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Eine Soldatin bedient eine Seilwinde aus einem Rettungshubschrauber vom Typ H145 LUH SAR.
Eine Soldatin trägt einen Helm mit einem angebrachten Mikrofon.

Als erfahrene Luftrettungsmeisterin weiß Simone genau worauf zu achten ist und teilt ihr Wissen gern mit jüngeren Soldatinnen und Soldaten.

Foto: © Bundeswehr / Jana Neumann

Menschenleben retten und gleichzeitig den Traum vom Fliegen erleben! Simone ist Luftrettungsmeisterin bei der Bundeswehr und als Teil des Such- und Rettungsdienstes im Einsatz, um immer dann zur Hilfe zu kommen, wenn Menschen in Not geraten. Heute berichtet sie dir von ihrem fordernden Alltag und ihrer spannenden und wichtigen Aufgabe.

Als junge Erwachsene habe ich mich für zwei Berufe besonders interessiert. Ich wollte Polizistin oder Soldatin werden, das war für mich klar. Nachdem ich mich über die Bundeswehr informiert hatte und feststellte, dass ich den Beruf als Soldatin mit der Rettungsmedizin verbinden konnte, habe ich mich dazu entschlossen zur Bundeswehr zu gehen. Meine Ausbildung zur Sanitätssoldatin verschaffte mir die ersten Grundlagen im Sanitätsdienst und sorgte schnell dafür, dass ich mehr wollte. Die Ausbildung zur Notfallsanitäterin und der Wechsel in die Laufbahn der FeldwebelLink öffnet sich in neuem Fenster waren super spannend und brachten einiges an Verantwortung mit sich, denn als Notfallsanitäterin übernimmt man die Erstversorgung von Patientinnen und Patienten und unterstützt anschließend die Ärztinnen und Ärzte.

Ein Rettungshubschrauber vom Typ H145 LUH SAR schwebt durch die Luft. Im Hintergrund sieht man ein Gebirge.

Der neue Rettungshubschrauber H145 LUH SAR bringt modernste Technik für die Luftrettung mit sich.

Foto: © Bundeswehr / Jana Neumann

Das erste Mal, dass ich mit Hubschraubern und dem Fliegen bei der Bundeswehr zu tun hatte, war in meinem ersten AuslandseinsatzLink öffnet sich in neuem Fenster. Die Faszination ließ mich nicht mehr los und sorgte dafür, dass ich den Schritt wagte und mich für eine Stelle als Luftrettungsmeisterin bewarb. Erfreulicherweise wurde ich für die Ausbildung zugelassen und durfte von dort an eine völlig neue Herausforderung annehmen. Bevor ich als Luftrettungsmeisterin eingesetzt werden konnte, warteten eine Vielzahl an Lehrgängen darauf, absolviert zu werden. Nachdem meine gesundheitliche Eignung zum Fliegen festgestellt wurde, durchlief ich einige Überlebenslehrgänge und die flugphysiologische Ausbildung. Dabei ging es darum, zum Beispiel nach einem Absturz auf hoher See überleben zu können und die Auswirkungen des Fliegens auf den Körper kennenzulernen und mit der Belastung umzugehen. Doch das war noch nicht alles. Bevor es in die Lüfte gehen konnte, warteten noch die theoretische und die praktische Ausbildung für den Dienst in den Lüften auf mich. So nimmt die Ausbildung zur Luftrettungsmeisterin insgesamt etwa 12 bis 15 Monate in Anspruch.

Eine Soldatin schaut aus einem Rettungshubschrauber vom Typ H145 LUH SAR auf das Schloss Neuschwanstein.

Neben der fordernden Arbeit als Besatzungsmitglied des Rettungshubschraubers, gibt es auch Momente wie diesen, der die Arbeit als Luftrettungsmeisterin zu etwas ganz Besonderem macht.

Foto: © Bundeswehr / Jana Neumann

Als Luftrettungsmeisterin gehöre ich zur ständigen Besatzung des Hubschraubers und nehme deshalb auch andere Tätigkeiten an Bord wahr. Die Unterstützung bei der Navigation oder auch der Funkverkehr gehören für uns ebenso dazu wie die medizinische Versorgung von Verletzten. Auch Wärmebildkameras und Nachtsichtgeräte werden bei der Suche nach Vermissten durch mich als Luftrettungsmeisterin bedient. Ist die in Not geratene Person gefunden worden, aber eine Landung ist nicht möglich, so kann die Luftrettungsmeisterin oder der Luftrettungsmeister zusätzliches Rettungspersonal in die Tiefe abseilen und somit dafür sorgen, dass der oder die Verletzte geborgen werden kann. All das benötigt viel Erfahrung und eine perfekt aufeinander abgestimmte Besatzung. Um die Leistungsfähigkeit der Besatzung durchgängig sicherzustellen, durchlaufen wir alle 12 Monate eine Testwoche, bei der unsere Fähigkeiten überprüft werden.

Eine Soldatin beim Austieg aus einem Rettungshubschrauber vom Typ H145 LUH SAR.

Bereit zur Landung: Auch in schwierigem Gelände müssen die Luftretter in der Lage sein Verwundete zu versorgen.

Foto: © Bundeswehr / Jana Neumann

Nach vielen Flügen und spannenden Erfahrungen bin ich heute im Einsatz, um den Such- und Rettungsdienst weiter zu verbessern. Wir optimieren Abläufe und sorgen dafür, dass alle unsere Hubschrauber gleich ausgestattet sind. Kürzlich wurde zum Beispiel der neue Rettungshubschrauber H145 LUH SAR eingeführt und somit liegt es an uns, das Material und die Verfahren an den neuen Hubschrauber anzupassen und ständig zu verbessern.

Im Laufe der Jahre habe ich viele schöne, aber auch traurige Momente als Luftretterin erlebt. Besonders bleiben mir die verschiedenen Einsätze in Erinnerung, bei denen trotz ungewöhnlicher Bedingungen und Anspannung letztendlich immer alles nach Plan lief, wenn es darauf ankam. Somit rate ich jedem, der sich für eine Ausbildung zur Luftrettungsmeisterin oder zum Luftrettungsmeister interessiert, die richtige Einstellung mitzubringen und den Willen zu haben, mit vollem Einsatz zu helfen und Menschenleben zu retten.

Autor: Bundeswehr / SGD