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Auf Goldkurs

Goldschmiede der Bundeswehr: Sportfördergruppe Oberhof

Pyeongchang/Südkorea: Die Sportsoldatinnen und-soldaten der Bundeswehr holen Medaille um Medaille. Aber nicht nur bei den Olympischen Winterspielen 2018, sondern auch im Trainingslager geben sie alles, um sich in Bestform für die kommenden Wettkämpfe zu bringen. So wie in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Oberhof. 

Ohne Training geht nichts

Ohne Training geht nichts

Foto: Bundeswehr/Jansen

Zwischen den Bergausläufern des Thüringer Waldes in 800 Metern Höhe sind die Soldatinnen und Soldaten der Sportfördergruppe Oberhof in der „Kaserne am Rennsteig“ untergebracht. Im Wintersportareal nebenan stehen ihnen alle möglichen Bahnen und Pisten zur Verfügung.  „Perfekte Trainingsbedingungen“, meint Tatjana Hüfner. Die 34 Jährige, aktuell auch in Südkorea am Start, ist Olympia­siegerin im Rennrodeln – und  Hauptfeldwebel der Bundeswehr. „Das Tolle ist wirklich, dass man sich hier voll auf sein Training konzentrieren kann und die Bundeswehr sich um alles andere wie Unterkunft, Verpflegung und Besoldung kümmert.“ Aber natürlich sind sie als Bundeswehrangehörige dennoch Soldaten und haben zwischendurch auch ihre militärischen Pflichten zu erfüllen. „Die Grundausbildung gehört auch bei uns dazu“, schmunzelt sie. Und während eines Trainingsjahres kommt mal der eine oder andere Lehrgang dazu, um den militärischen Anforderungen gerecht zu werden,                                                                                                               „aber trotzdem ist das hier ein Paradies für jeden Hochleistungssportler“, sagt Tatjana. 

Trainer zeigt einige Tricks

Trainer zeigt einige Tricks

Foto: Bundeswehr/Jansen

Military Fitness gehört dennoch dazu, auch Nahkampf ohne Waffen: Oberstabsfeldwebel Marc Louia (50) ist Martial-Arts-Experte und macht die Sport-Asse ehrenamtlich in einem Bereich fit, der den meisten von ihnen unbekannt ist. Immer und immer wieder werden Schlag- und Defensivtechniken wiederholt, bis es fast instinktiv geworden ist. Das geht auch bei Hochleistungssportlern an die Ausdauer. „Ist schon was anderes als beim Bobfahren, wo man beim Anschieben in ganz kurzer Zeit große Kraft und Beschleunigung rausholen muss“, meinen die Olympia-Teilnehmerinnen Feldwebel Franziska Bertels (31) und Stabsunteroffizier Lisette Thöne (29), die normalerweise im Zweier-Bob Vollgas geben.


Ski-Schleifmaschine

Ski-Schleifmaschine

Foto: Bundeswehr/Jansen

Aber nicht nur körperliche Fitness ist in Oberhof entscheidend, auch das Equipment muss stimmen: Hauptfeldwebel Christian Beetz (32) hat eine Lagerhalle zur Ski-Werkstatt umgebaut: „Die Athleten Ski werden hier regelmäßig komplett glatt geschliffen, damit wir dann mit der anderen Maschine ein neues Profil für das jeweilige Gelände aufbringen können“, fasst der ehemalige Profi (Nordische Kombination) die komplexen Arbeitsabläufe zusammen. „Eine grobe Struktur für nassen Schnee, eine feinere für kältere Bedingungen, ganz ähnlich wie bei Formel-1-Reifen.“ Tatsächlich sehen die feinen Rillen eher aus wie bei einer Schallplatte, aber „diese Präzisionsarbeit bringt eben den Unterschied: Medaille oder nicht.“ 



Nichts wird dem Zufall überlassen

Nichts wird dem Zufall überlassen

Foto: Bundesweher Jansen

Um Filigranarbeit geht es auch ein paar Hallen nebenan. Stabsfeldwebel Sandro Brislinger (41) ist als Waffenmeister für die Gewehre der Biathletinnen und Biathleten verantwortlich. Für jeden Sportler fertigt er individuell maßgeschneiderte Waffen an, damit im Wettbewerb jeder Schuss ins Schwarze geht. „Jede(r) bringt andere Bedürfnisse und Besonderheiten mit, das muss ich berücksichtigen.“ Mit Erfolg: Die Wände seiner Werkstatt sind mit unzähligen Autogrammkarten von prominenten Biathleten/-innen geschmückt, die dem „Brisi“ für seine Arbeit und ihre Erfolge danken. Ohne Teamwork geht’s eben auch hier nicht.

Autor: Tobias Jansen