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Logistik und Transport

Konvoifahrt

Logistik und Transport: "Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen."

Oberleutnant Vanessa Englert führt einen Teil des Logistikbataillons aus Kümmersbruck bei der binationalen Übung „Safety Transport 2017“ in Ungarn. Sie hat sich innerhalb kurzer Zeit Respekt und Vertrauen der deutschen Soldaten ebenso wie der ungarischen Kameraden erarbeitet. 

 

Verantwortung zu übernehmen, schreckt Englert nicht

Verantwortung zu übernehmen, schreckt Englert nicht

Foto: LKdo BY/Englmann

Irgendwas ist immer. Einer der Soldaten hat Fieber und muss sich von der Übung abmelden, ein anderer braucht ein neues Formular für den Fahrauftrag, und in fünf Minuten ist im anderen Gebäude schon die Besprechung für den nächsten Tag, bevor es dann zur Verpflegung geht. Oberleutnant Vanessa Englert bleibt dennoch gelassen bei der Übung „Safety Transport 2017“ in Ungarn. Mit ihrer freundlichen, ruhigen Art ist sie beliebt und respektiert. „Ich wollte von Anfang an zur Logistik und zwar zum Transport“, erzählt Vanessa Englert. „Beim Transport hat man viel mehr mit den Leuten zu tun und kann gleich von Beginn an mehr Leute führen.“ Ihre Teileinheit, "Zug" genannt, umfasst knapp 40 Mann und keine einzige Frau. Beim Transport gebe es generell wenige Frauen, erzählt Englert. Die ungarischen Soldaten bei „Safety Transport“ arbeiten ebenfalls bestens mit ihr zusammen.

IVECO Trakker

IVECO Trakker

Foto: Bundeswehr/ Jungblut

Oberleutnant Englert fährt gerne selbst Lkw und hat leuchtende Augen, wenn sie mit dem Wolf ins Gelände steuert. Besonders die älteren, robusten Fahrzeuge faszinieren sie, erzählt sie, und lacht: „Aber ich weiß schon, ich brauche den Jungs da nichts vormachen“. Immer sie selbst zu bleiben, ist Frau Oberleutnant Englert wichtig. „Wenn ich mich verstellen würde, würde ich unauthentisch rüberkommen“, erklärt sie, „und man könnte sich ja nur zu einem bestimmten Punkt verstellen.“ Sie selbst zu bleiben, bedeutet für Vanessa Englert auch, bei der Übung nach Dienst­schluss mit ihren Soldaten zusammenzusitzen, Musik zu hören und über anderes als den Beruf zu sprechen. Den Zusammenhalt und den kameradschaftlichen Umgang schätzt sie an ihrem Zug besonders.
Ansprechpartnerin für alle

Ansprechpartnerin für alle

Foto: LogBtl 472


Die gebürtige Unterfränkin studierte an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg Erziehungswissenschaften. „Das wollte ich schon immer studieren“, verrät Oberleutnant Englert. Nach dem Studium wäre sie gerne in Norddeutschland geblieben, auch wegen des Hamburger Freundeskreises, aber als ihr Lebensgefährte nach Oberviechtach versetzt wurde, entschied sie sich für den Standort Kümmersbruck, wie Oberviechtach im Norden Bayerns gelegen. Seit Februar 2017 lebt das Paar in einem kleinen Dorf in der Oberpfalz, Vanessa Englert pendelt zur Kaserne und sagt über ihre Aufgabe: „Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen". 


Oberleutnant Vanessa Englert hat ihre Einheit im Blick

Oberleutnant Vanessa Englert hat ihre Einheit im Blick

Foto: LKdo BY/Englmann


Vor der Aufgabe als "Zugführerin" hatte sie anfangs „sehr großen Respekt“, verrät Oberleutnant Englert. Schnell jedoch hat sie sich Rückhalt und Anerkennung bei den Soldaten erarbeitet. Ob Lagebesprechung am Sandkasten, Antreten vor der Kaserne oder Landmarsch, Vanessa Englert drängt sich nicht in den Vordergrund, ist aber stets präsent, aufmerksam und zugewandt. Das wichtigste ist ihr, den Kameraden zu zeigen, „dass man für sie da ist“. Manchmal, sagt sie, könne Führen auch schmerzhaft sein, wenn es etwa gelte, eine Entscheidung zu treffen, die nicht bei jedem gut ankomme, aber das Beste für den Zug sei. Beim Führen ist ihr der Einzelne wichtig: „Ich sehe nicht jeden gleich an. Jeder ist eine eigene Persönlichkeit.“ 

Autor: Felicia Englmann