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Ein Soldat steht neben einem Fahrzeug und hält einen Hörer in der Hand um mit seinen Kameraden zu kommunizieren.
Ein Soldat sitzt am Schreibtisch und blickt auf einen Monitor.

Kommen Luftfahrzeuge zum Einsatz, ist Jan der fachliche Berater.

Foto: © Bundeswehr / Andre Klimke

Unterstützung aus der Luft

Ich bin Jan, 27 Jahre alt und dies ist mein erster Einsatz. In Deutschland bin ich im Artillerielehrbataillon 325 in Munster nördlich von Hannover stationiert. Dort bin ich in der Luftnahunterstützung als so genannter Joint Terminal Attack Controller eingesetzt. Ich bin für die Luftfahrzeuge über dem Gefechtsfeld zuständig und koordiniere den effektiven Einsatz der Waffensysteme.

Auch hier im Norden von Afghanistan bin ich für die Luftnahunterstützung der Kräfte am Boden zuständig. Als Berater erhöhe ich während der Operationsplanung die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten durch den gezielten Einsatz von Luftfahrzeugen. Mein typischer Tagesablauf besteht dabei aus Planungsmeetings, Materialpflege sowie dem Planen und Umsetzen von Übungen. Ich arbeite außerdem die täglich eintreffenden E-Mails ab und eine Sporteinheit gehört ebenfalls für mich dazu.

Foto bei Nacht, eine Rakete trifft ein Ziel und explodiert.

Jan prüft auch, ob der Einsatz der Waffen erfolgreich war.

Foto: © Bundeswehr / Andre Klimke

In meinem Job muss ich zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar sein, um im Falle eines Ereignisses schnell unterstützen zu können. Die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Nationen kenne ich dabei bereits von vielen Übungen, die ich in Deutschland absolviert habe. In diesem Umfang ist es aber für mich jeden Tag etwas Besonderes, neben deutschen Soldatinnen und Soldaten auch mit Soldatinnen und Soldaten aus Ungarn, Litauen und Österreich zusammenzuarbeiten. Das bereitet mir große Freude.

Es motiviert mich persönlich sehr, als Fachmann meine Vorgesetzten zu beraten und für diese Arbeit anerkannt zu werden. Außerdem bietet mir der Einsatz viele Möglichkeiten, um Erfahrungen auszutauschen. Mein bisheriges Highlight war eine Übung mit US-Kampfhubschraubern vom Typ AH-64 Apache. Bei diesem Übungsszenario haben wir den Piloten die Ziele zugewiesen und markiert. Die Bekämpfung mit den verschiedenen Raketen oder der Bordkanone erfolgte dann auf unser Kommando. Insgesamt waren fünf Nationen an diesem Training beteiligt.

Im Vordergrund steht ein Soldat mit Funkgerät, im Hintergrund ein Kampfhubschrauber und eine Explosion.

Gute Englischkenntnisse, dreidimensionales Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, zügige Entscheidungen treffen zu können – das braucht man für diesen Job.

Foto: © Bundeswehr / Andre Klimke

Auch wenn die Zeit momentan wie im Fluge vergeht und ich hier viele tolle Kameradinnen und Kameraden kennengelernt habe, vermisse ich meine Familie und Freunde zu Hause. Darüber hinaus vermisse ich hier tatsächlich auch die kleinen alltäglichen Dinge, wie beispielsweise mein Auto oder den Döner vom Imbiss um die Ecke. Mir fehlt zudem das Gefühl, am Wochenende einfach nur zu entspannen und mit meinen Freunden Zeit zu verbringen. So etwas wie ein freies Wochenende gibt es hier nicht.

Für die verbleibende Zeit meines Einsatzes hoffe ich, dass sich die COVID-19-Pandemie nicht weiter verschlimmert und alle Kameradinnen und Kameraden sicher nach Hause zurückkehren können. Ich habe hier viele Soldatinnen und Soldaten aus verschiedenen Ländern kennen- und schätzen gelernt. Dadurch wurde mein Interesse für diese Staaten definitiv geweckt.

Autor: Bundeswehr/JM