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Leben retten als Notfallsanitäter

Notfallsanitäter versorgen einen Verwundeten.

Lebensretter bei der Bundeswehr - Alltag eines Notfallsanitäters

Jetzt zählt jede Sekunde! Ein Soldat ist während einer Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz plötzlich zusammengebrochen und benötigt Hilfe. Schnell ist das geländegängige und gepanzerte Transportfahrzeug „Boxer" abmarschbereit und die Sanitäter, zu denen auch Alex gehört, eilen über die verstaubten Feldwege zum Patienten, um die medizinische Erstversorgung durchzuführen. So oder so ähnlich kann eine Übung aussehen, um die Soldaten im Sanitätsdienst der Bundeswehr auf den Ernstfall vorzubereiten und zu schulen.

Notfallsanitäter Alexander steht draußen und posiert für ein Foto.

Alexander ist Notfallsanitäter in Weißenfels.

Foto: © Bundeswehr / Max Schurig

Alex ist 25 Jahre alt und seit sieben Jahren bei der Bundeswehr. Er ist ausgebildeter Notfallsanitäter und einer von knapp 20.000 Beschäftigten im Zentralen Sanitätsdienst der BundeswehrLink öffnet sich in neuem Fenster. Gemeinsam kümmern sie sich um die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.

Schon als kleines Kind haben Alex Panzer und Soldaten begeistert, die er durch seinen Vater, der ebenfalls Soldat war, oft zu Gesicht bekommen hat. Außerdem wollte er schon immer Menschen helfen, somit war schnell für ihn klar, beides zu vereinen und eine Ausbildung zum Feldwebel und Notfall­sanitäter bei der Bundeswehr zu absolvieren. Die Ausbildung zum Sanitäts­feldwebel ist fordernd. Ein hohes Maß an körperlicher und geistiger Lei­stungs­fähigkeit ist ein „muss", um bestmöglich auf zukünftige Aufgaben und Einsätze vorbereitet zu sein. Nach der militärischen Ausbildung, wozu auch der Feldwebellehrgang gehört, folgte die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter. Mittlerweile ist Alex in einer Patiententransportkompanie eingesetzt, welche den Transport und die Versorgung von Verwundeten in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr sicherstellt.

Drei Sanitäter versorgen einen Kameraden während einer Übung.

Das gepanzerte Transportfahrzeug Boxer bietet Platz für eine Intensivpatientin bzw. einen Intensivpatienten oder bis zu sieben leicht verletze Personen.

Foto: © Bundeswehr / Sebastian Wilke

„Besonders herausfordernd ist mein Job, wenn keine Ärzte vor Ort sind. Dann bin ich als Notfallsanitäter für die Erstversorgung und somit für das Leben der verwundeten Kameraden verantwortlich. Ich bin stolz darauf, Verantwortung für Gesundheit und Leben anderer Menschen tragen zu dürfen. Wenn ein Arzt anwesend ist, besteht meine Aufgabe darin, ihm bestmöglich zuzuarbeiten und das Fahrzeug zu führen. Um fit im Rettungsdienst zu bleiben, fahren wir regelmäßig auch bei zivilen Rettungsdiensten mit.“ 

Die Fahrzeuge in seiner Kompanie haben es dem HauptfeldwebelLink öffnet sich in neuem Fenster besonders angetan, denn es gibt verschiedene Fahrzeugtypen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Qualitäten, welche für Verwundetentransporte verwendet werden. Der Boxer zum Beispiel, das bislang größte Fahrzeug im Sanitätsdienst, bietet Platz für bis zu sieben Personen. Im Gegensatz zu einem normalen Krankenwagen ist er gepanzert und bietet damit der Besatzung im Einsatz ausreichend Schutz. Dieses Fahrzeug zu fahren wünscht sich Alex sehr: „Ich möchte für dieses Fahrzeug unbedingt den Führerschein machen und somit auch diese Herausforderung meistern.“

Alex und drei seiner Kameraden stehen mit Kisten voller Sanitätsgut in einer Halle.

Materialwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil im Tagesgeschäft. Alex und seine Kameradinnen und Kameraden prüfen beispielsweise, ob alles vorhanden ist und alles einwandfrei funktioniert.

Foto: © Bundeswehr

Zu seinem Arbeitsalltag gehört auch die Materialbewirtschaftung. Medizinisches Gerät und die Fahrzeuge müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden, um Ausfälle, wie zum Beispiel von einem Defibrillator während eines Einsatzes, zu verhindern.

„Am meisten Spaß macht es mir, dass ich hier im Sanitätsdienst sowohl Notfallsanitäter als auch Soldat sein kann. Besonders stolz macht es mich dabei, durch meinen Dienst etwas für die Gesellschaft und Gemeinschaft beitragen zu können. Dies konnte ich im besonderen Maße dieses Jahr während der Corona-Pandemie im Rahmen der Amtshilfe unter Beweis stellen. Ich war hautnah dabei und half den zivilen Kräften bei den Corona-Tests und in der Dokumentation der Ergebnisse", so Alex.

 

Zu den Pflichten der Soldatinnen und Soldaten gehört außerdem die Bereitschaft, an Auslandseinsätzen teilzunehmen. Im Oktober wird Alex für seinen ersten AuslandseinsatzLink öffnet sich in neuem Fenster nach Mali gehen. „Darauf bin ich schon sehr gespannt. Vielleicht kann ich euch auf Bundeswehrentdecken darüber berichten, wenn ich zurückkomme.“

Autor: Bundeswehr/Sarah S.