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Meine Ausbildung bei der Bundeswehr – Kraftfahrzeugmechatroniker

Meine Ausbildung bei der Bundeswehr – Kraftfahrzeugmechatroniker

Die Bundeswehr bildet in über 50 Berufen, darunter Kraftfahrzeugmechanikerinnen und Kraftfahrzeugmechaniker, aus. Lukas hat seine Ausbildung gerade abgeschlossen und berichtet dir heute von seinen letzten drei Jahren.

Der Auszubildende Lukas steht in einer Werkhalle vor einem Fahrzeug.

Lukas hat seine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker in der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr in Jülich absolviert.

Foto: © Bundeswehr / Sonja Paetzold

Hallo. Ich bin Lukas, 22 Jahre alt und komme aus Bergheim.

Manche würden sagen „typisch Jungs“, weil ich mich schon immer für Autos interessiert habe. Ein bisschen in der Freizeit herumzuschrauben hat mir nicht gereicht. Ich wollte ganz genau verstehen, wie alles funktioniert und zusam­men­spielt, um mit dem Auto von A nach B zu gelangen. Der Vater meines besten Freundes arbeitet bei der Bundeswehr und erzählte mir, dass die Ausbildung sehr gut sei. Also bewarb ich mich nach meinem Abitur für die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker in Jülich.

Der Auszubildende Lukas steht vor einem Auto mit geöffneter Motorhaube.

Bei einem Fahrzeug Check steht zuerst immer eine Sichtkontrolle an. Dabei weisen austretende Flüssigkeiten meist auf einen Fehler hin.

Foto: © Bundeswehr / Sonja Paetzold

Zunächst wurde ich zu einem Einstellungstest eingeladen. Dort werden mathematische Grundlagen und logisches Denkvermögen getestet. Nachdem ich diesen erfolgreich gemeistert habe, wurde ich zum Abschlussgespräch eingeladen, in dem es um mein Wissen über die Bundeswehr und meine Motivation für den Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers ging. Das lief ziemlich gut für mich – ich bekam eine Zusage und dann rückte der erste Arbeitstag immer näher.

Am 1. September 2017 war es dann soweit. Wir, insgesamt 19 neue Azubis, versammelten uns zunächst in der Ausbildungswerkstatt, um uns gegenseitig kennenzulernen. Unsere Ausbilderinnen und Ausbilder haben uns dann einen Überblick über die Ausbildungswerkstatt und Ablauf der Ausbildung ge­ge­ben. Sie erklärten uns auch, dass in der Werkstatt die Aus­bil­dung im Vordergrund steht. Es muss sozusagen kein Geld erwirtschaftet werden und es findet kein regulärer Kundenbetrieb statt, so wie es in einer freien Werkstatt üblich sei. Alles hier fokussiert sich auf uns.

Der Auszubildende Lukas steht vor einer geöffneten Motorhaube und wischt den Messstab für den Ölstand an einem Tuch ab.

In der Ausbildung stehen den Azubis modernste Fahrzeuge, vom Verbrenner bis zum Elektroauto, zur Verfügung.

Foto: © Bundeswehr / Sonja Paetzold

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Es ist möglich, sie um ein halbes Jahr zu verkürzen, wenn das Ergebnis der Zwischenprüfung besser als 80% ist und die Berufsschule zustimmt. Die Berufsschule besuchen wir im Übrigen genauso wie all die anderen, die außerhalb der Bundeswehr eine Ausbildung absolvieren. Im ersten Lehrjahr haben wir die Grundlagen gelernt, bei­spiels­weise wie Motormechanik und Bremssysteme funktionieren. Im zweiten Lehrjahr kam mehr Elektrik dazu und dann stand auch schon die Zwisch­en­prü­fung an, welche zu 35 % in die Abschlussnote mit einfließt. Die Prüfung besteht aus zwei schriftlichen und zwei praktischen Teilen. Das war schon ganz schön viel Stoff aber unser Ausbildungsleiter hat uns in einer speziellen Prüfungsvorbereitung gezielt auf die Themen vorbereitet. Im dritten Lehrjahr sind zwei jeweils halbjährige Pflichtpraktika zu absolvieren: in einem ex­ter­nen Betrieb und im Instandsetzungswerk der Bundeswehr. Ich habe ein Prak­tikum in einer großen Markenwerkstatt in Jülich absolviert, um den Alltag in einer Werkstatt inklusive Kundenkontakt kennenzulernen. Da ich meine Ausbildung verkürzen konnte, ist das halbe Jahr im Instandsetzungswerk für mich entfallen.

Ein Auszubildender hält ein Motorteil in der Hand, um es zu prüfen.

In der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr zerlegen die Azubis einen Motor in all seine Bestandteile.

Foto: © Bundeswehr / DeCastro

Neben dem regulären Ausbildungs- und Schulbetrieb gibt es ein paar be­son­dere Ereignisse während meiner Ausbildung, an die ich mich gern er­in­nere. So durften alle Azubis aus meinem Lehrjahr 2019 die Internationale Auto­mo­bil­ausstellung IAA in Frankfurt besuchen. Ein absolutes Highlight für einen Auto-Fan wie mich. Auch der Tag der Bundeswehr 2018, auf dem die Bun­des­wehr sich an zahlreichen Standorten präsentiert hat, war spannend. Ge­mein­sam mit meinen Ausbildern habe ich in Mannheim unsere Aus­bil­dungs­werk­statt und meinen Beruf vorgestellt. Und schließlich hatte ich noch die Gelegenheit im Rahmen eines Austauschprogramms meiner Berufsschule zwei Wochen in Sevilla zu verbringen und dort jeweils eine Woche in einer Schule und einer Werkstatt Spanien kennenzulernen.

Am Ende der Ausbildung steht dann noch die Abschlussprüfung. Sie ist der Zwischenprüfung ähnlich, nur der Umfang unterscheidet sich. Es gibt fünf schriftliche Teile, von denen jeweils zwei Mechanik und Elektrik als Schwerpunkt haben. Der fünfte ist Wirtschaft. Der praktische Teil hat drei Prüfungen, die jeweils anderthalb Stunden dauern, da musste ich eine Diagnose erstellen und Motorfehler erkennen. Das kann beispielsweise an defekten Sensoren liegen. Genauso wie bei der Zwischenprüfung gab es auch hier eine in­ten­sive Prü­fungs­vorbereitung. Meine Abschlussprüfung habe ich im Juni dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen.

Für mich war der Schritt, bei der Bundeswehr die Ausbildung zu machen, die richtige Entscheidung. Meine Ausbilderinnen und Ausbilder haben die anderen Azubis und mich immer unterstützt und viel erklärt. Ich habe nun verstanden, wie das Auto von A nach B kommt. Die Bundeswehr übernimmt Azubis bei Eignung und guten Leistungen auch nach der Ausbildung. Für meine berufliche Zukunft möchte ich aber noch einen Schritt weitergehen und Fahrzeuge auch entwickeln können. Deshalb habe ich mich für ein Studium der Fahrzeugtechnik entschieden.

Autor: Bundeswehr/LJ