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Zwei Soldaten sitzen am Tisch, eine Soldatin hat eine ABC-Schutzmaske in der Hand.
Nadia steht vor einer Deutschlandflagge die im Wind weht.

Nadja Kenntnisse und Fähigkeit der ABC-Abwehr sind auch im Einsatz gefragt.

Foto: © Bundeswehr

ABC ist mehr als das Alphabet

Ich heiße Nadia, bin 27 Jahre alt und im ABC-Abwehrkommando der Bundeswehr in Bruchsal, nahe Stuttgart stationiert. ABC steht für atomare, biologische und chemische Kampf- und Gefahrstoffe. Dort koordiniere ich Projekte im Bereich der ABC-Abwehr und trage somit zum Schutz der Soldatinnen und Soldaten bei. Ich wurde viele Jahre ausgebildet, um nun endlich meine Fähigkeiten und Qualifikationen im Einsatz einbringen zu können. Das erfüllt mich mit Stolz. Vor meinem Einsatz im Irak, habe ich mich besonders darauf gefreut, mich sowohl persönlich als auch beruflich weiterzuentwickeln.

Eine Soldatin sitzt am Labortisch und arbeitet mit Laborausstattung.

Der Einsatz im Irak ist für Nadia der erste Auslandseinsatz.

Foto: © Bundeswehr

Wenn es in unserem Einsatzkontingent Fragen zur ABC-Abwehr gibt, stehe ich als Beraterin bereit. Die atomaren, biologischen und chemischen Kampf- und Gefahrstoffe sind meist unsichtbar und somit noch gefährlicher, da die Gefahr völlig unvermittelt aus dem nichts auftreten kann. Gemeinsam mit einem weiteren Soldaten sind wir als Team dafür verantwortlich, die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz über die Gefahren aufzuklären und zu schulen, um im Ernstfall auch gefährliche Situationen abwehren zu können.

Unser Ziel ist es deshalb, jedem einzelnen bewusst zu machen, dass eine Gefährdung durch ABC-Kampfstoffe eine ständige Gefahr darstellt. Den richtigen Umgang üben wir regelmäßig in den unterschiedlichsten Übungsszenarien. Besonders spannend finde ich hierbei die Zusammenarbeit mit den amerikanischen und belgischen Kameradinnen und Kameraden. Wir tauschen uns über unterschiedliche Verfahren aus und sammeln so ständig neue Eindrücke und Erfahrungen.

Eine Soldatin steht vor einem Tisch mit zwei Topfpflanzen und gießt diese.

Pflanzen sind ihre große Leidenschaft: Ein paar Grünpflanzen im Raum gehören für Nadia einfach dazu.

Foto: © Bundeswehr

Was mir wirklich fehlt, ist die grüne Landschaft. Ich mag Grünpflanzen sehr und ich hoffe wirklich, dass alle meine Pflanzen zu Hause auch ohne meine Hilfe überleben. Glücklicherweise habe ich sie in verantwortungsvolle Hände gegeben. Am meisten aber fehlt mir die gemeinsame Zeit mit meiner Familie. Das Telefonieren miteinander ist zwar super, kann aber die echte Nähe zueinander nicht ersetzen.

Fast die Hälfte meines Einsatzes ist vorüber und ich hoffe, dass die Tage weiterhin so schnell und ereignisreich vergehen wie bisher, um dann endlich wieder bei meiner Familie zu sein. Besonders grüße ich alle Kameradinnen und Kameraden in den Einsätzen weltweit und wünsche allen einen guten Start ins Jahr 2021. Bleibt gesund, gerade in Anbetracht der COVID-19-Pandemie. In diesem Sinne der Schlachtruf der ABC-Truppe: „Nebel Ahoi!“

Autor: Bundeswehr/NA