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Die Grundausbildung: Ein Überblick

Jede Soldatin und jeder Soldat durchläuft zu Beginn der Dienstzeit die dreimonatige Grundausbildung. In dieser Zeit werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Militärkarriere gelegt. Aber was passiert in der Grundausbildung genau?

Manche Anforderungen sind noch ungewohnt - wie hier auf der Hindernisbahn

Manche Anforderungen sind noch ungewohnt - wie hier auf der Hindernisbahn

Foto: © Bundeswehr/Schmidt

Viele Soldatinnen und Soldaten sagen, die ersten drei Monate bei der Bundeswehr seien die intensivsten und vielleicht auch die schönsten. In dieser Zeit werden die Rekrutinnen und Rekruten mit den militärischen Tugenden bekannt gemacht; sie marschieren, schießen und schlafen unter freiem Himmel. Sie lernen ihre Rechte und Pflichten kennen und die besondere Kameradschaft unter Soldatinnen und Soldaten. Jeder muss durch die Grundausbildung, niemand kommt um sie herum.

Auf der Hindernisbahn ist Teamfähigkeit gefragt

Auf der Hindernisbahn ist Teamfähigkeit gefragt

Foto: © Bundeswehr/Bähr





Gemeinsamer Standard für alle

Für die Grundausbildung werden die Rekruten in Gruppen zusammengefasst. Die Ziele und Inhalte der Ausbildung sind alle gleich – jeder bekommt die gleichen Kenntnisse vermittelt, egal ob er oder sie dem Heer, der Luftwaffe oder der Marine angehört. Die Ausbildung ist darauf ausgelegt, alle auf einen gemeinsamen Ausbildungsstand zu bringen. Dabei nehmen die Ausbilderinnen und Ausbilder auf individuelle Fähigkeiten Rücksicht. Es spielt keine Rolle, wie gut jemand zu Anfang ist – jeder wird nach seinen Möglichkeiten gefördert, um das Ausbildungsziel zu erreichen: Die „Allgemeinmilitärische Grundbefähigung.“



Zur Grundbefähigung zählen unter anderem Kenntnisse darüber, warum es die Bundeswehr eigentlich gibt und welchen Auftrag sie zu erfüllen hat. Die Soldatinnen und Soldaten lernen sich als Staatsbürger/in in Uniform zu begreifen und auch als Repräsentant der Bundeswehr während der Dienstzeit ein vorbildliches Verhalten an den Tag zu legen. Zusätzlich werden sie mit den gesetzlichen Grundlagen des Soldatenberufs vertraut gemacht.

Die Rekrutinnen und Rekruten versammeln sich zur Lagebesprechung

Die Rekrutinnen und Rekruten versammeln sich zur Lagebesprechung

Foto: © Bundeswehr/Bähr

Gefechtsdienst und Fitness

Natürlich geht es auch ins Freie, um die Grundlagen des Gefechts-dienstes kennen zu lernen. Vermittelt werden Orientierung im Gelände, verschiedene Bewegungsarten, Tarnung und Täuschung sowie der Bau von Unterkünften. Die Zubereitung einer Mahlzeit wird ebenso geübt wie der Umgang mit der Pistole und dem Sturmgewehr. Außerdem wird jeder in Erster Hilfe geschult, besonderes Augenmerk liegt auf der Erstversorgung von Verletzungen und der Kameradenhilfe. Die Einweisung am Funkgerät rundet die Ausbildung ab. Insgesamt deckt die Grundausbildung zehn verschiedene Themengebiete ab und hat einen Umfang von etwa 450 Stunden.




Jede Woche wird ein anderer Schwerpunkt gesetzt. Ansonsten wird viel Sport getrieben, damit die Soldatinnen und Soldaten im Fall der Fälle nicht außer Puste geraten. Jeder muss am Anfang bei der Einstellungsuntersuchung und am Ende der Grundausbildung durch den sogenannten Basis-Fitness-Test BFT: Innerhalb von 90 Minuten müssen Sprint-, Kraft- und Ausdauertests bestanden werden. Auch ein Schwimmtest ist Teil der Prüfung. Durch den Test kann die Fitness und die Belastbarkeit zielgerichtet und langsam erhöht werden. Anhand der Ergebnisse lässt sich die Entwicklung der Leistungsfähigkeit nachvollziehen, die Sportleiterinnen und Sportleiter richten die weitere Ausbildung danach aus.

Wer in der Grundausbildung durchfällt, wird nachgeschult und darf die Prüfung wiederholen – niemand bleibt zurück.

Beim Feierlichen Gelöbnis verpflichten sich die Soldatinnen und Soldaten, ,,der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen"

Beim Feierlichen Gelöbnis verpflichten sich die Soldatinnen und Soldaten, ,,der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen"

Foto: © Bundeswehr/Wilke

Feierliches Gelöbnis

Gegen Ende der Grundausbildung findet das Feierliche Gelöbnis statt. Die Rekrutinnen und Rekruten bekennen sich bei der öffentlichen Zeremonie zur Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung und geloben, die Bundesrepublik Deutschland zu verteidigen.

Als Abschluss der Grundausbildung folgt dann noch die sogenannte Rekrutenbesichtigung, bei der der Nachwuchs das Erlernte vor erfahrenen Soldaten zeigen darf. Nach neunzig Tagen sind die Rekrutinnen und Rekruten in der Lage, in der Bundeswehr eingesetzt zu werden. Nach der Grundausbildung gehen sie in die weiteren Ausbildungen, um für ihren zukünftigen Dienstposten vorbereitet zu werden.

Autor: Timo Kather