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Erfahrungsbericht einer jungen Offizierin

„Als sich die Luke des Flugzeugs öffnete, wurde mir klar: jetzt wird es ernst. Ich werde tatsächlich gleich aus einem voll funktionsfähigen Flugzeug springen. Offen gesagt, ging mir da ganz schön die Düse. Und dann habe ich es getan – plötzlich war ich im freien Fall und hatte gar keine andere Wahl mehr, als dem Material und dem Sprunglehrer zu vertrauen.“

letze Anweisungen.

Jetzt gibt es kein Zurück mehr: der Sprunglehrer gibt Jana die letzten Anweisungen vor dem Fallschirmsprung.

Foto: © Bundeswehr / Jana Ludwig

Dies war einer der Schlüsselmomente in Janas Leben. Jana ist Offizierin bei der Bundeswehr. Schon während der Schulzeit war für sie klar, dass sie einen Beruf in Uniform ergreifen wird. Kameradschaft, Verantwortung übernehmen, eine sinnvolle Tätigkeit ausüben und viel Sport treiben – das war es, was sie reizte. Schon in der Schule war sie Klassensprecherin und stellvertretende Schülersprecherin und hat somit bereits in jungen Jahren Verantwortung übernommen.

„Der Fallschirmsprung war eines der besten Dinge, die ich je gemacht habe. Das hat mir gezeigt, dass ich in der Lage bin, Ängste zu überwinden und im Grunde alles schaffen kann. Und das ist es doch, worauf es ankommt: sich selbst immer wieder hinterfragen und jeden Tag besser werden. Ich bin seit 2009 Soldatin und trage als Führungskraft die Verantwortung dafür, dass auch die Soldatinnen und Soldaten in meinem Team sich kontinuierlich weiterentwickeln.

Studenten vor dem Gebäude des Audimax der Universität der Bundeswehr München.

Neben der Universität der Bundeswehr in München gibt es noch die Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg.

Foto: © Bundeswehr / Stephan Ink

Studiert habe ich an der Universität der Bundeswehr in München, wo ich  einen Master in Bildungs- und Erziehungswissenschaften erworben habe. Neben dem Studium habe ich das Team „Nachwuchswerbung“ an der Uni geleitet. Das hat mir wirklich Spaß gemacht, da ich auch Karriereteams der Bundeswehr auf verschiedenen Messen unterstützen und Kontakt zu jungen Interessenten herstellen konnte.“ StudiertLink öffnet sich in neuem Fenster wird übrigens in Trimestern - das ist zeitlich straffer und auch ziemlich fordernd. Durch den engen Austausch und die gute Betreuung der Dozentinnen und Dozenten sowie die Zusammenarbeit mit den Kameradinnen und Kameraden in kleinen Lehrgruppen, schließen die meisten Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter ihr Studium früher ab, als an den zivilen Universitäten. Das bedeutet den Bachelor in einer Regelstudienzeit von zwei einhalb Jahren bzw. den Master in vier Jahren. Und Zeit für Sport bleibt auch noch.

„Während des Studiums durfte ich ein Auslandspraktikum beim Österreichischen Bundesheer machen und ein Projekt zum Thema Frauen in den Streitkräften begleiten. Dabei ging es um einen Workshop, den ich mitorganisiert habe. Das Ganze in einem internationalen Umfeld, etwas vollkommen Neues für mich. In der Zeit im Bundesheer habe ich sehr viel Selbstvertrauen gewonnen, weil ich für drei Monate in einer "fremden" Armee war. Ich kannte dort zunächst keinen Menschen und musste mich erst an die neuen Strukturen gewöhnen. Am Ende habe ich es aber gut gemeistert. Mir und dem Team fiel der Abschied nach drei Monaten doch recht schwer, daher habe ich auch heute noch Kontakt zu den österreichischen Kameraden.

Fünf Kampfschwimmerinnen und Kampfschwimmer in der Ostsee.

Beim Auswahlverfahren von potenziellen Kampfschwimmern absolviert Jana gemeinsam mit den Teilnehmenden eine drei Kilometer lange Strecke in der Ostsee.

Foto: © Bundeswehr / Jana Ludwig

Ich liebe meinen Job und bin sehr gerne Soldatin. Jeden Tag wachse ich mit meinen Aufgaben und habe immer wieder die Chance, eigene Schranken im Kopf einzureißen! Seit Ende 2017 arbeite ich im Bereich Personal­manage­ment. Dort habe ich bereits unterschiedliche Aufgaben und Projekte ge­mei­stert, bei denen ich meine Erfahrungen aus dem Studium gut einbringen konnte. So war ich zum Beispiel in die Ausbildung von Karriereberaterinnen und Karriereberatern involviert, die für die Erstberatung von jungen Be­wer­berinnen und Bewerbern verantwortlich sind. Ferner habe ich beim Aufbau eines zentralen Kommunikationszentrums, einer Art Call Center, unterstützt. Seit 2018 bin ich Presseoffizier für die Personalgewinnung. Die Arbeit hier gefällt mir wirklich gut, da ich täglich in neuen Situationen gefordert bin und daher flexibel reagieren und agieren kann. Schema „F“ gibt es bei mir nicht und ich lerne auch nie aus. Besonders spannend ist, dass ich als Presseoffizier mit allen Bereichen der Bundeswehr zusammenarbeite und viel in Deutschland herumkomme. Ich bin froh, einen Arbeitgeber gefunden zu haben, der mir so viel Vielfalt und die Möglichkeit bietet, mich stetig weiterzuentwickeln.

Für meine Zukunft habe ich mir vorgenommen, mehr über die einzelnen Bereiche der Bundeswehr zu lernen.

Mein Tipp für dich: Wenn du dich für die Bundeswehr interessierst, dann folge uns auf YouTube und unseren Social-Media-Kanälen und mach ein Praktikum in dem Bereich, der für dich am spannendsten ist. Wenn du Fragen zum Praktikum hast, schreibLink öffnet sich in neuem Fenster uns. Unter „SoldatenberufLink öffnet sich in neuem Fenster“ haben wir für dich weitere Informationen zusammengestellt.

Autor: Bundeswehr/AK