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Die Fernspäher

Fernspäher - Lautlos ins Hinterland des Gegners

Faltboote sind für die Erkundung des Feindgebietes wie geschaffen.

Faltboote sind für die Erkundung des Feindgebietes wie geschaffen.

Foto: © Bundeswehr

Langsam gleiten drei kleine Boote mit je zwei Personen über den See. Die Paddel bewegen sich perfekt synchron. Ruhige Schläge, konstante Geschwin­digkeit. Die Boote des Fernspäher-Teams halten etwa eine Bootslänge Ab­stand. Der Ausbilder am Ufer sieht zufrieden aus. „Reine Übungssache“, sagt Horst und nickt.
Je nach Auftrag können die sogenannten Faltboote den Fernspähern zur Erkundung des Einsatzraums hinter den feindlichen Grenzen dienen. Die Boote sind gut fünf Meter lang und tragen zwei Personen mit deren Aus­rüstung. Über den hölzer­nen Rahmen wird die Außenhaut aus imprägniertem Leinen und Gummi ge­spannt. Bei gut 30 Kilo Eigenge­wicht tragen die Boote etwa 380 Kilogramm. „Zusammenbauen müssen es die Soldaten selbst“, sagt Horst. „Das wird hier auch ausgiebig geübt.“

  

Zwei Soldatinnen bzw. Soldaten plus deren Ausrüstung können die Boote tragen.

Zwei Soldatinnen bzw. Soldaten plus deren Ausrüstung können die Boote tragen.

Foto: © Bundeswehr

Grundsätzlich können Fernspäher mit den Booten durch die Flussläufe bis weit ins Binnenland vordringen. „Wie weit, hängt vor allem vom Zeitfenster für den Auftrag ab“, sagt Horst. Denn eine Erkundung mit den Kajaks ist zeitintensiv und die Geschwindigkeit hängt von vielen Faktoren, nicht zuletzt von Strömungen und Wind, ab. Gefahren wird im Ernstfall nur nachts, was die Navigation zusätzlich erschwert. Schließlich darf das Team den Kontakt untereinander nicht verlieren.

Damit alle Bewegungen im Einsatzfall routiniert ablaufen, wird alles gründ­lich geübt. Um den richtigen Rhythmus zu finden, müssen die Soldatinnen und Soldaten sehr viel üben. Für den Folgetag der Ausbildung ist eine Tour auf der Havel geplant. „Das sind etwa 30 Kilometer und drei Schleusen“, sagt Horst. "Und viele Paddelschläge, damit die Jungs und Mädels mal ‚ein paar Kilometer in die Arme kriegen‘, wissen wie es sich anfühlt und auch, um die Technik beim Paddeln verbessern zu können.“ 

 

Auch das Handling des Bootes muss geübt werden.

Auch das Handling des Bootes muss geübt werden.

Foto: © Bundeswehr

Eine weitere Herausforderung ist es, im Team zusammenzubleiben und die Verbindung nicht abreißen zu lassen. „Plötzlich stößt der Führende sein Paddel einmal beidhändig nach oben, die anderen geben das Zeichen weiter. „Taktisches Zeichen, jetzt sammeln sie sich“, sagt der Ausbilder. Kurz darauf schließen sich die Boote zusammen. Offenbar wurde ein brauchbarer Ausstieg aus dem Wasser erkannt. Schon löst sich ein Boot des Teams zur Erkundung. Die übrigen bleiben getarnt in der Nähe.

Dann geht es auf einmal ganz schnell. Noch ein weiteres Zeichen und die übrigen Boote ziehen nach. Dann gehen die Frauen und Männer in ihren schwarzen Trockenschwimmanzügen an Land, sichern den Bereich um sich herum ab und verschwinden im Wald.

„Im Einsatz würden wir jetzt die Boote und Anzüge gut tarnen, um keine Spuren zu hinterlassen und nicht aufgespürt zu werden. Danach würde der Marsch durch das Feindgebiet zum Zielobjekt führen um dort die eigentliche Arbeit der Aufklärung zu beginnen. Ein Wiedersehen mit den Kajaks gibt es dann, wenn alles gut gegangen ist und die Rückreise zum Stützpunkt ansteht“, erklärt Horst.

Um noch mehr über die Fernspäher zu erfahren, folge unserer Mini-Serie in den kommenden Tagen auf InstagramLink öffnet sich in neuem FensterFacebookLink öffnet sich in neuem Fenster oder SnapchatLink öffnet sich in neuem Fenster.

Autor: Bundeswehr