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Diensthund Dexter soll Minenspürhund werden.

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Foto: © Bundeswehr / Braun

Diensthund Dexter soll Minenspürhund werden.

Diensthund Dexter soll Minenspürhund werden.

Foto: © Bundeswehr / Braun

Teil 1: Ich bin Dexter!

Hallo zusammen! Als reinrassiger Chesapeake-Bay-Retriever soll ich nach meiner Ausbildung bei der Bundeswehr Dienst als Minenspürhund leisten. Wegen meiner einzigartigen sensorischen Fähigkeiten bin ich als robuster, mobiler Biosensor ein effektiver und schneller „force multiplier“ für die Truppe.

Ich bin am 01.06.2015 mit meinen sechs Geschwistern in der Nähe von Dresden auf die Welt gekommen. Meine Mama „Scopie“ hat uns Rasselbande ganz gut hin bekommen. Meine Rasse kommt aus den USA. Eigentlich sind wir super Jagdhunde, mit einem feinen Näschen ausgestattet und äußerst selbstständig.

Vielleicht sind wir manchmal etwas eigensinnig, aber uns „Chessies“ wird nachgesagt, dass wir echte „Workaholics“ sind und es lieben, zu lernen und zu arbeiten. Diesen Drang spüre ich auch in mir, obwohl ich ja noch so klein bin! Gestern bin ich auf die große Reise in die Eifel zur Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr gegangen, wo ich einen super Job bekomme und in ein neues Zuhause einziehe.


Diensthund Dexter auf dem Untersuchungstisch der Veterinärin.

Man checkt mich durch.

Foto: © Bundeswehr / Braun

Mit meinem neuen „Buddy“ beim Tierarzt

Die Tierärztin sagt, dass man mich aus einer ganz tollen Zuchtlinie ausgesucht hat. Keine Ahnung, was das heißt, aber die ist total nett, trägt so lustige grün-braun-schwarz gesprenkelte Klamotten und hat mir beim Eingangscheck in der Diensthundeklinik Leckerchen zugesteckt.

Mein neuer „Buddy“ heißt Michael Bladt, trägt auch diese komischen Klamotten. Er bildet in meinem neuen Zuhause – die sagen alle Einheit dazu – Minenspürhunde aus. Das soll ich auch werden. Spannend! Ich lebe jetzt mit Michael und seiner Familie in der Eifel und finde es toll, dass hier gerade Schulferien sind!

Diensthund Dexter als Welpe mit seinem Hundeführer Michael Bladt.

Das bin ich mit meinem "Buddy", Michael Bladt.

Foto: © Bundeswehr / Braun

Meine ersten Wochen in der neuen Familie

So beginnt meine neue Arbeit erstmal mit 3 Wochen Urlaub! Ich kann ausgiebig mit den beiden Mädels und der Mama kuscheln und der Boss hat mir versprochen, dass er mir die ganze Gegend zeigt und viel mit mir übt. Er ist mein Hörsaalleiter, was wohl sowas wie Lehrer ist.

Ich soll nämlich mal was ganz tolles können wenn ich groß bin. Minen und Sprengstoff soll ich aufspüren mit meiner Nase. Da freue ich mich schon drauf, denn riechen kann ich jetzt schon richtig super gut! Wenn ich meinem Buddy und den anderen Soldaten helfen darf, macht das bestimmt viel Spaß. Es wird zwar harte Arbeit auf mich zukommen, aber ich bin mir sicher, dass ich das alles schaffen werde, damit ich als Minenspürhund auch ein verlässlicher Teampartner werde! Und groß werde ich sowieso – das steht fest!

Ich bin der angehende Minenspürhund „Dexter“.

Ich bin der angehende Minenspürhund „Dexter“.

Foto: © Bundeswehr / Wey

Teil 2: Dexter auf dem besten Wege

„Hallo zusammen! Da bin ich wieder – Euer Dexter!“ Zwei Monate bin ich nun schon an der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr. Mein Buddy Michael hat mir schon ganz ganz viel beigebracht. Was, das will ich Euch berichten.

Mein Boss hat sein Versprechen gehalten und wir haben erstmal richtig schön Urlaub gemacht. Hier habe ich die Familie, mein neues Frauchen und die Mädels, kennengelernt. Ich kann euch sagen: ich bin genau da angekommen, wo ich hingehöre und fühle mich total wohl!


Wir haben so viel gespielt, gekuschelt und ganz tolle Tagesausflüge unternommen. Der Michael hat mir erklärt, dass es sehr wichtig ist, mich von Anfang an mit den verschiedensten Situationen und Umgebungen vertraut zu machen! Ich bin grade nämlich in einer super wichtigen Phase, die man Sozialisierung nennt: ich lerne blitzschnell und kann mir das auch gut merken! Und dabei darf ich nicht überfordert werden, sagt der Boss, weshalb das „chillen“ bei Mama auf dem Sofa auch nicht zu kurz kommt!

Ich mogel mich auf den Schoß von Frau Oberstabsveterinär.

Ich mogel mich auf den Schoß von Frau Oberstabsveterinär.

Foto: © Bundeswehr / Diederich

Die erste Dienstreise

Nach unserem Urlaub ging´s mit meinem Buddy direkt auf meine erste richtige Dienstreise. Ich habe meine großen Kameraden in Münchsmünster besucht. Das ist bei Ingolstadt und hier ist der Minenspürhundezug, der zum Zentrum für Kampfmittelbeseitigung gehört, stationiert. Danach haben wir mit zwei erfahrenen Diensthundeteams der Schule an den „International Training Days“ für Kampfmittelspürhunde in Beauvechain, Belgien teilgenommen. Erste Sahne, echt! Später, wenn ich top ausgebildet und groß bin, kann ich da hoffentlich mithalten. Ich fang jetzt aber erstmal an! Zurzeit lerne ich Eifler Landwurst bekomme, wenn ich was richtig mache! Ich liebe das Zeug! Das macht echt viel Spaß. Ansonsten legen wir natürlich ganz normale Schmuse-, Tobe- und Knuddeleinheiten ein.

Die Welpen der Diensthundeschule spielen miteinander.

Welpenparty!

Foto: © Bundeswehr / Wey

Welpenparty!

Auf dem Familienfest der Schule für Diensthundewesen konnte ich mich mit allen bekannt machen. Die neue Einheit ist einfach nur cool! So viele zwei- und vierbeinige Kameraden sind da und alle total nett! Ich bin auch einfach mal auf den Schoß meiner Lieblingstierärztin gekrochen und habe dafür auch noch die Ohren gekrault bekommen.

Richtig cool war auch die Welpenparty mit meiner Crew. Die Jungs und Mädels vom E-Wurf „von der Bundeswehr“ sind ne´ ganz schöne Rasselbande, alles Geschwister - die halten zusammen kann ich euch sagen! Mein neuer Kumpel Lennox, ein Field Trial Working Cocker Spaniel und ich haben erstmal richtig Gas gegeben und den Schäferhunden gezeigt, wo der Hammer hängt! Wir haben getobt und verstehen uns prima!

Mein erstes Antreten.

Mein erstes Antreten.

Foto: © Bundeswehr / Diederich

Das erste Antreten

Ganz aufgeregt war ich bei meinem ersten Antreten. Hier standen alle Angehörigen der Schule ganz ordentlich und still da und die Kommandeurin hat einen Kameraden befördert! Das waren wirklich viele Leute und aus jeder Hosentasche duftete es nach Leckerchen, weshalb ich so meine Schwierigkeiten mit dem still sitzen bleiben hatte! Schließlich habe ich ja eine richtig gute Spürnase! Mit der Zeit wird das aber sicher besser und eins steht fest: groß werde ich sowieso!

Lest weiter unten in Teil 3, wie es weitergeht!

Euer Dexter

Ein Portraitfoto von Diensthund Dexter im Alter von 6 Monaten.

Auf diesem Foto bin ich schon 6 Monate alt.

Foto: © Bundeswehr / Wey

Teil 3: Dexters Diary

Hallo zusammen! Da bin ich wieder, Euer Dexter! Im neuen Jahr will ich euch mal berichten, was mein Buddy Michael und ich seit dem letzten Mal so erlebt haben.

Kennt ihr das? Da wachste morgens auf und irgendwas ist anders! Ich neige ja nicht dazu, öfter´ne dicke Lippe zu riskieren, aber Michael hat mich nur angeschaut und gesagt: „Au Backe!“ Mein Zahnfleisch war geschwollen und hat sich ganz komisch angefühlt. Ich hätte am liebsten alles angekaut, was so im Schuhregal von Frauchen zur Verfügung steht! Kannste machen, ist aber verboten!


Michael hat mir erklärt, was los ist! Genau wie Menschenkinder haben wir nämlich auch Milchzähne, die einem Erwachsenengebiss weichen. Das ist ganz normal! Jetzt musste ich also die 28 Milchzähne loswerden und meine blitzweißen, kräftigen bleibenden Zähne, 42 an der Zahl, durchschieben. Die Mädels haben mir erzählt, dass die Zahnfee ausgefallene Milchzähne gegen kleine Überraschungen eintauscht. Ich hab ja erst gedacht, die verkohlen mich, dann hab ich aber doch einen Zahn unter mein Kissen gepackt und am nächsten Morgen lag da ein Kauknochen. Super zum drauf rumknautschen und das tut beim Zahnwechsel gut!


Diensthund Dexter schleckt der Tierärztin bei der veterinärmedizinischen Untersuchung über das Gesicht.

Ich kuschel bei der veterinärmedizinischen Untersuchung mit meiner Lieblingstierärztin.

Foto: © Bundeswehr / Wey

Die 6-Monats-Untersuchung

Aufregend war auch meine 6-Monats-Untersuchung. Alle Hunde aus der eigenen Aufzucht der Schule für Diensthundewesen müssen mit sechs Monaten eine erste, umfangreiche veterinärmedizinische Untersuchung durchlaufen. Das machen wir hier so, damit die künftigen Diensthunde die hohen Qualitätskriterien erfüllen können und wir möglichst frühzeitig eine erste Bestandsaufnahme haben. Aus mir soll ja schließlich später mal ein „force multiplier“ für die Truppe werden! Meinen Besuch in der Diensthundeklinik hab ich natürlich wieder schamlos ausgenutzt, um mit meiner Lieblingstierärztin zu kuscheln und zu schäkern.

Bei Frau Oberstabsveterinär auf dem Untersuchungstisch gebe ich mir immer besonders viel Mühe, brav und ruhig zu sein. Ich bin sogar in Narkose gelegt und geröntgt worden. Unsere Tierärzte schauen da, ob sich Hüften, Ellbogen und die Wirbelsäule altersentsprechend entwickeln. Ich kann euch sagen, so eine Narkose fühlt sich schon komisch an. Ich bin plötzlich müde geworden, so dass ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte und in Michaels Armen tief eingeschlafen bin. Der Boss hat natürlich gegrinst und gesagt, ich hätte wohl ein Schnäpschen zu viel gehabt.

Ich bin jetzt ein halbes Jahr alt und ein kerngesunder, wohlproportionierter, kräftiger Junghund! Das sagt auch die Kommandeurin der Schule für Diensthundewesen und das ist ja wohl mal ein Megakompliment! Ich wär fast geplatzt vor Stolz!

Diensthund Dexter und sein Hundeführer beim Klickertraining.

Klickertraining ist toll!

Foto: © Bundeswehr / Braun

Klickertraining!

Ansonsten sind mein Buddy und ich wirklich fleißig! Wir machen gerade Klickertraining: das muss ich euch mal erklären! Klickern ist eine Methode, womit der Micha mir beibringt, was richtig ist und das wird jedes Mal blitzschnell belohnt. Ich kann nämlich nur ganz wenige Sekunden lang mein richtiges Verhalten mit seiner belohnenden Reaktion verknüpfen. Aber mein Buddy ist da echt fix, ist ja schließlich auch ein Profi! Ich habe gelernt, dass das Klicken kein Geräusch wie jedes andere ist, sondern dass es immer mit einer Belohnung verknüpft ist. Über meine Vorliebe für Eifler Landwurst hab ich ja schon berichtet! Das Verknüpfen nennt man „Konditionierung“ und nun nutzt der Boss den Klicker auch bei der Stoffeingabe. Dabei macht es bei mir „klick“, wenn ich Explosivstoffe erschnüffele.

Ich muss da immer ganz schön mitdenken und an den Aufgabenlösungen mitarbeiten, aber vor allem macht es super viel Spaß! Der Micha sagt immer, dass hier voll meine „Chessie“-Gene durchkommen, eben ein echter „workaholic“!

In Teil 4 bin ich schon fast erwachsen! Seht selbst, wie es weitergeht:

Dexter mit einem Spielzeughasen.

Bald ist Ostern, aber irgendwas stimmt mit Hasi nicht!

Foto: © Bundeswehr

Teil 4: Da bin ich wieder!

In den letzten drei Monaten hat sich so viel ereignet, dass ich kaum zum Schreiben gekommen bin. Aber heute ist draußen ein Mega-Eifel-Sauwetter, so dass man keinen Hund vor die Tür jagt. Nicht das mich das stören würde! Wir Chessies sind ja durch unsere dichte Unterwolle sehr wetterharte Hunde und können auch bei Schnee und Eiswasser eingesetzt werden! Aber die Zweibeiner haben es sich im Warmen gemütlich gemacht und deshalb ist mal etwas Luft, euch das Neuste zu erzählen.


Mein Buddy Michael und ich üben zurzeit Spürarbeit nach dem Safe-Line-Prinzip und das geht so: Micha führt mich entlang eines auf dem Boden ausgelegten Seils, er auf der „sicheren“ Seite und ich bearbeite den Suchstreifen auf der anderen Seite.


Dexter wird bei der Arbeit an der sogenannten Safe-Line geführt.

Meine Arbeit an der Safe-Line.

Foto: © Bundeswehr / Wey

Ich muss Kong finden

Jetzt am Anfang ist da irgendwo im Boden ein Stückchen von meinem Spielzeug, einem Kong, versteckt. Blöderweise immer an unterschiedlichen Stellen, so dass ich sauber und konzentriert mit der Nase auf dem Boden spüren muss. Wenn ich das bekannte Duftfeld gefunden habe, kommt das von mir geliebte Klickgeräusch und meine Belohnung! Wir haben aus ernährungstechnischen Aspekten von der Eifler Landwurst auf das Spielen mit dem großen Kong - meinem absoluten Lieblingsspielzeug- als Belohnung umgestellt und das fetzt voll! Nicht, dass ich das von der Figur her als sportlicher Typ nötig gehabt hätte! Aber Micha meint, mit Spielen bestätigt zu werden, steht mir wildem Halbstarken doch besser zu Gesicht.

Zeige ich im Suchstreifen nichts an, kann das Seil um eine „Dexter-Breite“ verschoben werden und es geht von vorne los. Später, wenn ich mit allen Explosivstoffen voll fit bin, liegt da natürlich kein Spielzeug mehr rum, sondern echte Minen!


Zur Belohnung spielt Micha mit Dexter und seinem Spielzeug.

Zur Belohnung spielt Micha mit mir und meinem Kong.

Foto: © Bundeswehr / Wey

Bester Geruchssinn

Alle anderen Lehrgangsteilnehmer des Minenspürhundführerlehrgangs müssen das Safe-Line-Prinzip mit ihren Diensthunden, übrigens alles Mädels, auch üben. Ich darf aber immer der Erste sein, da ich der Jüngste und der „Hahn im Korb“ bin, und natürlich weil mein Buddy der Ausbilder ist. Wir trainieren das an wechselnden Orten mit verschiedenen Untergründen und auch schon mit Ablenkungen, wie zum Beispiel vorbeifahrenden Autos. Letztens hat sogar jemand geschossen, das war plötzlich total laut! Aber ich hab mich nicht aus der Ruhe bringen lassen und das Kongstück trotzdem gefunden. Ein weiterer Schritt zum Vollprofi, sagt der Micha und der muss es ja wissen.

Mir fällt die „Nasenarbeit“ halt total leicht! Wenn ich schnüffele, wird nämlich ein kleiner Teil meiner Atemluft, in der die Geruchsmoleküle rumschwirren, durch eine kleine Schleimhautfalte in meiner Nase in eine blind endende Nebenhöhle umgeleitet, die voller hochspezialisierter Riechzellen ist. Da docken diese kleinen Geruchsteilchen dann an und die Info wird blitzschnell an mein Gehirn weitergeleitet und verarbeitet. Wusstet ihr, dass wir Hunde -je nach Länge unserer Nase- bis zu dreihundert Millionen von diesen Riechzellen haben können, unsere Riechschleimhautfläche fünfzigmal und unser Riechhirn zehnmal größer ist als beim Menschen? Das hatten wir neulich im Unterricht beim Truppenfachlehrer! Micha sagt, dass ich deshalb auch geringe Konzentrationen von Gerüchen erfassen, sie mir gut merken und sie auch unterscheiden kann! So klappt`s dann auch mit dem Minenspüren! Ich find das einfach stark, aber da muss echt was dran sein! Micha riecht nämlich den Marktstand vom Metzger nicht, bis er fast direkt davor steht, während mir die leichte, fleischige Räuchernote der Eifler Landwurst schon einen Kilometer vorher eine ordentliche Sabberschnute verpasst.

Bei der Junghundbesichtigung.

Bei der Junghundbesichtigung.

Foto: © Bundeswehr

Sichtung

Letzte Woche war meine Junghundesichtung. Da kommt ein Prüfer/Fachgutachter und überprüft, wie ich mich in verschiedenen Umweltsituationen verhalte, wie es um meinen Gehorsam, meinen Spieltrieb und mein Spürverhalten steht. Ich sag euch ehrlich, so´n bißchen ging mir vorher schon die Düse, aber ich war ja top vorbereitet! Zum Glück hat das Herr Fischbach, ich darf ihn „Fischi“ nennen, geprüft. Der fordert echt viel, ist aber super fair! Da musste ich zum Beispiel auf einen Tisch springen und auf eine Couch, also Dinge die zu Hause voll tabu sind. Danach sollte ich mein Lieblingsspielzeug aus einem Waschbecken, von einem Regal und aus einer Grube holen. Bei der nächsten Sache war ich etwas unsicher, aber ich hab´s natürlich hingekriegt.

Der Diensthund Dexter im Alter von neun Monaten.

Dexter mit neun Monaten.

Foto: © Bundeswehr / Wey


Zuerst Treppen rauf und runter: easy. Aber dann kam die Treppe, wo ich durchgucken kann. Das war am Anfang nicht so mein Ding, hat dann aber super geklappt. Ich bin ja schließlich ein Chessie und kein Weich… - oh, darf man das eigentlich öffentlich sagen? Als nächstes durfte ich zeigen, wie gut ich schon auf die Kommandos „Sitz“ und „Platz“ höre und zum Schluss wurde mein Spielzeug an einem Auto versteckt. Eigentlich ist das ja nicht mein Job, da ich als angehender Minenspürhund nur für die Bearbeitung von Erdanlagen zuständig bin, aber es lief wie am Schnürchen. Die Sichtung ist ganz schön fordernd gewesen und ich war danach platt wie `ne Flunder! Nach einem kleinen Schläfchen in Micha´s Büro, hab ich mich zu Hause erstmal ordentlich feiern und verwöhnen lassen.

Der Minenspürhundführerlehrgang in Schweden.

Der Minenspürhundführerlehrgang in Schweden.

Foto: © Bundeswehr

Teil 5: Hej! här är återigen din Dexter

Verstehst du auf einmal nur noch Schwedisch? Das liegt daran, dass ich mich diesmal aus dem wunderschönen, herbstlichen Schweden melde! Das war echt eine lange Reise, die uns von Ulmen an das „Swedish Armed Forces Dog Training Center“ (auf schwedisch: „Försvarsmaktens hundtjänstenhet“) nach Märsta geführt hat. Ich bin mit meinem Buddy Micha hierhin gefahren, um in meiner Ausbildung zum Minenspürhund auch unter anderen Umgebungsbedingungen zu trainieren.


Ich erschnüffel auch „schwedische Minen“.

Ich erschnüffel auch „schwedische Minen“.

Foto: © Bundeswehr

Übung in Schweden

Das Minenfeld, das uns das schwedische Diensthundezentrum immer zum Üben überlässt, ist ganz anders als bei uns. Die Bodenarten und der Bewuchs unterscheiden sich und die vielen unterschiedlichen Minen liegen dort zum Teil schon seit über 20 Jahren im Boden. Gar nicht so einfach, da noch ein paar bekannte Moleküle an der Oberfläche zu erschnüffeln. Aber Übung macht den Meister, sagt der Micha.

Die Landschaft hier ist einfach toll. Es gibt zahlreiche Seen und tiefe Wälder. Aber natürlich ist es nirgends so schön, wie in meiner geliebten Eifel. Und echt außergewöhnliche Tiere, die ich zu Hause noch nie gesehen habe, laufen hier auch rum. Mir ist da was passiert, das muss ich euch unbedingt erzählen. Da sind wir in aller Herrgottsfrühe auf unserer Gassirunde und ich kann Euch sagen, man staunt nicht schlecht, wenn beim Erledigen des Geschäfts auf einmal ein Elch vor einem steht. Wir haben dann mal vorsichtig den Rückzug angetreten, aber dieser massige Riesenhirsch mit seinem mächtigen Geweih hat sich glücklicherweise gar nicht für uns interessiert.

In meinen Diary konntet ihr ja schon lesen, was mir Micha schon alles beigebracht hat. Natürlich habe ich aber noch lange nicht ausgelernt! Ich bin mega-neugierig, freue mich über jede Abwechslung und bin super arbeitswillig, nur ehrlich gesagt: irgendwie läuft`s zur Zeit auch manchmal nicht so gut! Da stelle ich Michas Geduld hin und wieder schon auf eine harte Probe!

Wenn ich mal unkonzentriert bin, hilft ´ne Runde mit dem Kong.

Wenn ich mal unkonzentriert bin, hilft ´ne Runde mit dem Kong.

Foto: © Bundeswehr

Puber- was??

Meine Lieblingstierärztin sagt, dass ich gerade in der Buh.., Pups.. -ähh nee- PUBERTÄT bin und mein Gehirn einer Baustelle ähnelt. Ich fand diese Aussage echt beunruhigend, aber Doc Hartmann hat mir das natürlich genauer erklärt. In meinem Gehirn werden nämlich gerade neue Nervenzellen gebildet und verschaltet und was nicht mehr gebraucht wird, wird abgestoßen. Dabei weiß meine rechte Hirnhälfte manchmal nicht, was die Linke tut. Und mein emotionales Zentrum, der sogenannte „Mandelkern“, vergrößert sich in dieser Phase auch, so dass ich intensiver auf Reize reagiere. Bei meinem Job kann ich jetzt aber schlecht sagen: „Hört mal, Freunde! Klappt grad nicht so gut, mein Mandelkern wächst!“ Der Micha weiß das aber alles, ist bei der Arbeit mit mir ganz geduldig und dosiert die Ausbildung gut. Frau Oberstabsveterinär sagt, ich soll mir keine Sorgen machen und dass ich bald richtig erwachsen bin! Das find ich ja voll cool! Und Micha hat mir versichert, dass ich zwar grad immer mal wieder für ´ne Überraschung gut bin, ihm aber jeden Tag aufs Neue auch ´ne riesen Portion Freude bereite.

Und ich freue mich nun schon sehr darauf, bald wieder zu Mama und den beiden Mädels nach Hause zu kommen. Dann gibt’s ganz sicher ´ne riesengroße Portion Streicheleinheiten, Eifler Landwurst und jede Menge Kuschelzeit auf dem Sofa.

Tschö, Euer Dexter

Diensthund Dexter schnappt nach einem Hundekeks.

Den Eifler Landwurstkeksen kann ich nicht widerstehen!

Foto: © Bundeswehr

Teil 6: Auch im neuen Jahr geht es munter weiter!

Erstmal wünsche ich Euch noch allen ein gesundes und glückliches neues Jahr! Hach, war das schön, über die Feiertage frei zu haben und sich den Bauch mit Frauchens selbst gebackenen Hundekeksen vollzuhauen. Die macht die immer mit Eifler Landwurst, da könnt ich ja für sterben!!! Ich versuche ihr mal das Rezept für euch aus dem Kreuz zu leiern!

Nach dem ganzen Ausruhen freue ich mich auch wieder auf die Arbeit und meine zwei- und vierbeinigen Kameraden. Für mich wird das ein spannendes Jahr, weil ich meine Zertifizierung zum Minenspürhund abschließen werde. Bin ja jetzt erwachsen! Drückt mir die Daumen!


Rezept von Dexters Lieblingshundekeksen

  • 200 g feine Haferflocken
  • 50 g Vollkornmehl 
  • 150 g Hüttenkäse 
  • 120 g Eifler Landwurst, Nicht-Eifelaner ersetzen das einfach mit 'ner guten Leberwurst 
  • 1 EL Öl 
  • 1 Ei 

Das beste Frauchen von allen mischt die Zutaten zusammen. Manchmal batzt das dann etwas, wenn der Teig zu feucht ist, aber dann gibt sie eben noch etwas Mehl dazu. Jedenfalls kann man dann den Teig schön ausrollen und super mit lustigen Förmchen ausstechen. Das braucht im Backofen bei 170 Grad etwa 30 Minuten und ich verbrenn' mir jedes Mal die Schnauze, wenn ich vor lauter Ungeduld direkt einen stibitze! 


Diensthund Dexter im Schnee.

Schnee macht Spaß!

Foto: © Bundeswehr

Neues von der Schule für Diensthundewesen

Im letzten Jahr haben mein Buddy Michael und die Kommandeurin schon gemeinsam überlegt, ob für den Bereich der Minen- und Kampfmittelspürhunde auch weiter auf Chesapeake Bay Retriever gesetzt werden soll. Wegen unseres aufgeweckten Wesens, unserem Mut, der Arbeitsfreude und der guten Nase sind wir ja schon seit fast 130 Jahre geschätzte Jagdbegleiter. Wir schonen uns nie! Und schließlich haben Puma, Ragna und ich bewiesen, dass wir Chessies auch als Diensthund ein richtig gutes Bild abgeben können. Als Micha mir dann gesagt hat, dass wir Anfang des Jahres eine Chessie-Dame an die Schule bekommen, die zum Kampfmittelspürhund ausgebildet werden soll, hab ich gedacht: „Boa, wie cool!“ Obwohl ich im Umgang mit Hundedamen durchaus noch an meinen Manieren arbeiten kann, sagt Micha... Naja, wechseln wir lieber das Thema.


Ist der konditionierte Geruch erkannt, erfolgt die passive Anzeige.

Ist der konditionierte Geruch erkannt, erfolgt die passive Anzeige.

Foto: © Bundeswehr

Experten bei der Arbeit

Was wir Minenspürhunde als Experten für erdeingebrachte Explosivstoffe machen, habe ich euch ja schon berichtet. Unsere Kampfmittelspürhunde der Bundeswehr können Sprengstoffe und verschiedene Chemikalien an unterschiedlichen Objekten, an Straßen und Wegen, auf Flächen, in Gebäuden und sogar an Personen erschnüffeln. Um den Geruch von Sprengstoff wahrzunehmen und zu erkennen, müssen Geruchsteilchen, die sogenannten Moleküle, in der Luft rumschwirren. Wenn zum Beispiel in einem Koffer Sprengstoff versteckt ist, dann machte es Sinn, erstmal den Reißverschluss oder eine andere durchlässigere Stelle abzuschnüffeln, also da, wo die Moleküle entweichen können. Die Stelle, wo die Moleküle am einfachsten raus kommen, ist für unsere gut trainierte Hundenase quasi wie ein weißer Fleck auf einer schwarzen Wand. Wenn der passende Geruch wahrgenommen wird, setzt man sich ruhig hin und fixiert die Stelle, das heißt „passive Anzeige“.


Ein ausgebildeter Diensthund beim Abspüren eines Fahrzeugs.

Ein ausgebildeter Diensthund beim Abspüren eines Fahrzeugs.

Foto: © Bundeswehr

Große Mengen, kleine Mengen - wir müssen alles erschnüffeln können

Kampfmittelspürhunde können auch große Mengen Sprengstoff anzeigen. Stellt man sich ja eigentlich einfacher vor, von wegen „viel hilft viel“, isses aber nicht! Da ist nämlich nix mehr mit weißem Fleck auf schwarzen Grund! Da wabert ein riesiges Duftfeld rum und die Moleküle schwirren in der Gegend rum, z.B. um die Ladefläche eines mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugs. Die Kampfmittelspürhunde müssen lernen, auch dann den Sprengstoff sicher anzuzeigen, wenn man nicht so schön auf den Punkt kommen kann. Außerdem können die Kampfmittelspürhunde auch sogenannte Altanlagen. Wenn man etwas frisch in eine Umgebung verlegt, stolpern wir Hunde gewissermaßen erstmal direkt über den Fremdgeruch getreu dem Motto „irgendwas ist anders!“. Und wenn der vierbeinige Kamerad dann mal an der Stelle konzentriert `ne Nase voll nimmt, erkennt er ganz schnell, ob dort auch das Geruchsbild da ist, dass er trainiert hat. Altanlagen sind Sprengstoffe oder Chemikalien, die schon ganz lange in einer bestimmten Umgebung sind, so dass sie den Umgebungsgeruch längst mit angenommen haben. Da müssen wir Schnüffelexperten schon viel üben und richtig konzentriert und hart arbeiten!


Ein neun Wochen alter Welpe im Schnee.

„Hallo, ich bin Josi, neun Wochen alt und ich werde Kampfmittelspürhund!“

Foto: © Bundeswehr

Unsere Neue

Diese kleine Schönheit ist unsere Josi. Sie ist am 22. November 2016 in Emmendingen im schönen Breisgau zur Welt gekommen. Also, ein echtes „Ämmädätscher“ Mädel, wie die da unten so schön sagen! Ihr Papa ist US Amerikaner mit einem beeindruckenden Stammbaum und ihre hübsche Mama „Fifty“ ist ein super Arbeitschampion und hat kanadische Wurzeln. Josi verstärkt jetzt unser Team und wird durch ihren neuen Buddy Hauptfeldwebel Michael Drosdzol zum Kampfmittelspürhund ausgebildet.

Und ich freu mich so riesig darüber und ganz ehrlich gesagt, wir hier an der Schule sind alle ein bisschen verknallt in die Kleine!

Bis demnächst! Euer Dexter