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Casting für Offiziere

Assessmencenter für Führungskräfte der Bundeswehr

Das Assessmentverfahren

OFFIZIER WERDEN

SO LÄUFT DER EINSTELLUNGSTEST AB

Casting für Offiziere: Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr

„Fast wie in der Abi-Prüfung“ - gespannt und erwartungsvoll sitzen 36 Bewerberinnen und Bewerber im Hörsaal des Assessmentcenters für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln. Im Einführungsvortrag erfahren sie, was sie in den kommenden zwei Tagen erwartet: Ein umfassendes Testverfahren, mit dem die Bundeswehr den passenden Offiziernachwuchs sucht. Führungsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Entscheidungskraft, psychische und körperliche Belastbarkeit – ohne das geht’s nicht.Kim-Ole Skibbe sieht dem ganzen gelassen entgegen. „Was mich reizt, ist einfach die Möglichkeit, privates Interesse mit beruflicher Ausbildung auf hohem Niveau zu verbinden.“ Der 18-jährige Abiturient möchte unbedingt Hubschrauber-Pilot werden. 

 

Feststellung der Tauglichkeit

Feststellung der Tauglichkeit

Foto: Bundeswehr/Liekefett

Am nächsten Morgen geht es früh los, ausschlafen Fehlanzeige: Um sechs Uhr heißt es nach einem kurzen Frühstück: Gesundheitscheck inklusive Herzkreislauftest. Danach müssen die Bewerber einen computergestützten Intelligenztest absolvieren: „Knifflig, aber machbar“, meint Kim, „bis jetzt läuft’s ganz gut.“ Bis jetzt, aber dann wird es psychologisch. Im Gruppensituations­verfahren, Kurzvortrag und Einzelinterview kommt es auf soziale und charakterliche Eigenschaften an. Mit auswendig gelernten Antworten kommt man hier nicht weit – den echten Menschen wollen die Prüfer kennenlernen! „Offizier sein heißt ja auch, große Verantwortung zu tragen und Menschen zu führen, da muss man schon darauf achten, die richtigen Personen zu finden, sonst wird am Ende keiner so recht glücklich“, sagt Oberleutnant zur See Matthias Gebler, Prüfoffizier.


Beim Sporttest kommen die Kandidaten ins Schwitzen

Beim Sporttest kommen die Kandidaten ins Schwitzen

Foto: Bundeswehr/Liekefett

Nach einer Auswertung dieser Runde entscheidet sich für manche hier, ob das Verfahren für sie schon zu Ende ist und sie nach Hause gehen können. Aber Kim-Ole kann sich freuen, er hat eine der wichtigsten Hürden beim Auswahlverfahren heute geschafft. Weiter geht es am folgenden Tag mit der Sportprüfung.  Schnelligkeit, Kondition und Kraftausdauer sind gefragt, und die richtige Technik. „Das hat sogar Spaß gemacht“, freut sich Johanna Koch (18) aus Magdeburg. Die Bewerberin für den Sanitätsdienst hat bessere Ergebnisse als mancher ihrer männlichen Mitbewerber. 


Geschafft: Jetzt gehts um Einplanungsgespäch

Geschafft: Jetzt gehts um Einplanungsgespäch

Foto: Bundeswehr/Liekefett



Als nächstes steht die Einplanung an: Die jungen Leute erfahren, wo in der Bundeswehr es hingehen soll, falls sie alle Anforderungen erfüllen. Und welche Studienmöglichkeit die Bundeswehr für sie bereithält. Manchmal gibt es nämlich einfach zu viel Nachfrage für ein bestimmtes Fach an einer der beiden Bundeswehr-Universitäten in Hamburg und München - da kommt es dann darauf an, im gemeinsamen Gespräch eine gute Lösung zu finden. Allein 2017 haben sich etwa 10.400 Abiturientinnen und Abiturienten für die Offizierlaufbahn und einen Studienplatz bei der Bundeswehr beworben. Von den knapp 6.300 Bewerber/-innen, die dann zum Prüfungsverfahren nach Köln eingeladen worden sind, haben am Ende rd. 2.000 einen der begehrten Studienplätze bei der Bundeswehr bekommen. „Es lohnt sich auf jeden Fall“, sind Kim und Johanna überzeugt. 


                    

Autor: Tobias Jansen