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Die Einsätze

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Eine unauffällige Kaserne vor den Toren Potsdams, viel Wald, der Schwielowsee in der Nähe - wenig deutet von außen darauf hin, dass hier, weit außerhalb der Hauptstadt Berlin, in der idyllischen Seenlandschaft Brandenburgs die Schaltzentrale für alle Auslandseinsätze der deutschen Streitkräfte beheimatet ist – das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdo).

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Foto: Bundeswehr/Bärwald

Seit 2001 leitet das EinsFüKdo mit rund 840 militärischen und zivilen Beschäftigten am Standort Schwielowsee die Auslandseinsätze: Planung, Vorbereitung, Führung und Auswertung - hier laufen alle Fäden zusammen. Von dem Zeitpunkt an, an dem der Deutsche Bundestag in Berlin mit einer Parlamentsabstimmung die Beteiligung Deutschlands an einem Auslandseinsatz oder einer internationalen Hilfsmission beschließt, tickt in der Henning-von-Tresckow-Kaserne die Uhr: Alle Vorplanungen müssen schnellstmöglich umgesetzt werden. Als Schnittstelle zwischen dem Verteidigungsministerium und den Einsatzkontingenten im Ausland sorgt das Kommando für Koordinierung auf allen Ebenen, damit auch die Kooperation mit den anderen NATO-Streitkräften reibungslos funktioniert.

Ein tolles Team

Ein tolles Team

Foto: Bundeswehr/Bärwald

„Logistische Führung“ ist hier ein wichtiges Stichwort – und das Spezialgebiet von Oberstleutnant i.G. (= im Generalstab) Matthias Schlemminger: "Ich muss dafür sorgen, dass eigenständige Bereiche wie Materialbewirtschaftung, Instandhaltung, Verkehr und Transport miteinander verknüpft werden, und alles wie aus einem Guss ist. Standardisierung und Harmonisierung eben.“ Im Prinzip wie beim Rucksackpacken, nur im ganz großen Maßstab: Nichts darf fehlen.  Über einen Auslandseinsatz in Bosnien und verschiedene technische Verwendungen gelangte er schließlich zum Logistikkommando nach Erfurt, wo er als Spezialist für Multinationale Einsatzlogistik für Deutschland auch schon in dem einen oder anderen NATO-Gremium tätig war – beste Voraussetzungen für seinen jetzigen Job!

Der "Tiger" wird Transport fertig gemacht

Der "Tiger" wird transportfertig gemacht

Foto: Bundeswehr/PIZ MAS Einsatz

Und wie sieht bei ihm so ein Tagesablauf aus? „Viele Gespräche“, lacht der 37-Jährige. „Alles fängt mit dem Morgenbriefing mit den Vertretern aller Fachbereiche und denen aller Einsatzgebiete an, wo wir uns einen Überblick über alle neuen Informationen verschaffen; danach bespreche ich, was in  allen Bereichen akut erledigt werden muss – langweilig wird’s nie!“ Und jede Menge Papierkram und E-Mails sowie Dienstreisen zum Logistikkommando in Erfurt gehören auch dazu, damit alles ins Rollen kommt - und damit es den Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzgebieten an nichts fehlt. Eine riesige Verantwortung, denen sich im EinsFüKdo aber auch jeder bewusst ist. „Das schweißt zusammen. Man hat hier das Gefühl, dass alle Leute wirklich zusammenarbeiten, um für andere das Beste möglich zu machen, für die Einsatzgebiete.“

Abmarschbereit

Abmarschbereit

Foto: Bundeswehr/Bärwald

Lückenlose Planung ist erforderlich, nichts wird dabei dem Zufall überlassen: „Wer und was soll wann in den Einsatz - alles hat eine Bedeutung, sogar, wer in welchem Flugzeug an welcher Stelle sitzt“, weiß Oberstleutnant Schlemminger. Einen kühlen Kopf und analytisches Gespür braucht man dafür schon, aber am wichtigsten ist eigene Erfahrung: „Hier sind ganz viele Fachrichtungen vertreten, und es ist immer gut, Leute zu haben, die den Bereich, für den sie planen, selbst mal erlebt haben. 





Übrigens ist das EinsFüKdo gar nicht so geheim, wie die ruhige Lage vermuten lässt: „Damit sich möglichst viele Interessierte ein Bild von der Bundeswehr im Einsatz machen können, organisiere ich im Pressezentrum die Informationsarbeit, etwa für die aktuelle Mission in Mali“, erklärt Oberleutnant Valerie Ostermann (28) ihre Arbeit. „Vorher war ich beim Wachbataillon im Bundesministerium der Verteidigung, eine ganz andere Aufgabe“, so die Rheinländerin. „Es gibt keine Dienststelle in der Bundeswehr, die näher an den Einsätzen dran ist, als diese hier“, fügt Oberstleutnant i.G. Schlemminger hinzu. „Und das ist wirklich gut, weil man ein echtes Gefühl dafür bekommt, was die Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzgebieten beschäftigt.“

Autor: Tobias Jansen