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Freiwilliger Wehrdienst: Hauptgefreiter Thomas bei den Feldjägern

Feldjäger-Eskorte

Hauptgefreiter Benjamin Thomas entscheidet sich vor knapp zwei Jahren für den Freiwilligen Wehrdienst (FWD). Als Grund gibt er unter anderem an, dass ihm die Zeit bei der Bundeswehr als Praxiszeit zum Bestehen seines Fachabiturs anerkannt wird. Doch neben diesem positiven Effekt nimmt er noch viel mehr mit. Die Bundeswehr hat ein Stück weit sein Leben verändert.


Hauptgefreiter Thomas sagt: "Ich bereue keine Minute bei der Bundeswehr".

Hauptgefreiter Thomas sagt: "Ich bereue keine Minute bei der Bundeswehr".

Foto: © Bundeswehr/PIZ Personnal/Blandau

Hauptgefreiter Benjamin Thomas sitzt mir bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse einer Cafeteria in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne in Hamburg gegenüber. Thomas ist ein sportlicher Typ, der militärische Anzug sitzt, freiwillig Aufgaben übernehmen  – er ist dabei! Doch Motivation und Disziplin waren nicht immer seine Stärken.
Als intelligenter junger Mann hatte er stets gute Noten in der Schule. „Doch beim Abgang von der Schule, hatte ich nur meinen schulischen Teil des Fachabiturs. Ich stand also ohne vollständiges Fachabitur da. Ich war damals ziemlich verzweifelt und wusste nicht, wie es nun weiter geht.“

Auf Übungen konnte Thomas sein Können unter Beweis stellen

Auf Übungen konnte Thomas sein Können unter Beweis stellen

Foto: © Bundeswehr/Privat

„Mir wurde mitgeteilt, dass der FWD als Praxiszeit für mein Fachabitur anerkannt wird“, ein Lichtblick für Thomas. Der heute 22-Jährige hatte die Bundeswehr als Arbeitgeber zwar nie fest im Blick, doch sie war in Gesprächen mit seinem Großvater immer mal wieder ein Thema.
Am 1. Juli 2016 hieß es dann: Dienstantritt in Delmenhorst. Die dreimonatige Grundausbildung beschreibt er als herausfordernd. „Ich habe schnell gelernt, dass ich mit meiner großen Klappe hier nicht weit komme.“ Es dauerte daher nicht lange, und es machte „klick“ bei dem Rekruten. Er wollte, dass die Grundausbildung reibungslos verläuft: Frühes Aufstehen, Bett machen, Ordnung und Gleichschritt.

„Highlight der Grundausbildung war für mich das Gelöbnis. Denn meine Familie und Freunde verbachten mit mir diesen bedeutenden Tag.“

Zuversichtlich blickt Thomas in die Zukunft

Zuversichtlich blickt Thomas in die Zukunft

Foto: © Bundeswehr /PIZ Personal / Blandau


Nach der Grundausbildung wurde Thomas zu den Feldjägern nach Hamburg versetzt. „Das fand ich klasse. Zum einen habe ich mich schon immer für den Sicherheitssektor interessiert. Zum anderen komme ich aus Hamburg. Das passt gut.“
„Zu Beginn meiner Zeit in der Einheit habe ich erstmal zeigen müssen, was ich kann". Erfüllt er Aufträge gewissenhaft? Ist er mit Motivation bei der Sache? „Der FWD ist eine Art Praktikum".
Seine Vorgesetzten erkennen, dass Thomas Potenzial hat. Seine Arbeit ist stets zuverlässig. Zunächst bearbeitet er die Dienstzeitübersichten. Aktuell unterstützt er den Zugführer bei den Planungen: „Dabei bekomme ich einen guten Einblick in die Abläufe beim Militär.“

Die "Polizei" der Bundeswehr

Die "Polizei" der Bundeswehr

Foto: © Bundeswehr/Bolz

„Ich bin seit rund anderthalb Jahren in der Einheit. Als Anerkennung für meine gute Arbeit ermöglichten mir meine Vorgesetzten sogar die Teilnahme an Übungen und Ausbildungen.“ So schnupperte er beispielsweise eine Woche lang in eine Weiterbildung der Feldjäger hinein. Zu dieser Ausbildung gehörten die waffenlose Selbstverteidigung, Handlungstraining und die Aufnahme von Verkehrsunfällen. Sichtlich stolz berichtet er von diesen Erlebnissen. Erst vor wenigen Tagen war Hauptgefreiter Thomas bei der Karriereberatung der Bundeswehr: Seiner Wunschverwendung – Feldwebel bei den Feldjägern – könnte entsprochen werden. Nun überlegt er: „Bleibe ich bei der Bundeswehr?“ Entscheiden muss er sich in wenigen Wochen. Er gibt an der Bundeswehr interessierten Frauen und Männern einen Ratschlag mit: „Der FWD ist eine Art Praktikum, bei dem man mit Eigeninitiative und guten Leistungen auch richtig was erleben kann. Ich bereue keine Minute.“

Autor: Ines Blandau