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Mit allen Wassern gewaschen - Feuerwehrmann bei der Bundeswehr

Feuerwehrfrau bzw. Feuerwehrmann – das ist der Traumberuf vieler Jugendlicher. Tim hat sich diesen Traum erfüllt. Der 31-jährige sorgt bei der Bundeswehr-Flughafenfeuerwehr in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn dafür, dass niemand im Flugzeug oder auf dem Flugfeld zu Schaden kommt.



Zu Tim's Aufgaben gehört es auch die Einsatzbereitschaft der Ausrüstung zu kontrollieren

Zu Tim's Aufgaben gehört es auch die Einsatzbereitschaft der Ausrüstung zu kontrollieren

Foto: © Bundeswehr/Weber

Mein Name ist Tim und ich bin Brandinspektor im militärischen Bereich des Flughafen Köln/Bonn. Als Brandinspektor gehöre ich zum gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst und bin damit Beamter. In Köln/Bonn bin ich als Wachabteilungsleiter und stellvertretender Leiter der Feuerwache eingesetzt. Mein Hauptauftrag ist ganz klar das Feuerlöschen und das in Übung halten; von mir und natürlich auch von meinem Team. Dafür koordiniere ich auch die Weiterbildungen innerhalb des Teams. Zudem schreibe ich auch die Dienst- und Einsatzpläne für meine etwa 100 Kollegen.

Wir haben hier in Köln einen 24-Stunden-Schichtdienst; das bedeutet, dass ich etwa 10 Mal im Monat Dienst habe – die anderen Tage sind der Ausgleich für die langen Schichten. Für mich und meine Familie ist das perfekt oder moderner gesagt: die Work-Life-Balance stimmt.

„Im Einsatz führe ich die mir unterstellten Kräfte. Komplexe Problemlösungen, welche in kürzester Zeit mit den mir zu Verfügung stehenden Mitteln erbracht werden müssen, stellen einen ganz besonderen Reiz meiner Tätigkeit dar.“

Die meisten meiner Kollegen sind über die freiwillige Feuerwehr zu uns gekommen. Ich selbst habe schon früh beim Wasserrettungsdienst der „Deutschen Lebensrettungsgesellschaft“ (DLRG) angefangen und oft mit den Rettungskräften der Feuerwehren und der Polizei zusammengearbeitet. Dadurch wurde mein Interesse für die Feuerwehr als Arbeitsgeber geweckt.

Zunächst habe ich aber nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung als Elektroinstallateur gemacht. Da ich dadurch auch mein Fachabitur erhalten habe, konnte ich mich im Anschluss an der TH Köln, damals noch FH Köln, in den Studiengang „Rescue Engineering“ einschreiben. Zu Ende des Studiums bewarb ich mich dann bei der Bundeswehr auf eine Online-Stellenanzeige und wurde angenommen. Damals musste ich noch eine 36-monatige Ausbildung am Zentrum für Brandschutz der Bundeswehr und am Institut der Feuerwehr in Heyrothsberge absolvieren; heute dauert diese Ausbildung 24 Monate. Praktische Erfahrungen konnte ich damals während den Pflichtpraktika an verschiedenen Standorten in ganz Deutschland machen – eine sehr interessante Zeit, bei der ich auch mal „über den Tellerand“ hinausblicken konnte.

Tim bereitet sich auf seine Arbeit vor

Tim bereitet sich auf seine Arbeit vor

Foto: © Bundeswehr/Weber

Ein typischer Tagesablauf fängt in unserer Wache um 0700 Uhr mit dem Schichtwechsel an. Dann kommt die ganze Wachmannschaft zusammen und wir verteilen die Fahrzeuge und gehen den Tagesablauf durch. Danach überprüfe ich mein eigenes Fahrzeug auf Schäden oder andere Auffälligkeiten. Wenn das erledigt ist, folgt für mich die Schreibtischarbeit und Dienstaufsicht. Ab etwa 17:00 Uhr steht Dienstsport auf dem Plan. Das ist sehr wichtig für uns als Feuerwehr, denn unsere Ausrüstung ist schwer und wir müssen unter großer körperlicher Belastung arbeiten. Um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können, trainieren wir regelmäßig. Ab 18:30 beginnt dann die Bereitschaftszeit für alle bis zum nächsten Morgen.

Wir leisten nicht ausschließlich auf dem militärischen Bereich des Flughafens Dienst, sondern unterstützen auch die Feuerwehr im zivilen Bereich, sodass sehr oft bei einem Vorfall außerhalb des Flughafens sowohl militärische als auch zivile Feuerwehrkräfte am Einsatzort zusammenarbeiten. Zudem kommen noch Großschadensfälle dazu, wie kürzlich der Großbrand in einem Wald bei Gummersbach. Hier war eine ganze Ortschaft und ein Großbauernhof von den Flammen bedroht. Aber mit Hilfe von 650 weiteren Einsatzkräften konnten wir den Brand, der eine ganze Woche wütete, unter Kontrolle bringen, sodass niemand zu Schaden gekommen ist.

Ich arbeite in einem großartigen Team, das sich gegenseitig unterstützt und ermutigt, auch mal Neues zu versuchen.“

Besonders bei der Bundeswehrfeuerwehr ist, dass man sich immer weiterentwickeln kann und wir über technische Möglichkeiten verfügen, die in anderen Feuerwehren in Gänze so nicht abgebildet werden können. Wir haben zwar nicht die Einsatzzahlen wie eine zivile Feuerwehr, aber auch wir leisten unseren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr und zur Sicherheit der Bevölkerung am und außerhalb des Flughafens.


Autor: Tim Hall