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Die Rettungskette

Jede Minute zählt – Die Rettungskette der Bundeswehr

Heute erklären wir dir die sogenannte Rettungskette, also die verschiedenen Ebenen, die eine Soldatin bzw. ein Soldat vom Ort des Geschehens bis zum Krankenhaus durchläuft. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn Soldatinnen oder Soldaten während eines Auftrages verwundet werden, erkranken oder sich anderweitig verletzen. 

Zwei Sanitätssoldaten versorgen einen verletzten Soldaten.

Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sind für die Erstversorgung nach einem Unfall oder einer Verletzung zuständig.

Wenn es um die Gesundheit oder das Leben von Menschen geht, ist immer Eile geboten. Wenn die Notfallsanitäterinnen und -sanitäter einen Notruf erhalten und alarmiert werden, lassen sie alles stehen und liegen und eilen sofort los. Im Ernstfall können Minuten oder sogar Sekunden entscheidend sein. Bei der Bundeswehr gibt es feste Abläufe und Verfahren zur Behandlung von Verwundeten oder Verletzten im Einsatz, die sogenannte Rettungskette. Am Anfang der Rettungskette steht immer die Erste Hilfe oder wie die Bundeswehr sie nennt, die Selbst- und Kameradenhilfe. Nicht nur Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sondern alle Soldatinnen und Soldaten werden mindestens alle zwar Jahre geschult und sind so jederzeit in der Lage, Maßnahmen zur Ersten Hilfe zu leisten. Hier geht es vor allem um Blutstillung und die Durchführung lebenserhaltender Maßnahmen. Aber auch das richtige Absetzen eines Notrufes ist der Bestandteil der Ausbildung.

Nach den ersten Maßnahmen durch die Kameradinnen und Kameraden übernehmen in der Regel Soldatinnen und Soldaten des Sanitäts­dienstes, die noch spezieller ausgebildet sind, die weitere Versorgung. Wenn sich die Truppe abseits vom Feldlager bewegt oder einer besonderen Gefährdung unterliegt, sind sie meist unmittelbar mit dabei und werden auch häufig durch einen Arzttrupp begleitet. Nach dieser ersten Versorgung vor Ort erfolgt der Transport in eine Sanitätseinrichtung. Ziel ist immer, dass jeder innerhalb der sogenannten ,Golden Hour' - also innerhalb von 60 Minuten - eine allgemein- und notfallmedizinische Versorgung erhält. 

Ein aufgebautes Sanitätszelt im Gelände.

Eine Rettungsstation im Gelände stellt die erste Ebene der Rettungsstation dar.

Jetzt beginnen die Behandlungsebenen, die sich nach Art und Ausstattung in  Behandlungsebene 1 - 4 unterteilen. Behandlungsebene 1 wird durch eine kleine, modulare und mobile Rettungsstation dargestellt, welche aus einem Zelt oder Container besteht. Dort erhält der oder die Betroffene die allgemein- und notfallmedizinische Versorgung. Dazu gehören beispielsweise Schock- und Schmerzbekämpfung, weitere blutstillende Maßnahmen, chirurgische Wundbehandlungen und stabilisierende Maßnahmen zum Weitertransport. Da sie mobil ist, kann sie übrigens auch bei Hilfeleistungen der Bundeswehr, beispielsweise bei Naturkatastrophen, eingesetzt werden.

Luftaufnahme eines Rettungszentrum mit zahlreichen Zelten und Fahrzeugen.

Die Rettungsstationen können kurzfristig aufgebaut werden und sind von der Ausstattung fast mit einem Krankenhaus vergleichbar.

Foto: © Bundeswehr / Patrick Grüterich

Die Ebene 2 wird durch ein Rettungszentrum abgebildet. Dieses ist größer als die Rettungsstation und verfügt über weitere Fähigkeiten. Solch ein Zentrum lässt sich mit einem kleinen, temporären Krankenhaus vergleichen. Hier findet die erste chirurgische und intensivmedizinische Versorgung statt, ebenfalls mit dem Ziel, die Patientin oder den Patienten weiter zu stabilisieren und bei Bedarf an die nächste Ebene weiterleiten zu können.

Einsatzlazarett im Einsatz.

Deutsches Einsatzlazarett im Einsatz für die Versorgung der Soldatinnen und Soldaten.

Die Ebene 3 bildet das Einsatzlazarett. Dieses verfügt dann über weitere fachärztliche, pflegerische und Operationskapazitäten und stellt somit die Königsklasse der Behandlungsebenen im Einsatzland dar. Dieses kann abhängig von der Konfiguration über bis zu 180 Betten verfügen.

 

Die vierte ist gleichzeitig die letzte Behandlungsebene, und soll die abschließende Behandlung bis zur vollständigen Genesung im Heimatland gewärleisten, zum Beispiel in einem Bundeswehrkrankenhaus oder auch in zivilen Gesundheitseinrichtungen.

Zwei Sanitätssoldaten versorgen einen Patienten intensivmedizinisch im Flugzeug.

In der „fliegenden Intensivstation“ können bis zu sechs Patientinnen und Patienten in der Luft intensivmedizinisch versorgt werden.

Wie du siehst, stehen der Bundeswehr zahlreiche Einrichtungen zur Verfügung, die abhängig vom Auftrag und der Sicherheitslage genutzt werden können. Die Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes spielen in all diesen Einrichtungen, aber auch auf dem Weg zwischen diesen Einrichtungen eine entscheidende Rolle. Ihr Job stellt sie immer wieder vor neue Herausforderungen und Situationen, denen sie sich stellen müssen. Die gut funktionierende Rettungskette, ihre Ausbildung und die Zusammenarbeit im Team helfen ihnen in ihrer täglichen Arbeit, um die Soldatinnen und Soldaten bestmöglich zu versorgen.

Mit welchen Fahrzeugen der Transport der Patientinnen und Patienten sichergestellt wird, zeigen wir dir in der folgenden Bildergalerie.

Viel Spass beim Durchklicken.

Autor: Bundeswehr/MB

Fahrzeuge und Fluggeräte des Sanitätsdienstes