• Suche

Stromverteiler

Stromverteiler für eine Containerstadt.
Anika Schmidtke am Arbeitsplatz im Werkstattbereich.

Anika Schmidtke am Arbeitsplatz im Werkstattbereich.

Foto: © Bundeswehr / Jörg Jankowsky

Sie hat die Kontrolle über 30.000 Volt

"Ich habe es nie bereut, zur Bundeswehr zu gehen“, sagt Anika Schmidtke, Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik in der Berliner Julius-Leber-Kaserne. "Es musste aber unbedingt ein handwerklicher Beruf sein", so die 34-jährige ledige Mutter zweier Kinder. Im Elektriker-Team der Technischen Betriebsgruppe des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums (BwDLZ) Berlin ist sie die einzige Frau neben 14 männlichen Kollegen.


Bewaffnet mit Spannungsprüfer, Kabelmesser, Schaltschrankschlüssel und Abisolierzange packt sie überall tatkräftig zu und steht an den vielen militärischen Einsatzorten in der Bundeshauptstadt ihren Mann. Zur Bundeswehr kam Anika Schmidtke eher zufällig. Mit dem Abschluss der Fachhochschulreife nach der 12. Klasse hatte sie von der Schule erstmal genug, wollte unbedingt ein Handwerk erlernen. "Bloß kein Fliesenleger", riet mein Papa, "das geht zu sehr auf die Knie." Bei ihren deutschlandweiten Bewerbungen entdeckte die gebürtige Berlinerin im Internet die Karriereseiten der Bundeswehr. Dann ging Alles überraschend schnell. Nach erfolgreichem Test begann Anika Schmidtke 2004 in Berlin-Gatow ihre dreieinhalbjährige Ausbildung bei der damaligen Standortverwaltung.


"Ich brauch einfach das Handwerk"

Das neue BwDLZ Berlin übernahm sie dann 2008. Seitdem ist sie dort als einzige Elektronikerin tätig, besuchte Lehrgänge und bildete sich kontinuierlich fort. Anika Schmidtke besitzt die Schalterberechtigung für Mittelspannungsanlagen bis 30 Kilovolt und die Bedienbefähigung für Hubarbeitsbühnen. "Meister will ich aber nicht werden, ich brauch einfach das produktive Handwerk." Selbst zwei Stromschläge warfen sie nicht aus dem Gleichgewicht. Und mit dem ganzen Papierkram hat sie es eh nicht so. Auch zu Hause nicht, da muss ihr Lebensgefährte ran.


Nicht nur im Job aktiv

Geschätzt wird Anika Schmidtke von "ihren Männern" zudem für ihre Tätigkeit im Personalrat des BwDLZ Berlin. Früher war sie bereits in der Jugend- und Auszubildenden-Vertretung aktiv. Zu ihren Hobbys zählt auch das Skat-Spielen. Das brachten ihr damals die Ausbilder in der General-Steinhoff-Kaserne bei. Sie weiß inzwischen: Auch hier sind nicht nur die Buben Trumpf…

Autor: Jörg Jankowsky

Bildergalerie