• Suche
Porträt eines Soldaten, im Hintergrund stehen Kisten und Paletten.
Ein Soldat sitzt an seinem Arbeitsplatz und schaut in die Kamera.

Simon ist auch für den Boden- und Gewässerschutz im Camp zuständig.

Foto: © Bundeswehr / Andre Klimke

Der Umweltschützer

Ich bin Simon, 38 Jahre alt und derzeit als Sachbearbeiter für Umweltschutz in Afghanistan eingesetzt. Ursprünglich komme ich aus Bayern und begann meinen Dienst bei der Bundeswehr in Flensburg nach meinem Studium. Seit 2016 bin ich als Sachbearbeiter für Kreislauf- und Abfallwirtschaft eingesetzt. Ich habe bereits an mehreren Auslandseinsätzen teilgenommen, neben Afghanistan war ich auch in Jordanien und im Kosovo.

Ich habe die Aufgabe, die in einem Auslandseinsatz entstehenden Auswirkungen auf die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren. Konkret bedeutet das, Vorgaben zu erstellen und zu überwachen – unter anderem im Boden- und Gewässerschutz oder in der Abfallwirtschaft. Die Abfallwirtschaft gehört zu den Hauptaufgaben des Umweltschutzes im Auslandseinsatz. Für diesen Zweck wird eine Abfallsammelstelle betrieben, an der Material zur Entsorgung übergeben werden kann. Vom kleinen Schraubenzieher bis hin zur fahrbaren Fluggastbrücke war bereits einiges dabei.

Oftmals hört man den Vorwurf, dass „doch eh alles draußen im Graben landet“, was natürlich nicht stimmt. Wir haben spezielle Entsorgungsverträge, zum Beispiel für Elektro- und Metallschrott oder Altöl abgeschlossen. Zudem werden Abfälle wie Chemikalien oder giftige Stoffe von uns ordnungsgemäß gesammelt und nach Deutschland transportiert. Dort ist eine umweltgerechte Entsorgung sichergestellt.

Im Vordergrund steht ein Soldat, im Hintergrund steht ein Gabelstapler und nimmt eine Palette mit Kartonagen auf.

Dank Simon werden die Auswirkungen auf die Umwelt im Camp Marmal auf ein Minimum reduziert.

Foto: © Bundeswehr / Andre Klimke

Was den Einsatz für mich so besonders macht, ist die Kameradschaft. Wir treffen uns jede Woche Freitag im kleinen Kreis zum Frühstück und alle bringen Spezialitäten aus ihrer Heimat mit, die sie von Verwandten oder Freunden von zu Hause zugesandt bekommen haben. Das ist für mich immer ein Stückchen Heimat. Mein Beitrag ist jedes Mal ein selbstgebackenes Roggenbrot mit eigenem Natursauerteig. Den Sauerteig hatte ich bereits in den Einsatz mitgenommen und das Mehl hat mir dankenswerterweise meine liebste Biobäckerei per Feldpost geschickt.

Auch wenn jeder hier im Auslandseinsatz seine kleinen Rückzugsmöglichkeiten hat, vermisse ich doch die Privatsphäre, die ich zuhause in Deutschland habe. Einfach mal die eigene Wohnungstür schließen und die Welt draußen aussperren – das werde ich nach meiner Rückkehr sicherlich ganz besonders genießen. Natürlich vermisse ich es auch im eigenen Bett zu schlafen.
Ansonsten freue ich mich auf meinen noch ausstehenden Urlaub. Diesen möchte ich gern, sofern es die COVID-19-Pandemie zulässt, an der Nordsee sowie in Bad Reichenhall verbringen.

Autor: Bundeswehr/SK