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Mein Beruf: Scharfschütze

Klettern, skifahren, schießen – Dennis ist Scharfschütze. Bei diesem Job geht er regelmäßig an seine Grenzen: Denn es geht immer noch höher, schneller und weiter.

Scharfschützen sind immer im Team unterwegs. Ihre Waffe ist das Scharfschützengewehr G22.

Scharfschützen sind immer im Team unterwegs. Ihre Waffe ist das Scharfschützengewehr G22.

Foto: © Bundeswehr/Vennemann

„Ich habe mich bewusst für die Bundeswehr entschieden“, erzählt der 26-jährige, der nach 10 Monaten Freiwilligem Wehrdienst mehr erleben wollte. „Mich haben besonders die spezialisierten Kräfte angezogen, weil ich auch gefordert werden wollte“, erinnert sich der Berliner. Er entschied sich für die Gebirgsjäger.

Ein Scharfschütze der Gebirgsjäger in voller Montur

Ein Scharfschütze der Gebirgsjäger in voller Montur

Foto: © Bundeswehr/Schmidt








Der erste Schritt zum Scharfschützen

Seine erste große Aufgabe war es, zu lernen, sich wie ein Gebirgsjäger zu bewegen. Das heißt im Sommer Klettern und im Winter Skifahren. „Klettern konnte ich schon, Skifahren musste ich erst lernen“, sagt Dennis. „Das war anstrengend, wenn alle das schon können und man selbst immer hinterherfliegt. Da muss man auch mal die Zähne zusammenbeißen.“

Seine Anstrengungen zahlen sich aus. „Nach einem Winter konnte ich sturzfrei bergab fahren, nach dem zweiten schon mit Gepäck und mittlerweile auch mit Gepäck und Trage“, erzählt er. Die Trage muss mit, um Verletzte transportieren zu können. „Weil mir das so gut gefallen hat, habe ich meine Dienstzeit sogar von 23 Monaten auf 8 Jahre verlängert.“. 


Zur Ausbildung gehört auch "Kartenkunde", jeder Scharfschütze muss das Gelände kennen

Zur Ausbildung gehört auch "Kartenkunde", jeder Scharfschütze muss das Gelände kennen

Foto: © Bundeswehr/Schmidt

Eine gute Ausbildung ist das A und O

Dennis ist sehr ehrgeizig und bewarb sich nach einiger Zeit als Scharfschütze. „Ich wollte sehen, was ich alles schaffen kann“, erzählt er. Zum Einstellungstest, den er absolvieren musste, gehört ein 7.000 Meter-Lauf mit 20 kg Gepäck in maximal 52 Minuten. Direkt im Anschluss musste er die Hindernisbahn überwinden.

Doch bei der körperlichen Anstrengung bleibt es nicht, während des Laufes wird auch der Geist gefordert. „Ich musste beispielsweise meinen Lebenslauf schreiben und vorlesen und mir während eines Laufs Gegenstände merken und später wiedergeben“. Er bestand und durfte die Ausbildung starten.

Ein Scharfschütze muss sich tarnen können

Ein Scharfschütze muss sich tarnen können

Foto: © Bundeswehr/Neumann


Annähern, beobachten, melden

Er lernte, sich unbemerkt einem Ziel anzunähern. Beobachtete das vor ihm liegende Gelände, identifizierte Waffen und schätzte Entfernungen, zeichnete Skizzen, schrieb alles auf und meldete es weiter. Rund 100 Gegenstände und deren korrekte Bezeichnung musste er auswendig lernen.

Hatte er den Feind entdeckt, musste er schnell seine Position wechseln und aus einer anderen Perspektive weiter beobachten. „Der Feind darf nichts finden, was ihn zu uns führen könnte“, erklärt Dennis. Auch eine gute Tarnung gehört dazu.




Das Scharfschützengewehr G22

Das Scharfschützengewehr G22

Foto: © Bundeswehr/Schindler

Nur im Team trifft man sein Ziel

Ein Scharfschützenteam besteht aus mindestens zwei Personen: einem Beobachter und einem Schützen. Beide werden im Team ausgebildet und „beide können beides“, sagt Dennis. „Der Schütze schießt, der Beobachter trifft“, erklärt er ihre Aufgaben. Für die Einstellung der Waffe gibt der Beobachter Anweisungen an den Schützen weiter. Die Flugbahn einer Kugel wird unter anderem durch das Wetter, die Entfernung und auch durch die eigene Atmung des Schützen beim Schuss bestimmt.




Scharfschützen sind eine Familie

Jeder Neuling in der Truppe wird einer erfahrenen Kameradin oder einem erfahrenen Kameraden zugeordnet, um von ihr bzw. von ihm zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Dennis hat seinen Traumjob gefunden: „Es gibt nichts Besseres, als nach Ende der harten Ausbildung in diese Familie aufgenommen zu werden“, fasst er zusammen. 

Autor: Alexandra Möckel