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MedEvac A310

Mit der "fliegenden Intensivstation" auf Rettungsmission

Dreimal starteten die speziell ausgerüsteten Flugzeuge der Luftwaffe nach Italien und Frankreich, um von dort schwer an COVID-19 erkrankte Personen zur weiteren Behandlung nach Deutschland zu holen. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, um dir ganz besondere Flugzeuge der Bundeswehr vorzustellen.

Zwei medizinische Fachkräfte bringen eine Trage zum Transport eine Patienten zum Flugzeug A310.

Zur Rückholung der an COVID-19 erkrankten Personen aus Italien und Frankreich wurde ein MedEvac Flugzeug Typ A310 eingesetzt.

Foto: © Bundeswehr / Kevin Schrief

Die Flugzeuge vom Typ A400M und A310 sind spezielle „MedEvac“ Maschinen. Das steht für „Medical Evacuation“ – also der Transport von erkrankten oder verwundeten Personen. Medizinische Evakuierung aus der Luft ist eine Spezialisierung, mit der die Luftwaffe der Bundeswehr einen wichtigen Beitrag in der Europäischen Union leistet und andere Bündnispartner bei Bedarf unterstützt.

Jeweils ein Flugzeug samt Besatzung ist in ständiger Zwölf-Stunden-Bereitschaft. Sie sind nicht für die Erstversorgung, zum Beispiel nach einem Unfall, zuständig. Das übernimmt der örtliche Rettungsdienst am jeweiligen Standort des Unfalls oder der Erkrankung. Die Spezialmaschinen der Bundeswehr kommen dann zum Einsatz, wenn die Patientinnen und Patienten transportfähig sind und über eine größere Distanz zur weiteren Behandlung gebracht werden müssen. Die MedEvac Maschinen holen zum Beispiel verwundete Soldatinnen und Soldaten aus den Einsatzländern zurück oder überführen schwerkranke Personen aus anderen Ländern, wie zuletzt im Rahmen des Einsatzes gegen Corona. Innerhalb von maximal 12 Stunden nach Alarmierung ist die fliegende Intensivstation einsatzbereit.

MedEvac A400M

Ein Flugzeug vom Typ A400M beim Landeanflug.

Ein Medizintechniker der Luftwaffe überprüft einen Monitor an einem Gerät an Bord des Flugzeugs.

Medizintechnikerinnen und Medizintechniker sind bei jedem Flug dabei, um sicherzustellen, dass alle Geräte einwandfrei funktionieren.

Foto: © Bundeswehr / Marco Parge

Ein elfköpfiges Team an Bord kann bis zu sechs Intensivpatientinnen und –patienten in der Luft versorgen. Das medizinische Personal kommt aus dem Sanitätsdienst der Bundeswehr, häufig aus den Bundeswehrkrankenhäusern. Hierzu gehören Ärztinnen und Ärzte, Anästhesie-Teams, Rettungs­assisten­tinnen und –assistenten, sowie Medizintechnikerinnen und –techniker.

Alle sind speziell ausgebildet, um den sicheren Lufttransport von Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Die Hauptaufgabe der medizinischen Crew an Bord ist es, die Patientinnen und Patienten während des Flugs zu stabilisieren und einzugreifen, falls sich ihr Zustand verschlechtern sollte.

Die Ausstattung der fliegenden Intensivstation entspricht dem aktuellen Stand der Technik.

Im Inneren befinden sich Spezialbetten für Intensivpatienten, medizinische Geräte, Medikamente und Verbandsmaterial.

Technische Daten im Überblick

                                          A400M                    A310

Länge:                               45,10 m                  46,66 m
Höhe:                                14,70 m                   15,80 m
Spannweite:                      42,36 m                   43,89 m
Höchstgeschwindigkeit:    750 km/h                 900 km/h
Reichweite:                       bis zu 8.700 km       bis zu 10.560 km
Kapazität, liegend:            bis zu 66 Verletzte   bis zu 56 Verletzte

Autor: Bundeswehr/CM