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Ein Soldat sitzt mit einer Warnweste in einem Schutzbau im Rahmen einer Übung. Im Hintergrund sitzen mehrere weitere Soldaten.
Ein Soldat steht hinter einem Feldjägerfahrzeug. Vor ihm stehen weitere Soldatinnen und Soldaten.

Christian stellt den Soldatinnen und Soldaten die Ausrüstung sowie das Feldjägerfahrzeug vor.

Foto: © Bundeswehr/Stefan Thomas

Spezialist bei den Feldjägern

Ich bin Christian, 25 Jahre alt und stamme aus der Nähe von Augsburg. Durch meinen Vater, der Berufssoldat bei der Luftwaffe ist, hatte ich bereits früh meinen ersten Kontakt zur Bundeswehr. Ich entschied mich für eine Ausbildung als Fluggerätmechaniker und nach meinem erfolgreichen Abschluss trat ich die Ausbildung zum Feldjägerfeldwebel an.

Während der umfangreichen Ausbildung zum Feldwebel konnte ich mich als Erheber und Ermittler spezialisieren. Das ist vergleichbar mit dem, was Kriminalpolizistinnen und -polizisten tun. Wenn ich zum Zuge komme, handelt es sich meist um die Ermittlung von Straftaten. In dieser Funktion bin ich bei der Mission Counter Daesh in Jordanien eingesetzt.

Ein Soldat mit Klemmbrett und Warnweste steht in der Wüste vor einem Schutzbau, den mehrere Soldaten betreten.

Christian überwacht eine Alarmübung und wertet das Vorgehen während der Übung aus.

Foto: © Bundeswehr / Stefan Thomas

In der Regel beginnt mein Tag im Büro, allerdings unterscheidet sich der Tagesablauf ständig. In Jordanien sind wir ein fünfköpfiges Team, welches das gesamte Aufgabenspektrum der Feldjäger abdeckt. Belehrungen und Ausbildungen, Pass- und Visaangelegenheiten sowie die Aufrechterhaltung der militärischen Ordnung und Disziplin zählen zu meinen Aufgaben. Oft arbeite ich mit unseren Partnerinnen und Partnern aus den verschiedensten Nationen zusammen.

Wenn sich strafrechtliche Vorfälle vor Ort ereignen, bin ich mit dabei. Uns geht es darum, was auch immer passiert ist, gründlich aufzuklären. Die erzielten Ergebnisse und Beweise stelle ich meinem Vorgesetzten zur Verfügung. Dieser entscheidet, ob weitere Stellen hinzugezogen werden. In der Hoffnung, dass ein solcher Fall nie eintreffen wird, ist es dennoch wichtig, dass wir uns permanent fortbilden, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein.

Das Besondere an meiner Tätigkeit ist der tägliche Kontakt zu allen Soldatinnen und Soldaten im Camp. Der Einsatz hier in Jordanien ist für mich der erste und somit sammle ich täglich neue Erfahrungen. Was ich weiterhin als sehr besonders empfinde, sind die regelmäßigen Dienstfahrten zur Erledigung der Pass- und Visaangelegenheiten in der jordanischen Hauptstadt Amman – jede Fahrt ist aufs Neue ein Erlebnis. Allein die etwa 90-minütige Fahrt durch die Wüstenlandschaft ist beeindruckend.

Ein Soldat trägt einen weißen Anzug sowie Handschuhe und Schutzbrille. Er stellt Spuren an einer Tür sicher.

In seiner Spezialisierung als Erheber und Ermittler trägt Christian einen speziellen Anzug, um Spuren nicht zu verfälschen.

Foto: © Bundeswehr / Stefan Thomas

Die jordanische Bevölkerung ist freundlich und zuvorkommend. Sie interessieren sich sehr für uns Deutsche. Wenn wir im Team unterwegs sind, empfinde ich es als sehr vorteilhaft, dass wir Feldjäger uns bereits vor dem Einsatz kannten. Das macht einiges im täglichen Dienstgeschäft einfacher. Wir sind sehr gut aufeinander eingespielt und können uns stets aufeinander verlassen.

Hier in meinem ersten Einsatz hat mir die lange Trennung von zuhause gezeigt, wen ich vermisse. Meine Familie, mein Freundeskreis und das Privatleben fehlen mir sehr. Dabei möchte ich aber die hier gewonnenen Erfahrungen nicht missen. Das macht eben den Einsatz aus und unterscheidet ihn vom Routinedienst in Deutschland. Zu guter Letzt vermisse ich das gute bayerische Essen – Käsespätzle sind mein Lieblingsgericht.

Autor: Bundeswehr/CB