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Freiwilliger Wehrdienst

"Man lernt viel fürs Leben"

Obergefreiter Timon Ivens ist nun seit einiger Zeit Freiwillig Wehrdienstleistender (FWDL). Sein Job: Im Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) in Laupheim/ Oberschwaben betankt er Luftfahrzeuge der Bundeswehr. Er hätte nie gedacht, dass dies als FWDL überhaupt möglich ist. Spannend war bereits seine Zeit während der Grundausbildung.

Nachdem der 20-Jährige aus Göppingen sein Abitur absolviert hat, war sein nächstes Ziel, sich bei der Bundeswehr zu verpflichten. Für ihn selbstverständlich - auch wenn es nur zwölf Monate sind. „Ich wollte die Kameradschaft, Disziplin und die sportliche Herausforderung bei der Bundeswehr erleben.“

Die Pumpe befüllt die Luftfahrzeuge mit 700 Liter pro Minute

Die Pumpe befüllt die Luftfahrzeuge mit 700 Liter pro Minute

Foto: © Bundeswehr/Maier

Drei herausfordernde Monate

Es begann 2017 in Germersheim. Da ging es los mit seiner Grundausbildung in der 2. Kompanie des Luftwaffenausbildungsbataillons in der Südpfalz-Kaserne. „Morgens früh aufstehen, antreten, Anzugskontrolle und militärisches Grüßen. Das war anfangs ungewohnt.“ Doch das wurde für ihn schnell zum Alltag.

Wenn er auf diese Zeit zurückblickt, haben ihm einige Abschnitte besonders gut gefallen: im Gelände tarnen und die Parcoursläufe. Da wird die körperliche Leistungsfähigkeit sehr beansprucht. Auch das Schießen und die Wachausbildung waren spannend. Dort ist höchste Konzentration gefragt.


Dabei war die Wachausbildung für ihn äußerst lehrreich, da er alles, was er in der Theorie gelernt hatte, praktisch anwenden konnte. Kraftfahrzeug- und Personenkontrolle, Wachdienst in der Kaserne und noch mehr. „Für mich waren das keine Alltagsaufgaben. Ich habe viel gelernt, besonders über Disziplin und Kameradschaft. Meine Erwartungen gegenüber der Bundeswehr haben sich so schon in den ersten drei Monaten erfüllt.“

Der Flugfeldtankwagen FTW 6x4 ist mit seinen 450 PS auch geländegängig

Der Flugfeldtankwagen FTW 6x4 ist mit seinen 450 PS auch geländegängig

Foto: © Bundeswehr/Maier

Eine ganz neue Erfahrung

Nach der Grundausbildung wurde Ivens zum Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) in Laupheim versetzt und leistet Dienst in der Nachschub- und Transportstaffel. Dort ist im Bereich „Petroleum, Oil and Lubricants“, kurz POL, tätig. Wenn beispielsweise der Hubschrauber CH-53 Treibstoff benötigt, füllt er diesen nach.

Was Ivens besonders interessant findet, ist das sogenannte „Hot/Rapid Refuelling“. Dabei wird unter drehendem Rotor betankt, damit die Maschine schnell wieder abheben kann. „Unser Flugfeldtankwagen hat ein Fassungsvermögen von bis zu 15.000 Litern/ Treibstoff. Damit können locker mehrere CH-53 betankt werden!“

Sind die Hubschrauber gelandet, muss es oft schnell gehen - Obergefreiter Timon Ivens beim (re) Hot/Rapid Refuelling

Sind die Hubschrauber gelandet, muss es oft schnell gehen - Obergefreiter Timon Ivens beim (re) Hot/Rapid Refuelling

Foto: Bundeswehr/Maier

Auch das Betanken bei Nacht ist keine leichte Aufgabe. Die Abstimmung untereinander muss passen, um bei Dunkelheit die Sicherheit zu gewährleisten. Dafür ist das Personal bestens ausgebildet. „Alles ist dunkel. Dazu die warmen Abgase der Turbine und der Lärm der sich drehenden Rotoren. Das ist alles beeindruckend. Sowas habe ich vorher noch nie erlebt.“
Um an den Tankvorgängen teilhaben zu können, musste Obergefreiter Ivens mehrere Belehrungen sowie intensive Einweisungen absolvieren. Die Aufgabe bei der Nachschub- und Transportstaffel im HSG 64 macht ihm Spaß. 


Obergefreiter Timon Ivens verbindet den "Singlepoint" mit der CH-53 zur Druckbetankung

Obergefreiter Timon Ivens verbindet den "Singlepoint" mit der CH-53 zur Druckbetankung

Foto: © Bundeswehr/Maier


Und 
zukünftig?

Der sport- und politikinteressierte Ivens plant nach seinem Dienstzeitende bei der Bundeswehr ein wirtschaftliches Studium an einer zivilen Hochschule. Doch die Zeit bei der Bundeswehr muss für ihn nicht vorbei sein: „Ich könnte mir vorstellen, als Reservist während meiner Semesterferien zurückzukehren“, so Ivens.
Sein Fazit über den Freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr: „Eine spannende Zeit, und man lernt viel fürs Leben.“

Autor: Vincent Kemadjou-Hallberg