• Suche

Einsatz vor der Küste Libanons

Headerbild zum Einsatz im Libanon. Zwei Boote im Hafen.
Marcel sitzt an einem Bedienpult an seinem Arbeitsplatz und schaut in die Kamera.

Marcel an seinem Bedienpult im Herzen der Korvette.

Foto: © Bundeswehr / PAO UNIFIL

Keine Chance für Schmuggler

„Ich bin Marcel und bin in Rostock stationiert. Eigentlich komme ich aber aus Süddeutschland. Aktuell bin ich in meinem ersten AuslandseinsatzLink öffnet sich in neuem Fenster im Libanon. Zuvor habe ich eine zweijährige Ausbildung für den Operationsdienst durchlaufen. Dort habe ich alles gelernt, was ich an Bord der Korvette, Ludwigshafen am Rhein brauche.“, berichtet er.

 

Marcel erzählt weiter: „Als Zweiter Waffenleitmeister an Bord gehöre ich zur ersten von zwei Wachen, in welche die Besatzung eingeteilt wird. Das bedeutet, dass ich zwischen acht und zwölf Stunden täglich in der Operationszentrale im Dienst bin. Hier laufen alle Informationen aus dem Einsatzgebiet zusammen. Wir überwachen gemeinsam mit fünf weiteren Schiffen und Booten den Seeweg, damit keine illegalen Waffen in den Libanon geschmuggelt werden. Während meiner Wache in der Operationszentrale bin ich für die Kontrolle des Luftraums rund um die Korvette verantwortlich. Meine Aufmerksamkeit liegt dabei auf dem Luftraumüberwachungsradar. Sollte mir ein Flugzeug verdächtig erscheinen und uns zu nahekommen, spreche ich es über Funk an und gebe eine deutliche Warnung ab.“

Ein Marineleichtgeschütz schießt auf ein Übungsziel.

Bei Schießübungen werden vorher platzierte Ziele bekämpft.

Foto: © Bundeswehr / PAO UNIFIL

Gemeinsam mit dem Ersten Waffenleitmeister bereitet Marcel außerdem sämtliche Schießübungen vor, die mit dem 27 Millimeter Marineleichtgeschütz sowie mit der großen 76 Millimeter Bordkanone durchgeführt werden. „Dazu müssen wir rechtzeitig viele Fernschreiben versenden, in denen wir das Schießgebiet für uns reservieren, damit sich am Tag der Übung dort außer uns niemand aufhält. Während des Schießens dokumentieren wir die Treffer.“, berichtet Marcel.

In seiner Freizeit nutzt er die Zeit im Einsatz auf hoher See, um Sport zu treiben, denn die Fitness der Soldatinnen und Soldaten darf natürlich nicht zu kurz kommen. Marcels Erfahrungen aus seiner Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann gibt er gerne an seine Kameradinnen und Kameraden in regelmäßigen Sportstunden weiter, sowohl auf See als auch im Hafen: am liebsten mit einem abwechslungsreichen Crossfit-Training.

Ein Soldat der Marine sitzt vor zwei kleinen Monitoren und einem Schaltpult.

Sowohl Video- als auch Infrarotkameras stellen für Marcel wichtige Hilfsmittel bei der Arbeit dar.

Foto: ©Bundeswehr / PAO UNIFIL

Marcel ist ehrgeizig und weiß: „Ich lerne hier jeden Tag etwas Neues dazu und möchte gerne im kommenden Jahr so weit sein, dass ich selbständig eine der beiden Wachen in der Operationszentrale führen kann.“ Trotz der positiven Erfahrungen im Einsatz, vermisst er hin und wieder auch sein Zuhause. „Wir haben hier an Bord eine fantastische Kameradschaft und haben gemeinsam viel Freude, Arbeit und auch Stress geteilt. Trotzdem vermisse ich natürlich meine Freundin, meine Familie, meine Freunde sowie die Leute aus der Gruppe, mit der ich im Fitnessstudio trainiere. Was die Kulinarik betrifft: Die Verpflegung hier an Bord ist zwar super, aber ich freue mich schon, wenn ich zu Hause im Schwabenland endlich mal wieder Linsen mit Spätzle essen kann. Wenn ich nach den fünf Monaten Auslandseinsatz wieder zurück in Deutschland bin, möchte ich erst einmal einen ganz gemütlichen Fernsehabend mit meiner Freundin verbringen, eine leckere Pizza bestellen und einfach nur entspannt auf dem Sofa liegen. Ich denke, dass wir so das erste gemeinsame Wochenende nach meiner Rückkehr verbringen werden. Danach folgen etwa fünf Wochen Urlaub, in denen ich viel Sport auf festem Boden und lange Wanderungen durch den Schwarzwald machen werde.“

Autor: Bundeswehr/MJ