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Die Grundausbildung - kurz GA.
Der erste Tag der Grundausbildung.

Der erste Tag der Grundausbildung.

Foto: © Bundeswehr / Sebastian Wilke

Die Grundausbildung

Jede Soldatin und jeder Soldat hat sie zu durchlaufen, egal ob es nur in den freiwilligen Wehrdienst geht oder ob eine Anstellung als Zeitsoldat bevorsteht. Und alle Soldatinnen und Soldaten, die heute General oder Admiral sind, haben sie bereits absolviert: die Grundausbildung, kurz GA.


Das taktische Zeichen für: Alles Halt!

Das taktische Zeichen für: Alles Halt!

Foto: © Bundeswehr / Detmar Modes

Anstrengend, aber eine schöne Zeit

Viele Gerüchte ranken sich um diesen wichtigen Ausbildungsabschnitt. Von kilometerlangen Märschen, tagelangen Geländeausbildungen, strengen Vorgesetzten und sinnlosem Drill ist die Rede. Erstaunlich ist aber, dass die meisten Soldatinnen und Soldaten rückblickend sagen, die GA war die schönste Zeit bei der Bundeswehr. Viele waren zum ersten Mal für längere Zeit von zu Hause weg. Viele haben dort erstmals erfahren, was Kameradschaft bedeutet, und bei nicht wenigen sind Freundschaften entstanden, die die weitere Dienstzeit prägten und ein Leben lang halten.


Die Rekruten lernen Bewegungsarten im Gelände.

Die Rekruten lernen Bewegungsarten im Gelände.

Foto: © Bundeswehr / Jane Schmidt

Für alle Soldaten gleich

Die dreimonatige GA ist für alle Soldatinnen und Soldaten der Streitkräfte grundsätzlich gleich konzipiert. Ein geringer Ausbildungsanteil bleibt den speziellen Bedürfnissen der Teilstreitkraft (Heer, Luftwaffe, Marine) und Organisationsbereiche (Streitkräftebasis, Sanitätsdienst) vorbehalten. Im Sanitätsdienst erlaubt der Status als „Nicht-Kombattant“ den Verzicht auf Teile der Gefechts- und Waffen-/Schießausbildung. Die GA dauert hier zwei Monate. Die gewonnene Zeit wird mit der Ausbildung von Sanitätsgrundlagen genutzt. In der Marine trifft die GA in der Form wie beim Heer und bei der Luftwaffe im Wesentlichen nur für Soldatinnen und Soldaten des Marinesicherungsdienstes zu. Für Soldaten anderer Verwendungsreihen erfolgt sie in der Regel kombiniert: je sechs Wochen allgemeinmilitärische und marinespezifische Ausbildungsinhalte.

Die GA ist die Grundlage für die weitere Ausbildung bei der Bundeswehr. Es werden schon wesentliche Voraussetzungen für die spätere Ausbildung zum Unteroffizier und Offizier gelegt und es wird auch bereits zielgerichtet für einen möglichen Einsatz außerhalb Deutschlands ausgebildet.


Die Sanitätsausbildung der Rekruten.

Die Sanitätsausbildung der Rekruten.

Foto: © Bundeswehr / Christian Rödel

5 Schwerpunkte bestimmen die Ausbildung:

  • Soldatische Grundfertigkeiten für den Einsatz
  • Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Robustheit
  • Waffen-, Schieß- und Wachausbildung
  • Grundlagen des Sanitätsdienstes
  • Innere Führung, Recht und Soldatische Ordnung


Dabei werden grundsätzlich unterschieden:

  • Die "Zentral vorgegebene Ausbildung" mit z.B. Sport, Politische Bildung, Wehrrecht.
  • Die "Allgemeine Militärische Ausbildung" mit z.B. Gefechtsdienst, Schießen mit Handwaffen, Wachausbildung.
  • Die "Basisausbildung" einsatzvorbereitende Ausbildung im Rahmen von Konfliktverhütung und Krisenbewältigung (EAKK) im Rahmen landgestützter Einsätze. Dieses Programm dient der Vermittlung von erforderlichen Grundkenntnissen und Grundfertigkeiten für einen möglichen Einsatz im Rahmen internationaler Friedensmissionen. Den größten Anteil an dieser Ausbildung nehmen der einsatzbezogene Gefechtsdienst und die Waffen- und Schießausbildung ein. Dabei liegt beim einsatzbezogenen Gefechtsdienst der Schwerpunkt der Ausbildung in den Bereichen Sicherung und Verhalten bei Bedrohung durch Landminen.


Soldaten in Sportkleidung.

Soldatinnen und Soldaten müssen körperlich fit sein.

Foto: © Bundeswehr / Detmar Modes

Wie sieht das nun konkret in der GA aus?

Hier einige Beispiele: Ein wesentlicher Schwerpunkt ist der Erhalt und die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit der Rekruten, denn ausreichende Kondition wird nicht nur beim Sport, sondern auch beim Gefechtsdienst benötigt. Auch wenn der heutige Fortschritt viele körperliche Anstrengungen erspart, ist körperliche Fitness nach wie vor eine Grundvoraussetzung für den Dienst in den Streitkräften. So kommen sportliche Soldaten mit extremen klimatischen Verhältnissen, wie sie im Rahmen der Auslandseinsätze vorkommen können, wesentlich besser zu recht. Um zu ermitteln, inwieweit sich die körperliche Leistungsfähigkeit im Laufe der GA verbessert hat, wird in der ersten Dienstwoche und am Ende der Ausbildung ein Basis-Fitness-Test durchgeführt. Die Ergebnisse werden dann verglichen.


Eine Gruppe Soldaten in Flecktarnuniform im Gelände.

Durchhalten im BIWAK.

Foto: © Bundeswehr / Detmar Modes

Am Ende nochmal alles geben

Im Gefechtsdienst hat das Thema „Sicherung“ besondere Bedeutung. Hier hat der Rekrut am Ende der GA die Grundaufgaben „Streife zu Fuß“ und „Alarmposten“ einschließlich der Aufgaben als Kontrollposten zu beherrschen. Ein weiteres Ausbildungsgebiet ist der Pionierdienst aller Truppen. Hier werden die Themen „Erkennen der Gefährdung durch Minen“, „Markieren von Minen“ und das „Anlegen von einfachen Sperren zur Sicherung eigener Stellungen und Einrichtungen“ vermittelt.

Während der GA werden zwei Übungslager von jeweils mindestens 48 Stunden durchgeführt. Die hier stattfindende Ausbildung bei Tag und Nacht führt die Rekruten häufig zum ersten Mal an die Belastungen des Einsatzes heran.

Ein wesentliches Ziel dieser Übungslager ist es auch, jedem Einzelnen die Bedeutung der kleinen Kampfgemeinschaft für sein eigenes Durchhaltevermögen zu verdeutlichen. Die gerade in diesen Belastungssituationen erfahrene Kameradschaft bleibt vielen für lange Zeit in positiver Erinnerung. Es kommt also auf das Mitwirken des Einzelnen in seinem Team an.