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Dinner for one: Die Einmannpackung

Das Kürzel EPa ist in Bundeswehrkreisen berühmt und berüchtigt. Jeder hat dazu eine Meinung. Gerne gehen die Meinungen darüber auch auseinander. Dabei handelt es sich – man ahnt es – um etwas zu essen.

"Dinner for one": EPa gibt es, wenn es nichts Anderes gibt

"Dinner for one": EPa gibt es, wenn es nichts Anderes gibt

Foto: © Bundeswehr/Wilke

Ausgeschrieben heißt EPa: Einmannpackung. „Sie enthält die Tages-Verpflegung eines Soldaten im Gelände, fernab jeglicher Truppenküche“, so Oberstabsfeldwebel Oliver Sekuli, EPa-Experte aus dem Verpflegungsamt der Bundeswehr in Oldenburg.

Dort werden die einzelnen Pakete auch verpackt, gelagert, kommissioniert und in die jeweiligen Einsatzgebiete verschickt.



Hart, aber nahrhaft: "Panzerplatten" werden diese Kekse gerne genannt

Hart, aber nahrhaft: "Panzerplatten" werden diese Kekse gerne genannt

Foto: © Bundeswehr/Wilke



Vom Gulasch bis zum Getränkepulver

Ein EPa besteht generell aus 42 Einzelteilen, wiegt 1,8 Kilogramm und liefert 3.800 Kalorien. In seinen fünf Varianten sind je zwei Fertiggerichte wie Schupfnudeln mit Fleischbällchen in Rahmsoße oder Gulasch vom Rind mit Kartoffeln verpackt.

„Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Sie werden auf einem kleinen Kocher erwärmt, sind aber auch kalt genießbar“, betont Sekuli. Weiter im Angebot: Müslis und Desserts, Dosen-Roggenschrotbrot, Brotbelag und Energieriegel. In Wasser aufgelöst dienen Cappuccino- und Getränkepulver sowie Kaffee- und Tee-Extrakt als Durstlöscher.
Nicht fehlen dürfen natürlich die Hartkekse, gerne „Panzerplatten“ genannt, und die herbe Schokolade. Kaugummis, Zucker, Salz vervollständigen das Paket.

Gepackt werden die Kartons beim Verpflegungsamt der Bundeswehr

Gepackt werden die Kartons beim Verpflegungsamt der Bundeswehr

Foto: © Bundeswehr/Thiel

Viele Kalorien, aber keine Zigaretten
Weitere vier spezielle EPa-Typen sind mit größtenteils dehydratisierten Lebensmitteln bestückt und daher kleiner und leichter. Die Trockenprodukte haben jedoch mehr Kalorien als die klassische Variante. Sie sind auf die extremen Einsatzbedingungen der Spezialkräfte abgestimmt. „Der spezielle leichtere Rationssatz für Sondereinsätze wiegt zwar nur 1,2 Kilogramm, liefert aber satte 4.300 Kalorien“, erklärt Sekuli

Unter den vegetarischen und schweinefleischlosen EPa-Varianten ist das südamerikanische Gemüse-Chili sehr beliebt.
Zigaretten und Alkohol sucht der deutsche Einsatz-Soldat weiterhin vergeblich. Auch die Franzosen trennten sich vor einigen Jahren vom Rotwein im Tetrapack. Einzig die Italiener kommen noch in den Genuss eines 40-prozentigen Drei-Zentiliter-Shot.


Ein Epa ist mindestens drei Jahre haltbar

Ein Epa ist mindestens drei Jahre haltbar

Foto: © Bundeswehr/Thiel

Ein EPa kostet rund 20 Euro. Die Combat-Ration wird stetig weiterentwickelt. Derzeit führt das Verpflegungsamt den Zip-Beutel ein. Mit ihm könnten Kleinteile besser gepackt werden und die Soldaten haben etwas, um den Abfall zu verstauen.

„Außerdem laufen Versuche für eine nicht kühlpflichtige Frikadelle und eine alternative Verpackung der Warmkomponenten. Für mehr Wärme von innen wird gerade eine neue Trinkbrühe für die spezielle EPa-Variante beschafft“, blickt der Sekuli schon mal voraus.

Zudem soll die klassische graue Schachtel ein neues Design erhalten und eine Verpflegungsamt-App soll auf den Markt kommen. Mit Hilfe eines QR-Codes können zukünftig Geschmack und Handhabung bewertet werden.


Mittlerweile ist auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt. Bei Lagerung bis maximal 25 Grad empfiehlt die Bundeswehr eine Verbrauchszeit von 36 Monaten.

Autor: Franziska Bartusch

EPa - Vom Depot zum Soldaten