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Die Panzergrenadiere – Alleskönner am Boden

Die Soldatinnen und Soldaten der Panzergrenadiertruppe sind die Alleskönner der Bodentruppen und kommen aufgrund ihrer hohen Einsatzbereitschaft und körperlichen Fitness in schwierigen Lagen zum Einsatz. Die Panzergrenadiere beherrschen vielfältige Aufgaben im infanteristischen Kampf und haben zur Unterstützung ihr Hauptwaffensystem, den Schützenpanzer, stets an ihrer Seite. Heute stellen wir dir die Panzergrenadiere genauer vor.

„Es dämmert auf dem Truppenübungs­platz in der Altmark, unweit der Stadt Magdeburg. Es ist ein kalter Tag im November, es regnet viel und ich habe die Nacht im hinteren Kampfraum des Schützenpanzers Marder verbracht. Wir stehen mit dem Schützenpanzer etwa drei Kilometer von einem kleinen Übungsdorf entfernt. Mitten im Dorf verläuft eine strategisch wichtige Brücke über einen Fluss. Unser Auftrag ist es, die Brücke in unsere Hand zu bekommen und zu schützen. Es ist kurz vor 0600, das bedeutet sechs Uhr am Morgen. In wenigen Sekunden geht es los. Eine gewisse Nervosität macht sich bei meinem Team breit. Dann befiehlt der Kompaniechef über Funk „Angriff“.

Es ertönt ein ohrenbetäubender Lärm. Die Motoren heulen auf und 14 Schützenpanzer Marder schießen aus dem Wald heraus. In voller Fahrt nähern wir uns der Ortschaft. Durch uns geworfene Nebelgranaten erschweren dem Feind die Sicht. Einige Panzer schießen mit ihren Bordkanonen. Wir erreichen die Ortschaft. „Absitzen“ schreit es im Innenraum des Marders. Das ist mein Zeichen, um mit den Frauen und Männern den Schützenpanzer zu verlassen und abseits von ihm auf die Brücke vorzurücken. Wir sind zu sechst. Ich als Truppführer, zwei Panzerfaustschützen, ein Maschinengewehrschütze und dessen Unterstützer sowie ein Gewehrschütze mit dem Funkgerät. Auf dem Panzer verbleiben nur noch mein Kommandant, der Richtschütze sowie der Kraftfahrer.

Soldaten erproben den Angriff im urbanen Ballungsraum.

Damit es bei einem echten Einsatz keine Ausfälle gibt, werden unterschiedliche Szenarien geübt.

Foto: © Bundeswehr / Mario Bähr

Im Schutze des Marders bewegen wir uns durch die Ortschaft. Dabei müssen wir immer wieder in Häuser eindringen und diese freikämpfen. Ein schweiß­treibender Prozess, der viel Koordination innerhalb des Teams aber auch mit anderen Gruppen und den Schützenpanzern erforderlich macht. Dazu funke ich regelmäßig mit meinem Kommandanten auf dem Panzer und informiere ihn über die Lage. Nach über einer Stunde haben wir die Brücke erreicht und bereiten uns darauf vor, diese für mehrere Tage zu schützen. Zeit zum Ausruhen bleibt da nicht!“

So oder so ähnlich geht es vielen Panzergrenadieren, die auf Truppen­übungsplätzen immer wieder ihr soldatisches Handwerkszeug trainieren. Die Panzergrenadiere sind eine Truppengattung des Heeres. Ursprünglich beschreibt das Wort Grenadier einen Infanteristen, also einen Fußsoldaten, der speziell für den Umgang mit Granaten ausgebildet ist.  Im Laufe der Zeit wurden die Panzergrenadiere mit einem gepanzerten Fahrzeug, dem Schützenpanzer, ausgerüstet. Derzeit nutzen die Panzergrenadiere der Bundeswehr zwei Schützenpanzer, den älteren Marder und den neuen und hochmodernen PumaLink öffnet sich in neuem Fenster.

Panzergrenadiere im Gelände und im Schutz des Schützenpanzers.

Mit den eigenen Panzern bekämpfen die Grenadiere auch feindliche Panzer.

Foto: © Bundeswehr / Andrea Bienert

Wichtige Infrastruktur wie Brücken zu schützen, ist nur ein Teil des Fähigkeitsspektrums der Panzergrenadiere. Sie können noch viel mehr. In ihrer Ausbildung erlernen sie den sicheren Umgang mit zahlreichen Waffen wie dem Maschinengewehr, dem Standardgewehr G36, der Panzerfaust oder auch dem Scharfschützengewehr. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Flexibilität kommen sie insbesondere in unübersichtlichem Gelände wie dichten Wäldern und Ortschaften zum Einsatz. In den vergangenen Jahren haben sie sich auch in zahlreichen Einsätzen der Bundeswehr, wie beispielsweise in Afghanistan, bewährt. Panzergrenadiere kämpfen stets mit Unterstützung ihres Schützenpanzers. Dieser bietet ihnen Schutz durch seine Panzerung und unterstützt sie durch seine Waffen und Beobachtungsmittel.

Im geschützten Innenraum ihres Panzers fahren sie zügig und sicher an den Ort, wo sie ihren Auftrag erfüllen sollen. Dort angekommen, springen sie schnell vom Schützenpanzer ab - wechseln somit die Kampfweise - und kämpfen abgesessen zu Fuß weiter. Der Panzer bleibt dabei immer in ihrer Nähe. Ist ihr Auftrag abgeschlossen oder erfordert es die Lage, springen sie wieder in den Schützenpanzer und fahren zum nächsten Einsatz. Dabei gilt der Grundsatz: „Aufgesessen so lange wie möglich - abgesessen nicht länger als nötig.“

Abzeichen der Panzergrenadiere mit zwei gekreuzten Gewehren, deutscher Flagge und umrahmt von Eichenlaub.

Das Abzeichen des Baretts, einer Kopfbedeckng, der Panzergrenadiertruppe.

Foto: © Bundeswehr / Barbara Steinbrink

Übrigens, die Panzergrenadiere erkennst du an ihrem grünen Barett, ihrer Kopfbedeckung. Es hat ein kleines bronzenes Abzeichen, welches einen Schützenpanzer und zwei sich kreuzende Gewehre zeigt.

Autor: Bundeswehr/TR