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Ein Soldat kniet mit einem Laptop umgeben von Kabeln und Technik am Boden
Ein Soldat sitzt vor einem Rechner und schaut auf seinen Bildschirm.

Neben spannenden Einsätzen wie dem auf Kreta gehört es natürlich auch für Paul dazu, Mails zu bearbeiten und Telefonate zu führen.

Foto: © Bundeswehr / Jan Latza

Mal eben durch den Klassenraum rufen und die beste Freundin etwas fragen. Kurz zum Handy greifen und in der Klassengruppe um Hilfe bitten. Was für viele Alltag ist, funktioniert beim Flugabwehr-Schießen auf Kreta nicht ganz so einfach. Damit trotz großer Entfernungen sicher kommuniziert werden kann, gibt es Spezialisten wie IT-Feldwebel Paul. Er ist Profi und weiß, wie seine Kameradinnen und Kameraden trotz mehreren tausend Kilometern Entfernung einen guten Draht zueinander haben. Nur durch ihn und sein Team kann die Zusammenarbeit zwischen den Soldatinnen und Soldaten auf Kreta und im norddeutschen Husum problemlos funktionieren.

Bereits vor seiner Zeit bei der Bundeswehr war Paul ein Computer-Geek und von Technik begeistert. Er absolvierte eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und wollte diesen Weg auch in Zukunft unbedingt weitergehen. Als Paul 2007 zur Bundeswehr kam, gab es noch die Wehrpflicht. „So richtig eine Wahl hatte ich nicht.“, erinnert er sich lächelnd. Aber nachdem er die Bundeswehr kennenlernen und Erfahrungen sammeln konnte, entschied er sich sogar für eine Weiterverpflichtung. „Ich wollte meine Fachkenntnisse einbringen und mehr Verantwortung übernehmen“, begründet er seine Entscheidung für seinen Wechsel in die Laufbahn der Feldwebel.

Ein Soldat arbeitet an einem technischen Gerät.

Das Team aus Storkow betreibt auf Kreta einumfangreiches IT-Netz zur Unterstützung der Übung.

Foto: © Bundeswehr / Dominik Christian Fischer

„Der Job als IT-Feldwebel ist genau das Richtige für mich, um meine Ziele zu erreichen. Während der etwas mehr als ein Jahr andauernden Ausbildung zum Feldwebel hatte ich zahlreiche Lehrgänge, wie zum Beispiel den Lehrgang für meine Spezialisierung in Satellitenkommunikation zu absolvieren“ berichtet Paul. Die Highlights für ihn während dieser Zeit waren besonders das Zusammengehörigkeitsgefühl und auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen außerhalb der Bundeswehr. Heute sind er und sein Team vom IT-Bataillon 381 aus Storkow dafür verantwortlich, Satellitenverbindungen in die ganze Welt herzustellen. Ob in die Wüste von Mali, oder in die Wälder von Litauen, für die IT-Spezialisten ist alles möglich.

Kürzlich haben Paul und sein Team an einer großen Flugabwehrübung auf Kreta teilnehmen dürfen. Dabei wurde erstmals ein neues Verfahren getestet. Der Feuerkampf wurde aus dem norddeutschen Husum geführt. Waffensystem und Radar zur Erfassung der Ziele hingegen befanden sich auf der griechischen Insel Kreta. Alle Daten wurden von dort digital verschlüsselt und 2.500 Kilometer nach Deutschland übermittelt. Dort wurde die Situation schließlich bewertet und der Feuerbefehl erteilt. Dass das alles reibungslos klappte, ist auch Paul und seinem Team zu verdanken.

Dabei waren ein passgenauer IT-Service und rund um die Uhr Lösungen für auftretende Probleme die wichtigsten Ziele. Für die Übung wurden allein fünf Container mit IT-Material auf die Insel gebracht und über vier Kilometer Kupferkabel verlegt. Die Soldatinnen und Soldaten aus Storkow waren mit die Ersten vor Ort und begannen mit den Vorbereitungen, außerdem sind sie die Letzten, die nach dem Abbau wieder abreisten.

Das Ziel des Teams war dabei immer: zufriedene Soldatinnen und Soldaten, die direkt wie an ihrem Arbeitsplatz in Deutschland loslegen können, obwohl sie zur Übung auf Kreta sind. Egal ob E-Mail, Telefon oder Drucker - es wurde für alles gesorgt. Und wenn es doch mal Probleme gab, dann waren die Spezialistinnen und Spezialisten sofort zur Stelle, um es zu lösen.

Eine Anlage zur Satellitenkommunikation steht einsatzbereit auf einer Freifläche.

Nur mit einer Anlage zur Satellitenkommunikation ist es den IT-Spezialisten möglich, eine sichere und stabile Verbindung herzustellen.

Foto: © Bundeswehr / Sebastian Wanninger

Nachdem er nun wieder zurück in Deutschland ist, warten neue Aufgaben und Herausforderungen auf Paul. Sein persönliches Ziel, Berufssoldat zu werden, hat er bereits erreicht. Besonders stolz macht ihn, dass er immer wieder Verantwortung für neue Aufgaben übernehmen und sein umfangreiches Wissen auf Übungen einbringen kann. Für Paul steht fest, dass er bei der Bundeswehr einen Platz gefunden hat, um sich auch in Zukunft selbst zu verwirklichen.

Autor: Bundeswehr / PS