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UBoot-Alltag

UBoot

Überblick unter Wasser

Tauchgang mit Team: Für Nana Ehlers (27) aus Rendsburg in Schleswig-Holstein bringt der Beruf als Ubootwachoffizier jeden Tag neue Herausforderungen – über und unter Wasser. Die Mannschaft ist wie eine Familie.
 

Wachoffizier: Verantwortung mit Spaß

Wachoffizier: Verantwortung mit Spaß

Foto: Bundeswehr/BMVg

Warum hast du dich ausgerechnet für die Marine entschieden?
Ich hatte schon immer eher Fern- als Heimweh und liebe es, mich regelmäßig neuen Herausforderungen zu stellen. Ich wollte auch nie für einen reinen Selbstzweck zum Beispiel in der Wirtschaft arbeiten. Damit ich mich begeistern kann, muss ich einen größeren Sinn in meiner Arbeit entdecken. Da ich in Schleswig-Holstein am Nord-Ostsee-Kanal groß geworden bin, war die Nähe zur Seefahrt auch immer gegeben.





Antreten vor dem Tauchgang mit Team

Antreten vor dem Tauchgang mit Team

Foto: Bundeswehr/BMVg

Wie war dein Weg in die Bundeswehr?
Ich habe mich ein Jahr vor meinem Abitur einfach beworben, nachdem die Idee, vielleicht zur Bundeswehr zu gehen, immer stärker wurde. Ich fragte mich: „Was soll schon passieren“ und bin ganz einfach zur Karriereberatung gefahren. Dann folgte die Einladung zur Offizierbewerberprüfzentrale (heute: Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr, siehe Seite 6) nach Köln, wo ich eine Sofortzusage bekam.                                                                         Wie verlief dann dein Ausbildungsweg?                               An der Marineschule in Flensburg begann alles mit der soldatischen Basisausbildung. Hier fanden auch der Offizierlehrgang und die nautischen Grundlagenlehrgänge statt. In Plön lernte ich dann die infanteristischen Grundlagen. Und natürlich bin ich auch mit der Gorch Fock von den Azoren nach Kiel gesegelt.

Immer ein offenes Ohr für die Kameraden

Immer ein offenes Ohr für die Kameraden

Foto: Bundeswehr/BMVg

Was sind deine Aufgaben an Bord?
Als Ubootwachoffizier ist man in See erst einmal dafür zuständig, das Boot nach den Vorgaben des Kommandanten über Wasser sowie getaucht zu fahren. An Land führt man das Bootsbüro und kümmert sich um die Qualifikation und Verwaltung seiner Besatzung. Eigentlich ist man von allem etwas, Seefahrer, Ausbilder, Verwalter, Planer und Schüler.
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Generell kann man zwischen dem Alltag an Land und dem Alltag in See unterscheiden. Solange wir nicht zur See fahren beginnt mein Dienst meist morgens um 07:00 Uhr und endet um 16:30 Uhr, ähnlich wie bei vielen Landesverbänden. In See hingegen wird das Boot nonstop von zwei Wachen abwechselnd bewegt. Alle sechs Stunden ist Wachwechsel. In den sechs Stunden, in denen man nicht auf Wache ist und das Boot fährt, hat man Zeit, um zu essen, zu schlafen und sogar
(auf sehr begrenztem Raum) Sport zu treiben.

Doppelt gesichert: Die Eintsiegsluken der U 35

Doppelt gesichert: Die Eintsiegsluken der U 35

Foto: Bundeswehr/BMVg

Was reizt dich an deiner Aufgabe am meisten?

Ubootfahrer zu sein ist wirklich eine sehr spezielle Tätigkeit - wir leben und fahren in drei Dimensionen. An Bord ist das Zusammenleben von 29 Mann auf engstem Raum schon besonders. Es ist eine Art Familie, die man hier gewinnt. Das Gute am Ubootfahren ist, dass man in See zwar nicht so komfortabel lebt, im Hafen aber immer in einem Hotel untergebracht ist. So kann man sich auch gut von den Strapazen an Bord erholen.
Wird es auch mal richtig stressig?
Mit Stress umzugehen wird bei uns während der Schülerfahrt geprüft. Die Schlagzahl an Prüfungen ist hoch, und man bekommt nur sehr wenig Schlaf über einen Zeitraum von zwei Wochen. Dann am Sehrohr immer noch in kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist schon eine Herausforderung. Aber auch danach kann man sich nicht ausruhe.


Überblick von oben

Überblick von oben

Foto: Bundeswehr/BMVg

Wie ist der Umgang mit den männlichen Kameraden an Bord?

Bei uns ist der Umgangston vergleichsweise locker, die Leute hier sind allesamt Spezialisten, wir können auf keinen Einzelnen verzichten. Wir haben aber auch viel Spaß und lachen viel. Eine Sonderrolle kommt mir und meiner anderen weiblichen Kameradin dabei nicht zu. Warum auch?
Was sagen Freunde und Verwandte dazu, dass du mit der Bundeswehr zur See fährst?
Wenn man erzählt, dass man Uboot fährt, kommen schon häufig viele Fragen, da es ja nicht das alltäglichste Fahrzeug ist.



Verabschiedung vom Team

Verabschiedung vom Team

Foto: Bundeswehr/BMVg

Weißt du schon, wie es hinsichtlich deiner Laufbahn weitergehen soll?

Ich hoffe, bald als Berufssoldat übernommen zu werden, um in einigen Jahren, nachdem ich noch viel hier gelernt habe, einmal Kommandant zu werden. Danach kann ich mir gut vorstellen auch mal im Ausland meinen Dienst zu tun. 
Was sollte jemand mitbringen, der sich für den Dienst auf See (speziell Uboot) interessiert?                                             Teamgeist und Anpassungsfähigkeit sind für das enge Zusammenleben an Bord unerlässlich. Aber auch Mut, sich einer Herausforderung zu stellen, die nicht alltäglich oder selbstverständlich ist. Und man sollte vor einem sehr technischen Arbeitsumfeld nicht zurückschrecken. Da man auf allen Marineeinheiten häufig und manchmal auch sehr kurzfristig, unterwegs ist, sollte man kein Mensch sein, der zu Heimweh neigt.





Autor: Tobias Jansen