeswehr / Sascha Jonack

Die Triebwerk-Werkstatt ist die größte in der Flugzeugwerft. Fünf zivile Facharbeiter, vierzehn Portepeeunteroffiziere, die alle Meisterarbeiten übernehmen, und fünfunddreißig Unteroffiziere, die Gesellenaufgaben verrichten, sind dabei. Die leistungsstarken Triebwerke der P-3C „Orion“ sind großen Belastungen ausgesetzt. Um bei diesen gewaltigen Kräften eine entsprechende Zuverlässigkeit sicherzustellen, müssen sie kontinuierlich inspiziert und gewartet werden. „Damit gewährleisten wir, dass sie über einen langen Zeitraum effizient und vor allem sicher funktionieren“, betont einer der Marinefliegertechniker.

 

Das gilt natürlich auch für andere fliegenden Verbände:

Oberfeldwebel Helen Scheffel an ihrem Arbeitsplatz

Oberfeldwebel Helen Scheffel an ihrem Arbeitsplatz

Foto: © Bundeswehr / Thiel

Oberfeldwebel Helene Scheffel leistet Dienst im Wartungsbereich der NH90 (Nato Helicopter 90) in Faßberg. In ihrer Funktion teilt sie das ihr unterstellte Wartungspersonal ein und ist für deren Weiterbildung und Professionalisierung verantwortlich. Sie steht mit den Luftfahrzeugnachprüfern und den anderen Fachgruppen in ständigem Kontakt und koordiniert somit maßgeblich den Störbehebungsablauf. Dabei behält sie die Arbeiten ihrer Wartungsmechaniker im Auge und sorgt dafür, dass immer genug Ersatzteile und Material für die anstehenden Arbeiten zur Verfügung stehen. Und wenn doch etwas fehlen sollte, ist es ihre Aufgabe, das benötigte Teil zu bestellen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt von Scheffels Arbeit ist die Meisterabnahme. Sobald ein Mechaniker die Arbeit in seinem zugeteilten Bereich abgeschlossen hat, überprüft der zuständige Flugtechnikmeister diesen Schritt. Nicht selten kommt es vor, dass ein Luftfahrzeugnachprüfer die Arbeiten zusätzlich testen muss. Sobald alles korrekt abgenommen wurde, ist die Maschine wieder bereit für den Flugdienst. Diese Vorgehensweise dient der Sicherung einer hohen Qualität. „Durch unsere Aufgaben trägt jeder von uns große Verantwortung, oberste Priorität hat die Flugsicherheit. Mit einem Fahrzeug kann man bei einer Panne sofort anhalten, bei einem Fluggerät geht das natürlich nicht”, erklärt Scheffel.

Zurück zur "Orion":

auf einer Armatur steht ein Klarsichtbehälter mit einem Winkelmesser

Überprüfung des Sprühwinkels der Kraftstoffdüsen

Foto: ©Bundeswehr / Sascha Jonack

Die „Orions“ werden kontinuierlich begutachtet. So wird nach jedem Einsatzflug eine visuelle Inspektion durchgeführt. Bei dieser "oberflächlichen" Inspektion wird geschaut, ob Leckagen oder Beschädigungen mit dem bloßen Auge zu erkennen sind. Bei größeren Inspektionsphasen wird jedoch weitreichender kontrolliert. Vergleichbar mit einer Kniespiegelung kann mit Hilfe von endoskopischen Sonden der Einblick ins Innere der Triebwerke gewährleistet werden. Jedes Detail wird ganz penibel überprüft. „Brennkammern, Kompressor und Turbine – hier können wir ins „Herz“ schauen“, erklärt Triebwerksmeister Oberbootsmann Sven Polifka. Eine Endoskopie wird immer nach dem Mehraugenprinzip, mindestens zu zweit, vorgenommen: „Auf dem Monitor können wir alle Schäden oder Risse erkennen und bewerten zusammen mit der Triebwerk-Prüffgruppe, ob eine Reparatur ansteht.“


Autor: Sascha Jonack