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Zwei Soldaten betanken einen Kampfpanzer vom Typ Leopard 2.
Ein Soldat schaut aus dem Seitenfenster eines LKW.

Für André ist es bereits der sechste Auslandseinsatz seit Beginn seiner Dienstzeit.

Foto: © Bundeswehr / PAO EFP

Mal schnell von der Autobahn abfahren, an der ersten Tankstelle anhalten, die Kreditkarte zücken und das Auto volltanken. Was du wahrscheinlich aus dem Alltag deiner Eltern kennst, ist bei der Bundeswehr natürlich etwas anders. So eine Kolonne aus 20 gepanzerten Fahrzeugen hält eben nicht mal schnell einfach so zum Tanken an und im Gelände oder Wald sucht man eine Tankstelle auch vergebens. Wenn aber dennoch die Tankleuchte angeht, dann sind Soldatinnen und Soldaten wie André gefragt.

Hey, mein Name ist André, ich bin 38 Jahre alt und meine militärische Heimat befindet sich in Donaueschingen beim Jägerbataillon 292. Seit 2017 bin ich dort beim Betriebsstofftrupp als Kraftfahrer eingesetzt und unter anderem für den Betrieb der militärischen Tankstelle zuständig. Ich sorge also dafür, dass unsere Fahrzeuge rollen.

Ich habe bereits von 2002 bis 2006 bei der Bundeswehr gedient. Nach meiner aktiven Zeit als Soldat meldete ich mich als Reservist und entschied mich, vor vier Jahren in den aktiven Dienst der Bundeswehr zurückzukehren. 2018 war ich bereits Teil der eFP Battlegroup, ein Zusammenschluss von Truppen verschiedener NATO-Länder in Litauen. Jetzt bin ich erneut hier und kann somit schon auf insgesamt sechs Auslandsaufenthalte und viele gesammelte Erfahrungen zurückblicken.

Ein Soldat gießt eine Flüssigkeit in einen Tank.

Bei -20 Grad Celsius ist die Befüllung von Tankkanistern eine echte Herausforderung für das Team des Betriebsstofftrupps

Foto: © Bundeswehr / PAO EFP

Wir als Betriebsstofftrupp versorgen die Fahrzeuge der Bundeswehr zu Hause und auch jetzt in Litauen, damit diese auch auf der Straße und vor allem im Gelände vorankommen. Unser Trupp besteht aus vier Soldatinnen und Soldaten und zwei Lastkraftwagen mit je einem Tankcontainer, der bis zu 9000 Liter Treibstoff fassen kann. Damit bringen wir die Tankstelle zu den Gefechtsfahrzeugen am Ort des Geschehens. Das kann dann auch mal ein abgelegenes Waldstück abseits von fester Infrastruktur sein. Ich kümmere mich dabei auch um die Wartung und Pflege der Fahrzeuge, die bei den extrem niedrigen Temperaturen sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Meine aktuelle Tätigkeit in Litauen bereitet mir viel Freude, weil ich neben meinen regulären Aufgaben auch einen jungen Kameraden ausbilden darf. Bei der Bundeswehr wird eigentlich immer aus- und weitergebildet und hier haben wir aufgrund der Übungen regelmäßig Gelegenheit dazu, unser Wissen und unsere Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden und zu verbessern. Den jüngeren Kameraden kann ich hier Stück für Stück zeigen, wie wir unsere Aufgaben, wie das Befüllen von Fahrzeugen, zu erledigen haben. Es macht mir unglaublich viel Spaß bei der Ausbildung zu unterstützen und es freut mich zu sehen, wenn sich jemand für die Aufgaben des Betriebsstofftrupps interessiert und immer besser wird.

Ein Soldat steht auf einer verschneiten Fläche neben einem LKW.

Die Tankcontainer der LKW in Litauen haben ein Fassungsvermögen von 9000 Litern.

Foto: © Bundeswehr / PAO EFP

Unser kleines Team ist hier in Litauen von entscheidender Bedeutung. Jede und jeder hat eine Aufgabe im Team und nur gemeinsam können wir unseren Auftrag erfüllen. Teamwork ist ein wichtiger Teil meiner täglichen Arbeit und nur gemeinsam können wir auf den Übungen die Versorgung mit Treibstoff gewährleisten und unseren Kameradinnen und Kameraden so ihre Arbeit ermöglichen.

Obwohl ich viel Freude an meiner Tätigkeit in Litauen habe, vermisse ich natürlich auch meine Frau und meinen Hund Rambo. Wir gehen sonst oft gemeinsam in den Bergen wandern. Freizeitaktivitäten sind hier in Litauen unter anderem aufgrund der Covid-19-Beschränkungen leider nur eingeschränkt möglich. Mir fehlen aber auch meine Kameradinnen und Kameraden zu Hause in Donaueschingen.

Autor: Bundeswehr / AW