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Zwei Soldaten mit Schutzweste, Gewehr und Funkgerät während einer Patrouille zu Fuß.
Porträt eines Soldaten, im Hintergrund stehen ein Transportpanzer Fuchs und ein weiterer Soldat.

Maximilian und Jonas vor ihrem Transportpanzer Fuchs: Sie gehen immer als Team in die Einsätze.

Foto: © Bundeswehr / Uwe Weber

Die Scharfschützen

Wir sind Jonas und Maximilian und sind 26 und 27 Jahre alt. Im Rahmen der Mission MINUSMA in Mali sind wir als Scharfschützen im Einsatz. Wir sind Angehörige des Gebirgsjägerbataillons 231 aus Bad Reichenhall und bereits zum dritten Mal zusammen im Einsatz. Vor unserem jetzigen Einsatz waren wir 2016 in Estland und 2017 bereits das erste Mal in Mali.

Unseren Dienst haben wir gemeinsam im April 2015 bei den Gebirgsjägern begonnen und als Team bekamen wir die Möglichkeit uns als Scharfschützen zu spezialisieren. Dafür wurden wir ausgewählt und mussten uns in einer besonderen Ausbildung beweisen. Uns gibt es nur im Doppelpack und gemeinsam gehen wir als Trupp durch dick und dünn. Für uns heißt es: „Nicht mein Einsatz, sondern unser Einsatz".

Wenn wir mit unserer Patrouille unterwegs sind, übernehmen wir viele Aufgaben. Hauptsächlich beobachten wir unser Umfeld ganz genau und sorgen für die Sicherheit der anderen Soldatinnen und Soldaten. Das Sehen, Erkennen und Identifizieren von Personen oder Fahrzeugen auf größere Distanz ist dabei das Wichtigste. Wir sind dazu ausgebildet, mögliche Bedrohungen zu erkennen und zu beurteilen und können mit unseren Waffen auch Ziele in großer Entfernung bekämpfen.

Ein Soldat sitzt im Busch und schaut durch einen Entfernungsmesser. Ein zweiter Soldat sitzt vor ihm mit seiner Waffe.

Der Scharfschützentrupp hat Stellung bezogen und beobachtet das Umfeld: Jonas und Maximilian sichern die Anderen.

Foto: © Bundeswehr / Uwe Weber

Typischerweise beginnt unser Tag morgens kurz vor sechs Uhr. Da geht es zum Frühsport, um die Fitness, die wir als Scharfschützen brauchen, zu erhalten. Anschließend haben wir unsere morgendliche Besprechung, in der die Aufträge für den Tag und die Woche besprochen und geplant werden.

Unmittelbar vor den Operationen bereiten wir unsere Ausrüstung sorgfältig vor, aktualisieren Karten und machen unsere Fahrzeuge startklar. Wenn wir als Scharfschützentrupp unterwegs sind, wird es spannend. Jonas ist der Scharfschütze, der das Umfeld beobachtet und eventuelle Angreifer abwehrt. Ich habe meine Waffe ebenfalls dabei, beobachte mit und führe Jonas Schuss ins Ziel. Das bedeutet, dass ich Jonas die Angaben, die er für die Einstellung seines Gewehrs braucht, gebe. Dabei geht es zum Beispiel um die exakte Zielentfernung oder Einflüsse durch das Wetter. Die besonderen klimatischen Bedingungen hier verlangen viel von uns Scharfschützen ab. Neben der körperlichen Anstrengung ist es gut, dass wir uns gegenseitig in jeder Situation unterstützen und uns blind aufeinander verlassen können.

Als Teil der Mission MINUSMA zeigt die Bundeswehr in Mali Präsenz. Wir denken, dass das ein starkes Signal an die Menschen hier ist. Wir wollen ein Stück dazu beitragen, dass sie zur Normalität zurückkehren können, und helfen, Mali zu stabilisieren. Die Bevölkerung soll sich durch unsere Anwesenheit sicherer fühlen.

Ein Soldat joggt durch das Camp in Mali.

Während der Bereitschaftsphasen bleibt Zeit für sportliche Aktivitäten im Camp.

Foto: © Bundeswehr / Uwe Weber

Am meisten vermissen wir unsere Freundinnen und die Privatsphäre. Das ist hier nun einmal alles etwas eingeschränkt. Eine ausgiebige Dusche steht ebenfalls ganz oben auf unserer Wunschliste. Aber auch derart alltägliche Dinge wie der Einkauf oder das Zubereiten von eigenem Essen fehlen uns hier. Als begeisterte Skifahrer sind wir hier in der Wüste über die Wintermonate etwas von unserem Hobby abgeschnitten. Zum Glück haben wir aber die Möglichkeit, uns sportlich fit zu halten. Jonas ist eher im Fitnessbereich zu finden und ich drehe meine Joggingrunden im Camp.

Wir hoffen, dass auch für den Rest unserer Einsatzzeit alle gesund bleiben. Hoffentlich sind die Corona-Maßnahmen in Deutschland nach unserer Rückkehr wieder etwas gelockert, sodass wir die Freiheiten, auf die wir hier verzichten mussten, wieder genießen können.

Autor: Bundeswehr/JL-MB