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Mehrere Soldatinnen und Soldaten stehen nebeneinander und blicken in eine Richtung.
Ein Soldatin steht vor einem Fahrzeug auf sandigem Boden.

Sprachmittler wie Jennifer helfen bei der Kommunikation mit den Einheimischen.

Foto: © Bundeswehr / Johann Flaum

Das Sprachtalent

Bonjour! Mein Name ist Jennifer, ich bin 42 Jahre jung und seit elf Jahren diene ich bei der Bundeswehr. Meine Grundausbildung absolvierte ich damals in Füssen an der Grenze zu Österreich. Anschließend ging es für mich in die Nähe meiner Heimat, genauer gesagt in das Jägerbataillon 292 nach Immendingen in Baden-Württemberg. Dort arbeite ich im Personalwesen und kümmere mich um alle Personalbelange der Soldatinnen und Soldaten. Dazu gehört beispielsweise die Hilfe beim Ausfüllen verschiedener Anträge.

Mein erster Einsatz war im Kosovo und in Mali bin ich nun bereits das zweite Mal. Während meines ersten Einsatzes in Afrika feierten wir sogar das Neujahrsfest, bei 40 Grad Celsius im Schatten. Hier im Einsatz bin ich so etwas wie eine Sekretärin in Uniform und über meinen Schreibtisch laufen eine Vielzahl an Vorgängen. Im Vorzimmer unseres Chefs ist es besonders wichtig, bei all den anfallenden Terminen einen kühlen Kopf zu bewahren. Genau das ist meine Aufgabe. Ich plane Termine, koordiniere Treffen und behalte die wichtigen Vorgänge für den Chef im Auge. So behält der Chef das Wesentliche im Blick und kann sich um die wirklich wichtigen Themen kümmern.

Eine Soldatin sitzt in ihrem Büro am Schreibtisch und greift zum Telefonhörer.

Jennifer muss stets konzentriert bleiben, um ihren Chef optimal unterstützen zu können.

Foto: © Bundeswehr / Johann Flaum

Ich komme gebürtig aus Mauritius. Dort sprechen wir Kreolisch und die erste Fremdsprache, die in der Schule gelehrt wird, ist Französisch – anschließend auch Englisch. Genau das ist auch der Grund, warum ich nicht nur im Büro sitze. Aufgrund meiner Sprachkenntnisse bin ich oft unterwegs und übersetze für Andere.
Eine Soldatin und ein Soldat unterhalten sich mit einem malischen Soldaten in der Wüste.

Den besten Sprachkenntnissen zum Trotz: Manchmal braucht es zum Kommunizieren Hand und Fuß.

Foto: © Bundeswehr / Johann Flaum

Die spannendste Mission war die, bei der wir mit Teilen der malischen Armee zusammenkamen. Dabei haben wir uns ausgetauscht, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Hierzu sind wir mit einem Fahrzeug viele Kilometer durch die Wüste gefahren. Gleichzeitig war das mein erster Trip, bei dem ich unter freiem Himmel geschlafen habe. Das war ein ganz besonderes Erlebnis für mich! Ich durfte während des Einsatzes ganz neue Erfahrungen sammeln und andere Kulturen kennenlernen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Nach sechseinhalb Monaten hier bin ich auch sehr froh, dass mein Einsatz bald zu Ende geht. Am meisten vermisse ich die Wochenenden mit meiner Tochter und meiner Familie. Ich freue mich auf einen Spaziergang durch den Wald und auf die „Schwarzwälder Luft“. Ich bedanke mich sehr bei meiner Familie, meinen Freunden sowie Kameradinnen und Kameraden für die tolle Unterstützung in den letzten Monaten. Jeder Einzelne hat seinen Teil dazu beigetragen, dass es mir hier gut geht. Allen Kameradinnen und Kameraden, die länger ihren Dienst verrichten müssen, wünsche ich einen angenehmen und schnell vorübergehenden Einsatz. Ihr schafft das!

Autor: Bundeswehr/JL