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Einsatz in Mali

Truppenarzt Tobias hört mit einem Stethoskop die Lunge eines Patienten am Rücken ab.

Einmal tief ein- und ausatmen! Das Abhören der Lunge gehört bei Erkältungsbeschwerden dazu. So kann etwa eine Bronchitis erkannt werden.

Foto: © Bundeswehr / Björn Hossfeld

Als Truppenarzt in Mali

Mein Name ist Tobias und ich bin Arzt bei der Bundeswehr. Normalerweise arbeite ich im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin in der Abteilung innere Medizin und bin aktuell in der Facharztausbildung zum Internisten und Tropenmediziner. Zurzeit bin ich im Auslandseinsatz in Mali. Dies ist bereits mein dritter Einsatz hier und es wird vermutlich auch nicht mein letzter sein. Als Truppenarzt und Tropenmediziner bin ich hier sozusagen der Hausarzt der Soldatinnen und Soldaten im Koulikoro Training Center.

 

Das Spektrum der Beschwerden ist dabei sehr breit: Von der Blase am Fuß über Schnupfen bis hin zu Hauterkrankungen oder psychischen Problemen. Malaria ist in Mali weit verbreitet. Patientinnen und Patienten mit anderen spezielleren Tropenkrankheiten hatte ich noch keine. Allerdings muss ich bei der Diagnose immer an das breite Spektrum der Tropenkrankheiten denken, um nichts vorschnell auszuschließen.

Truppenarzt Tobias untersucht das Blut eines Patienten unter dem Mikroskop.

Bei Verdacht auf Malaria wird ein Blutausstrich unter dem Mikroskop untersucht. So können die Erreger gefunden werden.

Foto: © Bundeswehr / Björn Hossfeld

Die Soldatinnen und Soldaten können tagsüber jederzeit zu mir kommen – auch ohne Termin. Glücklicherweise ist die Zahl der Patientinnen und Patienten im Vergleich zu meiner Tätigkeit als Truppenarzt in der Heimat relativ gering. So kann ich mir mehr Zeit für meine Patientinnen und Patienten nehmen. Aber ich bin hier nicht nur für die Deutschen zuständig, sondern auch für alle anderen Angehörigen der internationalen Einsatztruppe und die malischen Angestellten, die hier im Camp tätig sind. Die Verständigung mit den internationalen Patientinnen und Patienten klappt auf Englisch normalerweise gut, ab und zu hilft aber auch ein Übersetzungsprogramm.

Truppenarzt Tobias nimmt einem Soldaten Blut aus der Ellenbeuge ab.

Auch im Einsatzland gehört Blutabnehmen dazu – im eigenen Labor kann das Blut unter anderem auf Malaria getestet werden.

Foto: © Bundeswehr / Björn Hossfeld

 

 


Manchmal fehlt mir hier in Mali das kulturelle Leben und die gemeinsame Freizeitgestaltung mit meinen Freunden. Im Einsatz gibt es wenig Rückzugsmöglichkeiten und so richtig allein bin ich eigentlich nie. Meine freie Zeit kann ich aber unter anderem dafür nutzen, um Fachartikel und Bücher zu lesen. Dies gelingt mir zu Hause durch den Schichtdienst nicht ganz so gut und da ich noch in der Facharztausbildung bin, kommt mir das gelegen. Gut ist auch, dass ich hier mehr Sport machen kann als zu Hause.

Autor: Bundeswehr/TW