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Die Rettungskette

Jede Minute zählt – Die Rettungskette der Bundeswehr

Matthias und seine Kameradin Svenja sind Notfallsanitäter bei der Bundeswehr und derzeit im Einsatz in Afghanistan. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn Soldatinnen oder Soldaten während eines Auftrages verwundet werden, erkranken oder sich anderweitig verletzten.

Zwei Sanitätssoldaten versorgen einen verletzten Soldaten.

Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sind für die Erstversorgung nach einem Unfall oder einer Verletzung zuständig.

Foto: © Bundeswehr / Patrick Grüterich

Sie erklären dir heute die sogenannte Rettungskette, also die verschiedenen Stationen, die eine Soldatin bzw. ein Soldat vom Ort des Geschehens bis zur abschließenden Genesung durchläuft.

„Wenn es um die Gesundheit oder das Leben von Menschen geht, ist immer Eile geboten. Wenn wir alarmiert werden, sozusagen einen Notruf erhalten, lassen wir alles stehen und liegen und eilen sofort los. Im Ernstfall entscheiden Minuten und sogar Sekunden. Bei der Bundeswehr gibt es feste Abläufe und Verfahren zur Behandlung von Verwundeten oder Verletzten im Einsatz.

Am Anfang steht immer die Erste Hilfe oder wie die Bundeswehr sie nennt, die Selbst- und Kameradenhilfe. Alle Soldatinnen und Soldaten sind befähigt, Maßnahmen zur Ersten Hilfe zu leisten. Dazu werden alle zu Beginn ihrer Bundeswehrzeit ausgebildet und regelmäßig geschult. Hier geht es vor allem um Blutstillung und Kontrolle der Atmung.

Nach den ersten Maßnahmen der Kameradinnen und Kameraden übernehmen in der Regel Soldatinnen und Soldaten aus dem Sanitätsdienst, so wie wir, die weitere Versorgung. Wir kommen dann mit unserer speziellen Ausbildung und Ausrüstung zu Hilfe. Wenn sich die Truppe abseits vom Feldlager bewegt oder einer besonderen Gefährdung unterliegt, sind wir meist unmittelbar mit dabei und werden auch häufig durch einen Arzttrupp begleitet.

Nach dieser ersten Versorgung vor Ort erfolgt der Transport in eine Sanitätseinrichtung. Ziel ist immer, dass jeder innerhalb der sogenannten ,Golden Hour' - also innerhalb von 60 Minuten - eine allgemein- und notfallmedizinische Versorgung erhält. Dazu gehören beispielsweise Schock- und Schmerzbekämpfung, weitere blutstillende Maßnahmen, chirurgische Wundbehandlungen und stabilisierende Maßnahmen zum Weitertransport. Dies erfolgt regelmäßig in einer kleinen, modularen und mobilen Rettungsstation, die entweder aus Zelten oder Containern besteht. Sie stellt die Behandlungsebene 1 dar. Da sie mobil ist, kann sie übrigens auch bei Hilfeleistungen der Bundeswehr im Ausland, beispielsweise bei Naturkatastrophen, eingesetzt werden.

Die nächste Behandlungsebene, die Ebene 2, wird durch ein Rettungszentrum abgebildet.

Luftaufnahme eines Rettungszentrum mit zahlreichen Zelten und Fahrzeugen.

Die Rettungsstationen können kurzfristig aufgebaut werden und sind von der Ausstattung fast mit einem Krankenhaus vergleichbar.

Foto: © Bundeswehr / Patrick Grüterich

Dieses ist größer als die Rettungsstation und verfügt über weitere Fähigkeiten. So ein Zentrum lässt sich mit einem kleinen, temporären Krankenhaus vergleichen. Hier findet die erste chirurgische und intensivmedizinische Versorgung statt, ebenfalls mit dem Ziel, die Patientin oder den Patienten weiter zu stabilisieren und bei Bedarf an die nächste Ebene weiterzuleiten.

Die 3. Ebene, das Einsatzlazarett, verfügt dann über weitere fachärztliche, pflegerische und Operationskapazitäten und stellt somit die Königsklasse der Behandlungsebenen im Einsatzland dar. Dieses kann abhängig von der Konfiguration über bis zu 180 Betten verfügen. Nach dieser gibt es nur noch die 4. Behandlungsebene, welche die abschließende Behandlung bis zur vollständigen Genesung im Heimatland, zum Beispiel in einem Bundeswehrkrankenhaus oder auch in zivilen Gesundheitseinrichtungen, umfasst.

Wie du siehst, stehen der Bundeswehr zahlreiche Einrichtungen zur Verfügung, die abhängig vom Auftrag und der Sicherheitslage genutzt werden können. Wir Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes spielen in all diesen Einrichtungen, aber auch auf dem Weg zwischen diesen Einrichtungen eine entscheidende Rolle. Unser Job stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen und Situationen, denen wir uns stellen müssen. Die gut funktionierende Rettungskette, unsere Ausbildung und die Zusammenarbeit im Team helfen uns in unserer täglichen Arbeit, um die Soldatinnen und Soldaten bestmöglich zu versorgen.“

Zwei Sanitätssoldaten versorgen einen Patienten intensivmedizinisch im Flugzeug.

In der „fliegenden Intensivstation“ können bis zu sechs Patientinnen und Patienten in der Luft intensivmedizinisch versorgt werden.

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink

Den Transport der Patientinnen und Patienten aus dem Einsatzland in die Heimat übernehmen übrigens unsere ,fliegenden Intensivstationen'Link öffnet sich in neuem Fenster. die wir dir hier vor Kurzem vorgestellt haben.

Mit welchen Fahrzeugen wir den Transport der Patientinnen und Patienten sicherstellen, zeigen wir dir in der Bildergalerie.

Autor: Bundeswehr/TR

Fahrzeuge und Fluggeräte des Sanitätsdienstes