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Formaldienst in der Bundeswehr

Der Formaldienst in der Bundeswehr steht für Disziplin und Ordnung. Die sogenannte Formaldienstausbildung ist Teil der soldatischen Ausbildung. Sie dient dazu, neuen Soldatinnen und Soldaten bestimmte Verhaltensformen beizubringen und zu üben.

Der Formaldienst in der Bundeswehr steht für Disziplin und Ordnung. Die sogenannte Formaldienstausbildung ist Teil der soldatischen Ausbildung. Sie dient dazu, neuen Soldatinnen und Soldaten bestimmte Verhaltensformen beizubringen und zu üben.

Die einzelnen Bestandteile des Formaldienstes wurden bereits im 16. bis 18. Jahrhundert entwickelt. Damals war es die Kampftaktik in Schlachten, die es erforderlich machte, dass Soldaten in einer Linie standen und dabei Bewegungen präzise und koordiniert ausführten. Wenngleich diese Methoden insbesondere in technischer Hinsicht überholt sind, sind die Grundsätze des Formaldienstes bis heute gültig. Sie fördern Verhaltenssicherheit in der soldatischen Gemeinschaft sowie gegenüber den Streitkräften verbündeter Nationen. Der Formaldienst schult Sicherheit im Auftreten und trägt so zur Disziplin der Soldaten sowie zum Ansehen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit bei.

Die Grundsätze des Formaldienstes sind Grundstellung, Wendung und Marsch, der militärische Gruß und Meldungen, Trageweise von Waffen sowie der Formaldienst von Abteilungen, wie z.B. eines Zuges mit etwa 30 Soldatinnen und Soldaten. 

 

Grundstellung

Die Grundstellung bezeichnet den formalen, korrekten Stand, welchen Soldatinnen und Soldaten einnehmen, wenn beispielsweise einer Vorgesetzten bzw. einem Vorgesetzten gemeldet wird oder bei formalen Akten wie Beförderungen oder Auszeichnungen. Die Grundstellung ist nach dem Kommando „Stillgestanden!“ oder „Achtung!“ einzunehmen und bedeutet: 

Soldaten stehen in Grundstellen in einer Reihe nebeneinander

Die Grundstellung

Foto: © Bundeswehr

  • Die Füße stehen mit den Hacken aneinander und die Fußspitzen zeigen in einem Winkel von ca. 60° nach außen. Das Körpergewicht ruht dabei gleichmäßig auf beiden Füßen
  • Die Brust ist vorgewölbt und die Schultern sind in gleicher Höhe leicht zurückgenommen.
  • Die Arme hängen herab, der Zwischenraum zwischen Ellenbogen und Körper beträgt etwa eine Handbreite.
  • Die Hände liegen mit ausgestreckten, aneinander liegenden Fingern mit den Handflächen an der Außenseite der Oberschenkel an.
  • Der Kopf wird aufrecht gehalten, der Blick ist geradeaus gerichtet, der Mund ist geschlossen.

Ertönt das Kommando „Rührt Euch!“ darf eine etwas entspanntere Haltung eingenommen werden, bei der die Soldatin bzw. der Soldat die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Diese wird unter anderem bei längeren Appellen angewandt. 

 

Wendung und Marsch

Rückenansicht von 7 Soldatinnen und Soldaten, deren Hände hinter dem Rücken verschränkt sind

Rückenansicht von 7 Soldatinnen und Soldaten, deren Hände hinter dem Rücken verschränkt sind

Foto: © Bundeswehr

Bei einer Wendung geht es darum, dass sich die gesamte Gruppe auf dieselbe Weise und im selben Tempo nach rechts oder links umdreht. Die dazugehörigen Kommandos lauten „Links (Rechts) – um“ und „Abteilung – kehrt!" bei einer Wendung um 180 Grad. Du hast bestimmt schon den Ausdruck „Im Gleichschritt – Marsch!“ gehört. Wird dieses Kommando in der Bundeswehr erteilt, gelten diese Regeln für die Soldatinnen und Soldaten:

  • Es wird mit dem linken Fuß angetreten. Dabei beträgt die Schrittlänge etwa 80 cm und es wird mit einer Schrittgeschwindigkeit von 114 Schritt in der Minute marschiert.
  • Beide Arme werden mit geöffneter Hand und gestreckten Fingern bis etwa eine Handbreit unterhalb des Gürtels bewegt.
  • Die aufrechte Haltung und der geradeaus gerichtete Blick werden beibehalten.

 

Eine Soldatin und ein Soldat stehen vor einem Gebäude und legen die Hand zum militärischen Gruß an die Schläfe

Militärischer Gruß und Meldung

Foto: © Bundeswehr

Militärischer Gruß und Meldung

Es grüßt immer die- bzw. derjenige zuerst, der den niedrigeren Rang innehat. Mit straffer Körperhaltung wird die rechte Hand mit aneinander liegenden Fingern schnell an den Kopf oder den Rand der Kopfbedeckung geführt. Dabei ist darauf zu achten, dass

  • der Handrücken nach oben zeigt,
  • der Unterarm und die Hand eine Gerade bilden und
  • der Ellenbogen sich etwa in Schulterhöhe befindet.

Unter Meldung versteht man die Berichterstattung an eine Vorgesetzte bzw. einen Vorgesetzten. In der Grundstellung ist nach militärischem Gruß in knapper Form mit „Dienstgrad, Name, Einheit, Auftrag oder ausgeübter Tätigkeit“ darzustellen, worum es geht. 

 

Trageweise von Waffen

Das Gewehr oder die Maschinenpistole ist im Formaldienst auf der rechten Schulter zu tragen. Die rechte Hand bleibt dabei stets am Trageriemen bzw. an der Waffe und hält diese in einer festen Lage. Bei bestimmten Kommandos weicht die Haltung ab. So wird das Gewehr beispielsweise vor der Brust getragen, wenn das Kommando „Achtung – Präsentiert!“ erfolgt. 

 

Formaldienst von Abteilungen
Formaldienst von Abteilungen

Formaldienst von Abteilungen

Foto: © Bundeswehr

Insbesondere in Gruppen kommt es auf die richtige Haltung und korrekte Bewegungsabläufe an. So stellen sich Soldatinnen und Soldaten beispielsweise der Größe nach auf und halten einen bestimmten, festgelegten Abstand zueinander.

Ein weiteres wichtiges Kommando ist „Wegtreten!“, nach welchem der Platz schnellen Schrittes verlassen wird. Unsere Rekrutinnen und Rekruten haben diesen Teil ihrer Ausbildung bereits in Folge 12 Link öffnet sich in neuem Fensterhinter sich gebracht. Was als nächstes kommt, siehst du in unserer YouTube Serie "DIE REKRUTINNEN"Link öffnet sich in neuem Fenster.

In diesem Sinne: Wegtreten! 

Autor: Bundeswehr