• Suche

Außergewöhnliche Aufgabe für die Fregatte "Hessen"

Fregatte "Hessen"

Luftverteidigung für US-Flugzeugträger USS „Harry S. Truman“

Seit Januar fährt die „Hessen“ an der Seite des US Flugzeugträgers USS „Harry S. Truman“. Vor der amerikanischen Ostküste gliederte sich das deutsche Schiff in die Carrier Strike Group ein und trainiert seine Fähigkeiten zur Luftraumüberwachung.

Die Fregatte "Hessen" bei ihrer Unterstützungsfahrt

Die Fregatte "Hessen" bei ihrer Unterstützungsfahrt

Foto: © Bundeswehr / Lutz Neumann

Einer anderen Streitkraft den Schutz eines Flugzeugträgers zu überlassen, ist ein Ausdruck von starkem gegenseitigem Vertrauen. Diese enge Kooperation mit der US Navy findet nur alle paar Jahre statt und ist von großer bündnispolitischer Bedeutung. Die Fregatte „Hessen“ wurde kürzlich, nach ihrer Atlantik­überquerung, in die Carrier Strike Group 8 der USS „Harry S. Truman“ integriert. Seitdem fährt sie an der Seite des Flugzeugträgers der US-amerikanischen Nimitz-Klasse. Gerade hat der Verband aus insgesamt zwölf Schiffen das Zertifizierungstraining erfolgreich beendet. Die Besatzung der „Hessen“ konnte die Gelegenheit nutzen und die besonderen Fähigkeiten einer Verbandsflugabwehrfregatte demonstrieren.



Bevor die deutsche Luftabwehrfregatte jedoch das Manöver vor der Küste Nordamerikas wahrnehmen konnte, musste sie den Atlantik mit all seinen Widrigkeiten überqueren. Die Atlantikpassage war geprägt von Schlechtwetter, einhergehend mit sehr starkem Seegang und heftigen Winden von bis zu 70 Knoten (= etwa 130 km/h).

Die Fregatte "Hessen" (li.) mit zwei amerikanischen Einheiten bei einem Manöver

Die Fregatte "Hessen" (li.) mit zwei amerikanischen Einheiten bei einem Manöver

Foto: © Bundeswehr / Florian Kißling

Nach dieser rauen Atlantiküberfahrt traf das Schiff in Norfolk, Virginia, dem größten Marinestützpunkt an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika ein und wurde sogleich in die weiteren Vorbereitungen des anstehenden Manövers eingespannt. Für die müde, aber hoch motivierte Besatzung gab es keine Pause, und die Übung für anstehende Einsätze der amerikanischen Flotte startete. An ihr nahmen in diesem Fall die Schiffe der Destroyer Squadron 28, die USS „Harry S. Truman“ und die norwegische Fregatte HMNoS „Roald Amundsen“ teil. Auch kleinere Unterstützungseinheiten stießen immer wieder zum Verband hinzu und ermöglichten so ein vielseitiges Training.


Einblick aus dem Flugbetrieb

Einblick aus dem Flugbetrieb

Foto: © Bundeswehr / Mainzer

Die Besatzung der Fregatte „Hessen“ dachte sich dazu in ein von der US Navy vorgegebenes, fiktives Szenario hinein. Die simulierte operative Bedrohungslage wurde den gesamten Zeitraum der Übung über aufrechterhalten und forderte Schiff und Besatzung bei Tag und Nacht. Das Manöver führte so allen Soldaten/-innen vor Augen, wie angespannt und bedrückend die Situation einer wirklichen Bedrohungslage sein kann. Während der Flugzeugträger mit täglichem Flugbetrieb der Kampfjets und Hubschrauber den eingeschifften Carrier Air Wing zertifizierte, übten die übrigen Schiffe den Schutz des Flugzeugträgers. Dazu wurde die Verteidigung gegen Bedrohungen aus der Luft, gegnerische Überwassereinheiten und Uboote ununterbrochen trainiert. Die Fliegerleitoffiziere der Fregatte „Hessen“ übernahmen dabei vermehrt die Kontrolle über die amerikanischen Luftfahrzeuge und waren somit ausschlaggebend für die erfolgreiche Zertifizierung des Carrier Air Wing.