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Nachts sind alle Katzen grau – Die Suche nach U-Booten ist ein Job für Spezialisten

Anne ist U-Boot-Jagdmeisterin. Ihre Aufgabe ist es, mit ihrem Team feindliche U-Boote aufzuspüren. Ein Job, der vor allem ein gutes Gehör und Konzentration erfordert. Aber auch logisches Denkvermögen und ein Grundverständnis von Physik helfen hier weiter. Während und nach ihrer Ausbildung war Anne auf den „Mecklenburg-Vorpommern“ und „Augsburg“ tätig. Lies weiter, was sie über diese spannende Zeit berichtet.

Ein Schiff der Bundeswehr auf ruhiger See vor dem Hintergrund eines Sonnenuntergangs.

Die Fregatte „Augsburg“ ist Annes Arbeitsplatz als U-Boot Jagdmeisterin.

Foto: © Bundeswehr / Bastian Fischborn

„Das Suchen und Aufspüren von U-Booten ist etwas, was man am besten nachts macht. Dies liegt daran, dass man Ruhe braucht und nach Mitternacht ist das Schiff am ruhigsten. Nachts klappern die Köche, die auf den Schiffen Smuts heißen, nicht mit den Schüsseln, in den Messen wird keine Musik gehört und die Schiffsmechaniker reparieren auch eher tagsüber ihre Anlagen. Die Ruhe braucht man, um konzentriert ins Wasser zu hören und den ,Ping‘ auszuwerten. Das ist das Geräusch, das entsteht, wenn das Sonargerät auf einen Widerstand, zum Beispiel ein U-Boot, stößt. U-Boote fahren für gewöhnlich sehr langsam, damit sie nicht entdeckt werden. Anders als bei der Flugzeugabwehr, bei der es darauf ankommt, schnell zu sein, braucht man bei der U-Boot-Jagd ordentlich Geduld."

Die Gefahr lauert in der Tiefe

Ein U-Boot fährt oberhalb der Wasserkante durch die See.

Der passive Jäger: das U-Boot U31 fährt im Rahmen einer Prüfung durch die Ostsee.

Foto: © Bundeswehr / Jana Neumann

U-Boote sind passive Jäger, die alleine operieren. Ihre Ziele sind vorrangig Flugzeugträger, Versorgungsschiffe und Kommandoschiffe, also solche, die für den Feind eine besondere Bedeutung haben. Sie greifen an, sobald sich die Möglichkeit dafür ergibt. Sobald ein U-Boot geschossen hat, hat es seine Position verraten und es wird schwer, zu entkommen. Folglich hat es nur einen Schuss, den es idealerweise auf das wertvollste Ziel abgibt.

Der Job

„Als U-Boot-Jagdmeisterin bin ich zur Spezialistin auf diesem Gebiet ausgebildet worden. Ich bin das Bindeglied zwischen der taktischen Ebene und denen, die die daraus folgenden Aufträge ausführen. Gemeinsam mit meinem Team aus fünf Soldatinnen und Soldaten bereite ich die U-Boot-Jagd vor. Dazu müssen wir unter anderem elektronische Karten präparieren und regelmäßig Temperaturdaten in den verschiedenen Wassertiefen messen. Mit diesen Daten können wir sogenannte ,blinde Flecken‘, also die Bereiche, die das Gerät nicht auswerten kann, und die Reichweite der Sonargeräte bestimmen. Es muss zu jeder Zeit klar sein, wer welche Aufgabe hat. Deshalb ist die Ausbildung meiner Soldatinnen und Soldaten eine meiner wichtigsten Aufgaben, der ich viel Zeit widme. Besonders bei Übungen mit realen U-Booten macht das besonders viel Spaß.

Was hörst du?

Die U-Boot-Jagd in meiner Einheit wird von einem Offizier geleitet, der die Entscheidungen trifft und Handlungsempfehlungen ausspricht. Dazu muss er stets ein genaues Lagebild haben. Es liegt in meiner Verantwortung, die Lage möglichst genau zu beschreiben und ihn zu beraten. Dazu bin ich in ständigem Austausch mit den Soldatinnen und Soldaten meines Teams. Einer meiner Soldaten sitzt am Sonargerät. Seine Aufgabe ist es jetzt, das U-Boot aufzuspüren. Ein weiteres Teammitglied sitzt an einem Computer und überwacht von dort unter anderem das Radarbild. Er hält auch die Kommunikation mit den anderen Teams aufrecht, damit alle die gleichen Informationen zur Lage haben. Zu guter Letzt bedient er auch die Abschussvorrichtung für die schiffseigenen Torpedos. Die anderen Teammitglieder werden nach ihren Stärken auf andere Positionen verteilt oder ruhen sich aus. Es gibt immer einige Soldatinnen und Soldaten, die auf ,Standby‘ sind, wenn eine Ablöse nötig wird. Während einer Übung unterstütze ich mein Team, indem ich ,mal mit rein höre‘, wenn der Sonarspezialist sich nicht sicher ist. Auch dem Soldaten am Computer helfe ich, die externen Meldungen richtig zu verstehen. Mit den Vorgesetzten der anderen Stationen, die während einer U-Boot-Jagd besetzt sind, koordiniere ich Lagebilder, setze Prioritäten und gebe den Stand der Dinge bekannt.

Viel Verantwortung für eine wichtige Aufgabe

Mit der Aufgabe der U-Boot-Jagdmeisterin liegt sehr viel Verantwortung in meinen Händen, aber ich erhalte auch viel Anerkennung für meine Arbeit. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, gerade weil ich eigenverantwortlich agieren kann. Die Führung des Teams und die Zusammenarbeit mit meinen Soldatinnen und Soldaten ist für mich ein absoluter Pluspunkt, den ich nicht mehr missen möchte.“

Autor: Bundeswehr/AK